Summer Breeze 2026: Ein Finale mit viel Herz und noch mehr Pyro

Der letzte Tag des Summer Breeze 2026 stand noch einmal ganz im Zeichen großer Bühnenmomente. Zwischen Dino-Metal, Thrash, Rock und einer gehörigen Portion Pyro ging es für uns ein letztes Mal über das Festivalgelände – bevor Helloween mit einer großen Show den musikalischen Schlusspunkt unter vier Tage Metal in Dinkelsbühl setzten.

Los ging's um Punkt zwölf auf der Main Stage mit Heavysaurus – Dino-Metal für die nächste Generation. Was hier abging, war eine riesige Dinoparty mit erstaunlich viel Pyro, Rauchkanonen und „Raketen", bei der die Partyhymne „Kaugummi ist mega" die Kleinen ordentlich mitsingen ließ. Aber das Ganze funktioniert eben nicht nur bei den jüngsten Metalfans, die klar die Zielgruppe sind – Spaß hatten hier alle. 

Zwischen den Songs machte die Band klar, worum es ihr geht: um eine neue Generation, die Live-Musik will und keine aus der KI-Retorte. Und darum, dass bei ihnen alle gleich sind – groß, klein, dünn, dick, Drache, Dino oder mit Beeinträchtigung. „Wir wollen nicht, dass eure Kinder mal Helene Fischer hören", hieß es augenzwinkernd, gefolgt von „Pommesgabel". Gespannt sein aufs nächste Jahr dürfen wir alle auch: Neues Material und neue Musiker gibt's ab dem 5. Februar.

Nur wenige Minuten später übernahmen Parasite Inc. aus Deutschland die Main Stage mit einem herzlichen „Summer Breeze, willkommen zum Frühsport". 
Der Sänger war sichtlich gerührt, so früh am Tag schon so viele Leute vor sich zu sehen. Kleine Randnotiz: Weil Stammsänger Kai aus gesundheitlichen Gründen aktuell nicht singen kann, sprang Dom von Cypecore ein – und machte seine Sache richtig gut. Viel Power, viel Fan-Interaktion, immer wieder deutete er auf einzelne Gesichter und Momente in der Crowd. Sympathisch. Zur Wall of Death wurde natürlich auch aufgerufen.

Auf der Wera hielten Skeleton Pit dagegen und bedankten sich, dass die Crowd trotz Mittagshitze den Weg zu ihnen gefunden hatte. Die Hitze war definitiv eines der Hauptthemen der letzten Tage. Moshpits, Crowdsurfer und eine ordentliche Staubwolke über dem Pit waren der Dank aus dem Publikum.

Zurück auf der Main Stage bewiesen Kadavar aus Berlin, dass auch Rock auf einem großen Metalfestival zieht: Die Fläche vor der Main war in der prallen Sonne gut zur Hälfte gefüllt. Dafür gabs von vorne: Viel Präsenz in der Bühnenperformance und einen sehr cleanen, überzeugenden Livesound. Zum Abschied gab's dann eine dieser Anerkennung: „Danke, dass ihr da wart. Seid lieb zueinander."

Am frühen Abend holten Testament auf der Main Stage die Old-School-Fraktion ab.  Solider Thrash von einer Band mit treuer Fanbase – Handwerk, das sitzt.

Auf der Wera folgte dann der vielleicht kurioseste Auftritt des Tages: Manntra, zum ersten Mal auf dem Summer Breeze. Pyro schon ab Song zwei, und danach nahm das Ganze Fahrt auf. Der maskierte Gitarrist – Baron King – trank auf dem Surfbrett erst mal in Ruhe sein Bier, bevor er sich mit voller Bierhand über die Menge tragen ließ. Bloß nicht fallen lassen, hieß die Ansage, sonst müsse die Band Alimente für seine 21 Frauen zahlen. Dazu ein Bierkontest gegen eine Frau aus dem Publikum, die schon zum zweiten Mal dabei war – und ihn schon wieder abzog. Während Baron King auf einer Trommel spielte, sprang der Sänger kurzerhand in die Crowd und performte einen Teil des dritten Songs mittendrin. Ein herrlich durchgeknallter Auftritt.

Und dann das große Finale: Helloween auf der Main Stage, seit 40 Jahren im Geschäft. Beide Sänger machten erst mal Lautstärke-Tests, um herauszufinden, wie 50.000 Besucher klingen – 2008, beim ersten Breeze-Besuch der Band, waren es noch 20.000. Die Screens wurden extrem ausgereizt, mal als mittelalterliches Fenster mit Bogen inszeniert, mal ganz ohne, und hinten rechts thronte ein riesiger aufblasbarer Kürbis. Über das ganze Set hinweg war eine Freude und Spielfreude zu spüren, die auf die Menge übersprang – und die reichte vom Kind bis zum Ur-Metaller. Selbst der kurze, überraschend heftige Regenguss, konnte die Stimmung nicht bremsen. Zum Schluss regnete es dann Kürbis-Luftballons in die Menge. Ein ganz toller Abschluss.

Ein Samstag mit ordentlich Bandbreite, viel Herz und noch mehr Pyro. Und Dinkelsbühl zeigte auch am dritten Tag: Hier ist Metal einfach zuhause. Für große und für kleine Fans. Bleibt zum Schluss noch ein Blick abseits der Bühnen. Positiv fiel die zentrale Lage des Pressezelts direkt an der Main Stage auf, und die Food-Sharing-Station im Infield, an der man übrig gebliebene Lebensmittel spenden kann, ist eine wirklich schöne Sache. 

Zwei Kritikpunkte gibt's aber auch: Vom Pressebereich aus führte kein Weg über den Backstage zu den Bühnen, was die Arbeit unnötig umständlich machte. Und der angekündigte Vortrag zum Thema Nachhaltigkeit wurde kurzerhand abgesagt – schade, gerade weil das Breeze an anderer Stelle zeigt, dass ihm das Thema durchaus am Herzen liegt.

2027 feiert das Summer Breeze Open Air 30. Jubiläum! Neben zahlreichen internationalen Metal-Größen erwartet die Fans mit SUMMER BREEZE LEGENDS & ORCHESTRA eine über 2,5-stündige Jubiläumsshow mit All-Star-Band, Orchester und Gaststars. Vom 18. bis 21. August 2027 wird Dinkelsbühl damit erneut zum Treffpunkt der Metal-Szene.

Alle bisher bestätigten Bands im Überblick:

SUMMER BREEZE LEGENDS & ORCHESTRA, Electric Callboy, Edguy, Saltatio Mortis, Children of Bodom, HammerFall, Halestorm, Wind Rose, Lord of the Lost, Eluveitie, H-Blockx, Swiss + Die Andern, Clawfinger, Kataklysm, Mono Inc., Warkings, Dark Funeral, Gloryhammer, Finntroll, Atreyu, Shadow of Intent, Emil Bulls, Equilibrium, John Bush – Celebrating The Songs Of Anthrax 1993–2003, Carnifex, The Browning, Gaerea, Long Distance Calling, Make Them Suffer, Mittel Alta, Any Given Day, Gutalax, Blue Medusa, Insomnium, Combichrist, Peeling Flesh, Anaal Nathrakh, Fleshgod Apocalypse, Primal Fear, Nasty, Burning Witches, Kupfergold, End of Green, Wolfheart, Legion of the Damned, Ellende, Angelus Apatrida, Abbie Falls, Samurai Pizza Cats, Necrotted, Left To Suffer, Evil Invaders, Hiraes, Lavina, Asenblut, Accvsed, Spitting Glass, Ahab, Sunborn, The Night Eternal, Defiance HC, Regarde Les Hommes Tomber und Capacopter.

Nachbericht und Fotos von Marco Liske und Lukas Pförtsch

Dieser Artikel wurde am: 20. August 2026 veröffentlicht.

Autor: Nessa Deleto

FOTOS von Summer Breeze

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