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Interviews

Veröffentlicht am: November 14th, 2019 | durch Florian Puschke

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„Insomnia“: Die Band Thanateros im Interview

Mit „Insomnia“ haben Thanateros ihr neues Album veröffentlicht. Wir haben uns mit Frontmann Ben über die Songs und weitere Themen unterhalten!

Moin zusammen. Wo erwischen wir dich gerade?
Ben: Moinsen. Ich hab gerade meine Kids in die Schule geschickt und mir nen Tee gemacht…

Für alle, die euch noch nicht kennen – stellt euch bitte kurz vor!
Ben: Wir sind THANATEROS – als Gothic-Folk-Rock/Dark-Metal Band im Jahr 2000 gegründet. Bis 2009 haben wir vier Alben veröffentlicht und waren viel unterwegs, bis ich die Band aus unterschiedlichen Gründen 2009 aufgelöst habe. Anfang 2019 erweckte ich THANATEROS mit neuen Mitstreitern wieder zum Leben. Wir haben gerade unser neues Album „Insomnia“ rausgebracht und freuen uns jetzt auf alles was nun so kommen mag.

Was hat euer Bandname zu bedeuten und wie kam er zustande?
Ben: Der Name THANATEROS ist zusammengesetzt aus den Namen der griechischen Gottheiten für Tod (Thanatos) und Liebe/Sexualität (Eros). Er bezieht sich auf den Chaos-Magischen Orden der „Illuminaten von Thanateros“, wobei zu bemerken ist, dass es sich bei THANATEROS um keine „Ordensband“ handelt, sondern um eine eigenständige und unabhängige Band. Ich beschäftige mich seit langem mit magischen Praktiken und auch dem Schamanismus und so kam es dann zur Namensgebung.

Mit „Insomnia“ ist gerade euer fünftes Album erschienen. Wie liefen die Arbeiten daran?
Ben: Ganz hervorragend. Wir haben uns nicht unter Druck gesetzt, sondern haben uns die Zeit genommen, die wir brauchten, um das – unserer Meinung nach – Beste herauszuholen. Nur unserem Produzenten Jens Busch sind wir dabei wohl manchmal etwas auf die Nerven gegangen. Aber zum Glück ist er die Gelassenheit in Person!

Wie kommt der Albumtitel zustande?
Ben: Der inhaltliche rote Faden auf „INSOMNIA“ sind Traumwelten und das Unterbewusstsein – Zustände, bzw. „Welten“ zu denen man oft nur im Schlaf Zugang findet. Wobei es im Schlaf oft sehr schwer ist bewusst zu bleiben – also die jenseitigen Sphären auf eine Art zu erleben, die es einem ermöglicht, auch im Wachen Nutzen daraus zu ziehen. Eine anhaltende Schlaflosigkeit kann aber durchaus in einen Zustand führen, der zwischen Schlaf und Wachsein liegt. Traumbilder steigen auf, man erhascht Einblicke „hinter die Mauern des Schlafes“, ist aber noch wach genug, um dies bewusst wahrzunehmen. „INSOMNIA“ steht somit für die Verbindung beider Welten – der wachen Welt die wir in unserer Kultur gemeinhin als „Wirklichkeit“ bezeichnen und der Traumwelt, den Gefilden unterhalb der Oberfläche.

Wie sieht ein Tag bei euch im Studio aus?
Ben: Da wir alles nach und nach aufgenommen haben, kann man das gar nicht verallgemeinern. Drums, Bässe und Gitarren haben wir selbst aufgenommen. Bei der Geige und den Gesängen war dann Jens, unser Produzent mit dabei. Das ging dann meist recht früh los, dann eine kurze Mittagspause und dann wieder ran ans Mikro und die Regler. Meist saßen wir dann bis spät in die Nacht, um schon mal Effekte suchen und Feinheiten auszuarbeiten.

Könnt ihr beschreiben, wie ein Song von euch entsteht? Oder gibt es da keine allgemeine Rezeptur?
Ben: Die Songs schreibe eigentlich alle ich. Wenn ich mich auf das Songwriting einlasse und die entsprechenden kreativen „Kanäle“ öffne, habe ich zu einer inhaltlichen Grundidee meist recht schnell einen relativ „fertigen“ Song im Kopf, den ich dann versuche umzusetzen: Ich programmiere die Drums, spiele Bass und Gitarren ein und programmiere die Geigenmelodien, bevor ich die Keyboards ausarbeite und die Gesänge aufnehmen. Interessant ist dann, was dabei herauskommt: Manchmal entspricht das Ergebnis genau dem Song, den ich anfangs im Ohr hatte und manchmal hat das mit meiner Grundidee kaum noch was gemeinsam, sondern hat sich komplett anders entwickelt. Wenn dann meine Idee fertig ist fällt der Rest darüber her: Jeder einzelne lässt seinen Stil miteinfließen, übernimmt die Vorgaben mal mehr und mal weniger genau, um sich am Ende mit dem Song identifizieren zu können. Und so bringt sich dann letztendlich jeder ins Songwriting mit ein.

Was liegt in naher Zukunft bei euch aus und was sind eure weiteren Pläne?
Ben: Wir werden den Winter über ein, zwei Videos produzieren, im Frühjahr eine zweite Single auf den Markt bringen und dann hoffentlich viele Konzerte spielen – Unsere Bookingagentur ist da schon fleißig am Werkeln. Und irgendwann geht es dann natürlich auch an die Planung einer neuen CD… Aber erstmal wollen wir jetzt „Insomnia“ bestmöglich unters Volk bringen 😉.

Welche Themen beschäftigen euch aktuell? Fließen die auch in eure Songs?
Ben: Natürlich beschäftigt wohl jeden von uns, was so auf dieser Welt passiert. Allerdings ist THANATEROS keine politische Band in dem Sinne, dass wir sozialkritische oder politische Botschaften in unseren Songs bzw. Texten verarbeiten. Nichtsdestotrotz beziehen wir ganz klar Stellung gegen jede Form von Gewalt, Hass, Ausgrenzung und Extremismus. Es ist schon erschreckend, was da gerade so abgeht und welchen Zulauf eine gewisse Partei hat. Als Band setzt sich THANATEROS somit ganz klar für einen respektvollen, von Achtung und Hilfsbereitschaft geprägten Umgang mit jedem Lebewesen ein. Jede Form von kleingeistiger, hasserfüllter Engstirnigkeit, die ihre Energie aus der Unterdrückung und Ausbeutung von Minderheiten und Schwächeren zieht, ist einfach nur scheiße! (entschuldigt bitte die Ausdrucksweise 😉 …)

Was bedeuten euch folgende Wörter?
Familie
Ben: Der wichtigste Rückhalt – meine absolute Basis.

Freunde
Ben: Lieber Klasse, in Form von „echten“ Freunden, statt Masse, in Form von Facebook o.ä. „Freunden“ – dann natürlich auch wichtig.

Freiheit
Ben: Das wohl höchste Gut, das aber durch so viele Zwänge immer wieder in weite Ferne rückt.

Live
Ben: Einer der Gründe, warum es THANATEROS gibt.

Social Media
Ben: Oje… – ein notwendiges Übel, dem man nicht entkommt, wenn man als Band vorankommen will. Für mich persönlich ohne jede Bedeutung.

Thanateros 2020
Ben: Viele, hoffentlich für alle beteiligten freudebringende Konzerte, neue Erfahrungen, neue Bekanntschaften und die Hoffnung auf ein Schritt-für-Schritt-weises Vorankommen.

Tough Magazine
Ben: Ein wichtiger Bestandteil der Musikszene, welches uns im Gegensatz zu vielen anderen Magazinen hoffentlich noch lange erhalten bleibt und das dankenswerter Weise Interesse an einem THANATEROS-Interview hat!

Vielen Dank, die letzten Worte gehören natürlich euch!
Ben: Danke euch, die ihr das Interview bis jetzt gelesen habt! Wir sehen uns auf Tour – Goth on!

Interview von Florian im November 2019

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