Zwischen Nostalgie und Neuanfang: Three Days Grace in Oberhausen!

Volle Halle, starke Stimmung und zwei Bands, die an diesem Abend genau wussten, was sie tun: Three Days Grace machten am 10. Juni mit ihrer Alienation Tour Halt in der ausverkauften Turbinenhalle Oberhausen und lieferten gemeinsam mit Catch Your Breath einen rundum gelungenen Konzertabend ab.

Den Auftakt übernahmen die Texaner Catch Your Breath. Die Modern-Metalcore-Band nutzte ihre 45 Minuten Spielzeit eindrucksvoll und zeigte schnell, warum sie aktuell zu den spannendsten Namen ihres Genres zählt. Mit schweren Riffs, eingängigen Hooks und einer überzeugenden Bühnenpräsenz hatte die Band die Aufmerksamkeit der Halle von Beginn an auf ihrer Seite.

Besonders bei „Dial Tone“ wurde deutlich, dass längst nicht alle Anwesenden ausschließlich wegen des Headliners gekommen waren. Zahlreiche Stimmen sangen mit, während sich vor der Bühne die ersten Moshpits bildeten. Catch Your Breath präsentierten sich selbstbewusst, eingespielt und deutlich größer als ein gewöhnlicher Support-Act. Entsprechend laut fiel der Applaus nach ihrem Set aus.

Nach einer kurzen Umbaupause betraten Three Days Grace die Bühne und übernahmen sofort die Kontrolle über die Turbinenhalle. Die Kanadier wirkten bestens aufgelegt und präsentierten sich mit einer Spielfreude, die sich direkt auf die Crowd übertrug.

Besonders spannend bleibt die aktuelle Konstellation mit Adam Gontier und Matt Walst. Statt unterschiedliche Bandphasen gegeneinander auszuspielen, nutzen beide Sänger ihre jeweiligen Stärken und verleihen den Songs zusätzliche Dynamik. In Oberhausen funktionierte dieses Zusammenspiel hervorragend.

Three Days Grace konzentrierten sich dabei nicht auf Nostalgie, sondern präsentierten einen Querschnitt ihrer gesamten Karriere. Härtere Momente wechselten sich mit emotionaleren Passagen ab, ohne dass der Spannungsbogen abriss. Einer der größten Momente des Abends folgte mit „I Hate Everything About You“. Die restlos ausverkaufte Turbinenhalle verwandelte sich in einen einzigen Chor, der zeigte, welchen Stellenwert der Song auch mehr als zwanzig Jahre nach seiner Veröffentlichung noch besitzt.

Für den emotionalen Gegenpol sorgte später „Lifetime“, das für einen der intensivsten Momente des Abends verantwortlich war. Die Aufmerksamkeit richtete sich vollständig auf die Bühne, während die Halle jede Zeile aufnahm.

Zum Ende zog das Tempo noch einmal spürbar an. Spätestens bei „Never Too Late“ wurde klar, wie eng die Verbindung zwischen Band und Crowd auch nach all den Jahren noch ist. Der Refrain wurde lautstark zurück auf die Bühne getragen und sorgte für einen der stärksten Momente des Konzerts.

Mit „Riot“ fand der Abend schließlich seinen passenden Abschluss. Noch einmal wurde gesprungen, gefeiert und mitgesungen, bevor Three Days Grace sich unter großem Applaus verabschiedeten.

Unterm Strich blieb ein Konzertabend, der von Anfang bis Ende funktionierte. Catch Your Breath bestätigten ihren Status als aufstrebende Größe der modernen Metalcore-Szene, während Three Days Grace eindrucksvoll unter Beweis stellten, warum sie auch nach über zwei Jahrzehnten noch zu den wichtigsten Namen des modernen Rock zählen.

Nachbericht und Fotos von Jaqueline Kos

Dieser Artikel wurde am: 17. Juni 2026 veröffentlicht.

FOTOS von Three Days Grace und Catch your Breath

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