Escalation Fest 2026 – Berlin, es ist Zeit zu eskalieren!

Nach mehreren Ausgaben in Oberhausen wagte das Escalation Fest 2026 den Umzug nach Berlin und gleichzeitig den Schritt nach draußen. Rund 9.000 Besucher kamen am 8. August in die Parkbühne Wuhlheide, um bei bestem Sommerwetter einen ziemlich abwechslungsreichen Festivaltag zu erleben. Das Line-up passte dabei perfekt zu Electric Callboy: ein bisschen verrückt, musikalisch kaum in eine Schublade zu stecken und irgendwo zwischen Dino-Metal, Rock, Piraten, 2000er-Nostalgie, Hardcore und elektronischem Metalcore angesiedelt. Für besonders motivierte Fans begann das Wochenende schon am Freitag. Beim ausverkauften Escalation Fest Foreplay im Huxleys sorgten Electric Bassboy für den ersten Abriss. Am Samstag konnte man die Vorbereitung auf den eigentlichen Festivaltag dann noch mit einer Loveboat Cruise auf der Spree fortsetzen. Wer danach noch genügend Energie hatte, machte sich auf den Weg in die Wuhlheide, ein ganzes Wochenende im Zeichen der Eskalation.

Pünktlich um 15 Uhr eröffneten Heavysaurus den Festivaltag. Metal spielende Dinosaurier, Pyrotechnik und Songs über Kaugummi und Pommesgabel funktionieren für Kinder erstaunlicherweise genauso gut für Erwachsene. Deutlich ernster wurde es mit The Hardkiss. Die ukrainische Band kombinierte Rock mit elektronischen und poppigen Einflüssen und brachte damit einen ganz anderen Sound auf die Bühne. Danach wurde es Zeit für Piraten: Alestorm verwandelten die Wuhlheide mit Pirate Metal, reichlich Blödsinn und riesigen Gummienten in eine ziemlich große Seefahrerparty. Vor der Bühne wurde es entsprechend voller, die ersten größeren Moshpits entstanden und natürlich machten sich auch aufblasbare Enten auf den Weg über die Köpfe der Besucher. Mit The Rasmus folgte anschließend eine kleine musikalische Zeitreise zurück in die frühen 2000er. Natürlich durfte In The Shadows nicht fehlen und dürfte bei einigen Besuchern Erinnerungen an Zeiten geweckt haben, in denen Musikvideos noch im Fernsehen liefen. Neben dem Klassiker gab es aber auch aktuelleres Material und damit eine kurze Verschnaufpause vor dem härtesten Auftritt des Tages. Denn dann kamen Paleface Swiss. Breakdowns, Moshpits, Crowdsurfer und innerhalb kürzester Zeit kompletter Ausnahmezustand vor der Bühne. Lieben wir! Wer die Schweizer schon einmal live gesehen hat, dürfte davon wenig überrascht gewesen sein. Wer sie noch nicht kannte, wusste spätestens danach Bescheid.

Electric Callboy – zwei Stunden Ausnahmezustand

Um 20:15 Uhr war schließlich Zeit für die Gastgeber. Electric Callboy machten ziemlich schnell deutlich, dass sie bei ihrem eigenen Festival natürlich nicht vorhatten, sich zurückzuhalten. Knapp zwei Stunden lang gab es Metalcore, Elektro, absurde Outfits und eine Produktion, bei der eigentlich permanent irgendetwas blinkte, brannte, explodierte oder durch die Luft flog. Neben bekannten Songs wie Hypa Hypa, Pump It, Ratatata und We Got The Moves stand natürlich auch das neue Album TANZNEID im Mittelpunkt, das erst einen Tag zuvor erschienen war. Songs wie The Way You Are zeigen ziemlich gut, warum Electric Callboy inzwischen eine musikalische Kategorie für sich sind: Erst klingt es verdächtig nach 90er-Boyband, kurz darauf bekommt man die nächste Metalcore-Abrissbirne um die Ohren. Klingt merkwürdig, funktioniert aber erstaunlich gut. Bei Spaceman gab es außerdem prominente Unterstützung aus Berlin: Finch kam als Überraschungsgast auf die Bühne und performte den gemeinsamen Song zusammen mit Electric Callboy.

Nach dem Konzert wartete schließlich noch eine Überraschung auf die Band selbst. Für das Album TEKKNO gab es Gold für 100.000 verkaufte Einheiten in Deutschland. Ein ziemlich passender Abschluss für das erste Escalation Fest in Berlin (und hoffentlich nicht das letzte).

Fazit

Das Escalation Fest 2026 hat gezeigt, dass das Konzept auch außerhalb von Oberhausen hervorragend funktioniert. Die Parkbühne Wuhlheide war für die erste Open-Air-Ausgabe eine passende Location und auch das Wetter spielte mit: Sonne, angenehme Temperaturen und weit und breit kein Festival-Schlamm – kann man so nehmen. Bleibt am Ende nur eine Frage: Wo wird 2027 eskaliert?

Nachbericht und Fotos von Constantin Greif

Dieser Artikel wurde am: 19. August 2026 veröffentlicht.

Autor: Nessa Deleto

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