Ein Indoor-Festival mitten im Hochsommer? Das Impericon Festival 2026 hat eindrucksvoll bewiesen, wie sinnvoll dieses Konzept sein kann. Während draußen Temperaturen von über 35 Grad herrschten, bot die klimatisierte Messehalle zumindest phasenweise eine willkommene Abkühlung. Abseits der beiden abwechselnd bespielten Bühnen sorgten Signing Sessions, Merch-Stände, der Ninja-Parcours und natürlich die legendäre Erdbeerbowle für das gewohnte Festivalfeeling. Wer zwischendurch eine kleine Pause vom Moshpit brauchte, konnte auf der Tribüne Platz nehmen und die Konzerte entspannt mit bester Sicht verfolgen. Auch kulinarisch war für jeden etwas dabei – von Pommes und Bier bis zum beliebten Langos.
Freitag: Ein Auftakt nach Maß
Den Start in das Festivalwochenende machten Get The Shot, die bereits früh die ersten Moshpits entfachten. Kurz darauf verwandelten Gutalax die Halle mit einem Meer aus Klobürsten in das wohl ungewöhnlichste Bild des Tages. Nach dem kraftvollen Auftritt von The Pretty Wild legten Boundaries mit einer ebenso intensiven Show nach und hielten die Stimmung konstant auf Höchstniveau. Future Palace präsentierten Songs ihres neuen Albums Resurgence und machten gleichzeitig Lust auf die bevorstehende Tour. We Came As Romans hielten das Energielevel anschließend konstant hoch, bevor Bloodywood mit ihrer Mischung aus Metal und traditionellen indischen Klängen für einen der abwechslungsreichsten Auftritte des Tages sorgten. Black Veil Brides spannten mit ihrer Setlist den Bogen von ihren frühen Veröffentlichungen bis zum aktuellen Album. BABYMETAL begeisterten anschließend mit einer perfekt abgestimmten Show voller Energie und eindrucksvoller Choreografien. Den krönenden Abschluss des ersten Festivaltages lieferten Architects. Trotz der anhaltenden Hitze feierte das Publikum die Briten bis zum letzten Ton.
Für einen emotionalen Höhepunkt des Tages sorgte die Ankündigung des ersten Headliners für das Impericon Festival 2027: Lorna Shore kehren im kommenden Jahr nach Leipzig zurück. Ob die auffällig vielen Lorna-Shore-Shirts bei den Surprise-Band-Shirts bereits ein kleiner Hinweis darauf waren, dürfte wohl ein Geheimnis bleiben.
Samstag: Trotz Hitze volle Eskalation
Auch am zweiten Festivaltag ging es direkt zur Sache. Escape The Madness machten als Sieger des Band Contests den Anfang, bevor Saviourself und Cabal direkt die nächsten harten Töne folgen ließen. The Browning verwandelten die Halle mit ihrer Mischung aus Metal und elektronischen Einflüssen in eine einzige Party. Direkt im Anschluss feierten I Killed The Prom Queen ihr Debüt beim Impericon Festival und lieferten mit ihren Breakdowns den perfekten Soundtrack für Mosh- und Circle Pits. Dying Wish knüpften nahtlos daran an und sorgten für den nächsten kompromisslosen Härtepunkt. Sleep Theory überzeugten mit einer energiegeladenen Show und zahlreichen Mitsingmomenten. Danach übernahm Lionheart das Kommando und sorgte mit unzähligen Crowdsurfern sowie dem vermutlich größten Circle Pit des gesamten Wochenendes für einen der spektakulärsten Festivalmomente. Für einen stilistischen Kontrast sorgten Mehnersmoos, deren Auftritt zu den ausgelassensten Partys des Wochenendes gehörte. Landmvrks knüpften als erster Headliner des Abends nahtlos daran an und unterstrichen einmal mehr, warum sie zu den Publikumslieblingen des Impericon Festivals zählen. Den Schlusspunkt setzten schließlich Rise Against. Mit einem mitreißenden Headliner-Auftritt verabschiedeten sie das Publikum in die letzte Festivalnacht und sorgten für einen würdigen Abschluss eines außergewöhnlichen Wochenendes.
Meine Highlights
Meine persönlichen Highlights waren ganz klar I Killed The Prom Queen, Lionheart und Mehnersmoos. I Killed The Prom Queen haben mit ihrem Comeback ordentlich abgeliefert, Lionheart sorgten für absolute Eskalation vor der Bühne und Mehnersmoos bewiesen einmal mehr, dass zwischen all dem Metal auch eine ordentliche Party nicht fehlen darf.
Wir sehen uns 2027
Das Impericon Festival 2026 wird vor allem als eine der heißesten Ausgaben der Festivalgeschichte in Erinnerung bleiben. Gleichzeitig bewies das Wochenende einmal mehr, was das Festival ausmacht: ein vielseitiges Line-up, eine leidenschaftliche Community und zwei Tage voller Moshpits, Crowdsurfer und unvergesslicher Live-Momente. Mit der Bestätigung von Lorna Shore als erstem Headliner für 2027 ist die Vorfreude auf die nächste Ausgabe bereits groß. Wir sehen uns am 25. und 26. Juni 2027 wieder in Leipzig.
Nachbericht und Fotos von Constantin Greif
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