Uwe Lulis Project – Analog

Manchmal braucht es offenbar erst eine Pandemie, damit etwas Neues entsteht.

Während andere in der Corona-Zeit Sauerteigbrote gebacken haben, begann Uwe Lulis wieder Songs zu schreiben. Aus diesen Ideen entstand das Uwe Lulis Project, das nach seinem Ausstieg bei Accept endgültig zur Hauptsache wurde.

Und schon der Albumtitel macht klar, wohin die Reise geht.

"Analog".

Das ist kein Marketing-Gag, sondern Programm.

Keine KI, keine überproduzierte Hochglanzplatte und kein Sound, der auf TikTok-Kompatibilität getrimmt wurde. Stattdessen echte Instrumente, echte Drums und Songs, die auch mal Ecken und Kanten haben dürfen.

Zum Glück.

Denn genau das macht den Charme des Albums aus.

Musikalisch bewegt sich die Band zwischen Rock und Metal, schaut aber immer wieder über den Tellerrand. Mal wird es düster, mal fast schon gothic-lastig, dann wieder geht es mit ordentlich Druck nach vorne. Besonders „Faust“, bei dem ASP als Mephistopheles mitmischt, gehört zu den spannendsten Momenten der Platte.

Überhaupt wirkt "Analog" angenehm unberechenbar.

Da gibt es klassische Rocksongs wie „The Drive“ oder „The Battle“, aber eben auch einen herrlich schrägen Horrortrip wie „Midnight In The Night Of Ghosts“, bei dem man seinen Teddybären nach dem Hören vielleicht lieber sicherheitshalber im Schrank einschließt.

Natürlich funktioniert nicht jede Idee gleich gut. Manche Keyboard-Passagen dürften Traditionalisten die Stirn runzeln lassen und nicht jeder Song bleibt sofort hängen.

Aber das Album hat etwas, das heute erstaunlich selten geworden ist:

Eine eigene Persönlichkeit.

"Analog" klingt nie wie eine Band, die irgendwem gefallen möchte. Es klingt wie vier Musiker, die einfach die Platte gemacht haben, auf die sie selbst Lust hatten.

Und genau deshalb macht das Hören Spaß.

Fazit:

"Analog" wird vermutlich nicht die Welt verändern - Muss es aber auch gar nicht.

Es ist eine ehrliche Rockplatte mit Charakter, guten Songs und genug Mut, auch mal links und rechts abzubiegen.

Dieser Artikel wurde am: 20. Juni 2026 veröffentlicht.

Autor: Nessa Deleto

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