Toundra – IV

Das neue  und nunmehr vierte Album der spanischen Instrumentalrocker erscheint bei Superball Music und beweist eindrucksvoll, dass es nicht immer Sprache und Texte braucht, um eine Geschichte einprägsam und authentisch zu erzählen. Mit „IV“ behalten die Herren ihren roten Faden bei der Benennung ihrer Machwerke bei, und reihen ihr neues Machwerk hinter den Vorgängern „I“, „II“ & „III“ ein.

Aber nun genug über die Namensgebung schwadroniert.  Bereits nach den ersten Sekunden des Openers „Strelka“ hängen sowohl meine Ohren als auch meine Gedanken wie festgezurrt an den Boxen meiner Anlage. Während zu Beginn der Tracks weitegehend sanfte und relaxte Klänge ihres Amtes walten, so bekommen zusehends alle Songs mit fortlaufender Spieldauer  immer mehr Energie und erzeugen förmlich einen auf Klängen basierenden Sog, der den Hörer gänzlich vereinnahmt. Wenngleich die Instrumentalstücke aller Voraussicht nach bei jedem Hörer und jeder Hörerin andere Gedankenreisen erzeugen, so erzählen die einzelnen Songs ursprünglich die Geschichte von zwei flüchtenden Füchsen aus einem brennenden Wald.  Diese von Menschen verursachte Katastrophe zwingt die beiden Tiere ihre Heimat zurück zu lassen und um ihres Lebens Willen, die Flucht nach vorne anzutreten. All die damit verbundene Hektik und Rastlosigkeit aber auch Traurigkeit und Schwermütigkeit versuchen die Jungs musikalisch zu verarbeiten und ich muss gestehen, es gelingt ihnen auf ganzer Linie.  Neben diversen Rhythmus- und Lautstärkenwechsel innerhalb der einzelnen Tracks, sorgen auch gekonnt eingesetzte Naturklänge, Streichinstrumente und Blechbläser für ein authentisches  musikalisches Abbild der sich auf der Flucht befindlichen Füchse.

Als absoluter Fan des Post Rock Genres kann ich diese musikalische Reise nur wärmstens weiter empfehlen und hoffe, dass die melodischen Spanier ihrer Line treu bleiben.

Review von Manuel Kreuzer

Dieser Artikel wurde am: 1. Februar 2015 veröffentlicht.

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