Ehrlich, direkt, kompromisslos: KREFTICH veröffentlichen ihr sechstes Album!

Mit „Keine Angst“ legen KREFTICH aus Dinslaken ihr sechstes Studioalbum vor. Fast drei Jahrzehnte Punkrock, aber Routine scheint ein Fremdwort zu sein. Die drei  packen in ihren Songs Themen an, die uns täglich begegnen: den Umgang mit Ängsten, eine überzogene Männlichkeit und Eskalation ebenso wie digitale Überforderung, Desinformation und soziale Abschottung. Es geht um Mechanismen der Ausgrenzung, Macht und Manipulation, aber auch Anpassung, Rückzug und Bequemlichkeiten. Dabei bleiben die Texte konkret, echt und auf den Punkt. Klare Sprache, nachvollziehbare Bilder und keine moralische Aufladung. Haltung entsteht nicht durch Parolen, sondern durch Konsequenz – etwa in Zeilen wie:

„Und wie können wir glücklich sein, wenn wir den Boden, auf dem wir stehen, ständig fester treten, ohne uns mal zu bewegen.“

 „Bis einer lacht, der dann gewinnt und sich dann alles von uns nimmt.“

Zwischen den gesellschaftskritischen Passagen rücken immer wieder persönliche und alltägliche Perspektiven in den Vordergrund. Zweifel, kleine Alltagsgeschichten und humorvolle Momente geben dem Album Luft.

„Keiner hat’s gesehen, niemand hat’s bemerkt. Ich hab mir im Rausch meine Besitztümer vermehrt.“

Musikalisch knüpfen KREFTICH nahtlos am letzten Album “Niemals stumm” an und gehen noch einen guten Schritt weiter. Treibende Gitarren, starke Bass-Riffs und ein Schlagzeug, das den Puls der Songs präzise definiert, treffen auf eine druckvolle, raue und unverstellte Produktion. Mal direkt und kompromisslos, mal ein unerwarteter Umweg, der noch schöner ans Ziel führt. Man spürt die Erfahrung, ohne dass Energie und Frische auch nur im Geringsten nachlassen.

„Keine Angst“ ist das Album einer Band, die ihren Standpunkt kennt und ihn nicht erklären muss. Es ist in sich geschlossen, konsequent und gleichzeitig voller Kontraste. Keine Rückschau, keine Pose, kein kalkulierter Effekt – nur Punkrock mit Haltung, Verstand, Ecken und Kanten. Wer auf melodiösen Deutschpunk ohne Retro-Inszenierung steht, sollte sich schon mal nach Ersatznadeln für den Plattenspieler umschauen.

Foto Credit: Offizielle Grafik

Dieser Artikel wurde am: 23. Mai 2026 veröffentlicht.

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