Als großer Fan hatte ich richtig Lust auf dieses Konzert. Nach dem Taubertal Festival 2025, auf welchem ich TBS schon sehen durfte, wollte ich sie unbedingt auf einer eigenen Headliner-Show live sehen. Schon die Album-Preview zum neuen Album klang für mich noch eine Stufe eskalierender als zuvor, was den Konzertbesuch für mich fast zur Pflicht werden ließ.
Wenn man The Butcher Sisters (TBS) grob vergleichen möchte, dann fühlt sich ihre Mischung für mich an wie: Trailerpark, nur nett, modern und mit deutlich mehr Metal-Einfluss. Dieses Chaos, diese Energie und dieser Humor. Live ist das Ganze einfach ein Erlebnis, ein gewagtes aber ein Erlebnis.
Callejon– endlich klare Worte!
Den Abend eröffnete Callejon. Nach dem üblichen Start und den ersten Songs wurde gemeinsam mit dem Publikum das Alphabet aufgesagt, bevor es richtig losging und dann entstand der erste Circle Pit des Abends. Callejon feuerten inhaltlich klare Botschaften ab: „Despoten, Nazis, Superreiche“ – und sie sprachen sich explizit gegen die AfD aus, unmittelbar gefolgt von „Schrei nach Liebe“, klarer kann man sich nicht positionieren! Die Band brachte außerdem die erste Crowdsurferin des Abends hervor, ein Vorgeschmack darauf, was später noch kommen sollte.
TBS– Safe Space mit Eskalation und Humor
Schon früh im Set machten TBS deutlich, dass ihr Konzert mehr ist als nur ein Gig: TBS ist ein Safe Space. Kein Raum für Ausgrenzung, dafür jede Menge lautstarke Gemeinschaft. Mitten im Set wurde aus dem Nichts ein Bier hervorgezaubert, wobei aus dem Nichts nicht ganz stimmt, es war ein Zauberhut. Direkt im Anschluss ging es thematisch weiter mit „Bierdurst“, der live genauso funktioniert wie auf Platte.
Mein Highlight des Abends war das Rennen der beiden Sänger zur B-Stage, bei dem nicht nur gelaufen wurde, sondern aufblasbare Booten zum Einsatz kamen. Das führte zwar zu einem kleinen Kollateralschaden – Strupps Mikro ging danach/dadurch kaputt –, doch dieser Moment war einfach TBS pur: chaotisch, absichtlich überdreht und mit einem Augenzwinkern inszeniert.
Mitten im Set kam es zu einer völlig surrealen Situation: Bei einem riesigen Pit bzw. einer Wall of Death quer durch die Stadthalle welche schon am Brodeln war und der Ausbruch nur noch auf den Start der Instrumente wartete, zündete die Band einen Rickroll der wohl alle Fans kalt erwischt hat.
Der Abend mit TBS in der Stadthalle Fürth war genau das, was ich mir erhofft hatte: laut, skurril, politisch und voller Gemeinschaftsgefühl. Callejon machte klar, wo sie stehen, und eröffnete den Abend mit Energie und klaren Botschaften. TBSselbst übertrafen diese Energie, indem sie ihr Set mit Humor, unvorhersehbaren Momenten und einer ganzen Reihe klassischer „TBS-Momente“.
Nachbericht und Fotos von Lukas Pförtsch.
Setlist The Butcher Sisters:
Bierosaufus Ex
UGA UGA BAM BAM (kurz)
Herr Dokter Bierdurst Reiner
Sonnenbrille White Monster
Klettergerüst @ B-Stage Cityroller
Bauchtasche Der Nudelsong
Detlef D Soost (with Callejon) Freitag
Genie in a Bottle (Christina Aguilera cover) Mein Stern
Drachentöter Baggersee
Setlist Callejon:
Metropolis
Palmen aus Plastik (Bonez MC & RAF Camora cover) Tor des Todes
Schrei nach Liebe (Die Ärzte cover) Snake Mountain
Porn from Spain 2
Noch offene Tourtermine:
27.02.2026 – Köln – Palladium
28.02.2026 – Offenbach am Main – Stadthalle Offenbach
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