A Perfect Circle überzeugen mit besonderem Konzerterlebnis in München!

Nach sieben langen Jahren sind A Perfect Circle zurück auf den Bühnen Europas. Die von Billy Howerdel und Maynard James Keenan angeführte Band machte u.a. in München Station. Eine beinahe filmische Bühnenshow, die Ansage der Band, vor dem letzten Song keine Fotos und Videos zu machen und ein (für das oft kritisierte Zenith bemerkenswert) guter Sound machten den Abend dabei zu etwas absolut Besonderem.

Aber eines nach dem anderen: Die französische Künstlerin Jehnny Beth, die das Konzert eröffnete, lieferte zu Beginn eine tolle Show ab – auch wenn ein großer Teil des Publikums noch gar nicht angekommen war. Und das, obwohl bereits beim Sprechen zu hören war, dass ihre Stimme angeschlagen klang. Die Künstlerin sprach es selbst an und entschuldigte sich dafür – doch auf ihren Auftritt schien es sich kaum auszuwirken.

Kurz bevor A Perfect Circle die Bühne betraten, war mehrmals eine Durchsage zu hören: Fotos und Videos seien strengstens verboten, wer dagegen verstieß, würde aus der Halle verwiesen. Was daraus folgte, war ein Konzerterlebnis, das sich deutlich von anderen unterschied.

Im Hintergrund der Bühne dominierte eine große Leinwand, davor befanden sich drei Plattformen, auf denen Greg Edwards, Josh Freese und Maynard James Keenan standen. Alle drei waren kaum zu erkennen, eingehüllt in Dunkelheit und eine geheimnisvolle Atmosphäre. Im Vordergrund und deutlich besser ausgeleuchtet standen dagegen Bassist Matt McJunkins und Billy Howerdel, der mit den ersten Gitarrenklängen von „The Package“ den Abend eröffnete.

Bevor drei Songs aus Eat the Elephant folgten, begrüßte Maynard das Publikum und bat erneut darum, die Handys in den Taschen zu lassen und das Konzert lieber live zu genießen. Wer wollte, könne beim letzten Song Fotos machen oder Videos aufnehmen. Tatsächlich hielt sich das Publikum überraschend gut an diese Vorgabe.

Zwischen Publikumslieblingen wie „Weak and Powerless“ und „Rose“, weniger beliebten Songs wie „Kindred“ oder dem Mix von „3 Libras“ sowie einer Coverversion von John Lennons „Imagine“ baute sich Stück für Stück eine ganz besondere Atmosphäre auf. Eine Atmosphäre, die mit Tausenden hochgehaltenen Smartphones kaum möglich gewesen wäre.

Auch Maynards Stimme überzeugte: intensiv, klar und tief. Fast vollständig im Schatten verborgen, mit wenigen Bewegungen und noch weniger Worten an das Publikum, transportierte er die für seine Stimme typische Emotionalität. Die perfekte Ergänzung zu einer instrumentalen Show auf höchstem Niveau.

Die Musik ging weiter, bis mit „The Outsider“ – einem der Höhepunkte des Abends – der erste Abschied der Band kam. Zehn Minuten später kehrten die Musiker für die Zugabe zurück und spielten vier weitere Songs, darunter die neue Single „Starless“, die nur wenige Tage vor Beginn der Tour veröffentlicht worden war.

Danach richtete Maynard dann doch noch einige Worte an das Publikum: Danksagungen, ein paar Vorstellungen – und schließlich folgte der Hinweis, dass nun tatsächlich der letzte Song komme und die Handys hervorgeholt werden dürften. Und dann erklang „Judith“. Kraftvoll, zeitlos, monumental.

Dass ich selbst dabei kein Video von „Judith“ gemacht habe, liegt daran, dass mich A Perfect Circle daran erinnert haben, dass es manchmal mehr wert ist, einfach den Moment zu erleben und die Erinnerungen lieber im Kopf festzuhalten.

Nachbericht und Fotos von Melvin Núñez

Dieser Artikel wurde am: 14. Juni 2026 veröffentlicht.

FOTOS von A Perfect Circle und Jehnny Beth

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