Zwischen Ohrwurm und Gesellschaftskritik: DER OLE über „PIANOMANN“

Am 10.07.2026 erscheint mit PIANOMANN nun die erste neue Veröffentlichung seit drei Jahren. Der Song ist Ohrwurm, Tanznummer und gesellschaftlicher Rundumschlag zugleich. Zwischen Globulis, Gendersprache und weiteren Reizthemen legt DER OLE den Finger in die Wunden. Produziert wurde das neue Lied von dem ehemaligen PLANLOS- Frontmann Pino Avanzato.

Hi Ole, was oder wer ist der „PIANOMANN“ ?

Der Pianomann ist ein Synonym für das Wesentliche. Und ich habe schon seit vielen Jahren das Gefühl, dass die meisten Menschen vergessen haben, was im Leben wirklich wichtig ist. Mich eingeschlossen. Das Lied beinhaltet ja irgendwie alle möglichen Themen, die einen nerven oder die in irgendeiner Form völlig schwierig und abstoßend sind. Und dennoch bleibt Platz für ein Lachen oder für ein bisschen Bewegung. Das mag ich auch.

Welches Thema ist denn zum Beispiel ein Thema, welches dich nervt?

Ich bin kein Fan von Gendersprache. Ich finde, Sprache sollte Inhalte transportieren und nicht komplizierter werden als nötig. Insbesondere denke ich da auch an Menschen, die die deutsche Sprache gerade erlernen. Wenn andere das gut und richtig finden, dann ist das für mich okay. Ich lehne diese Künstlichkeit für mich ab. 

Gibt es eine Zeile im Song, die dir besonders wichtig ist?

Ja. Es ist die Zeile über den Hagenbeck- Zoo in Hamburg. Ich habe festgestellt, dass die Geschichte dieses Zoos in der Gesellschaft kaum bekannt ist. Dabei wurden dort früher Menschen aus fernen Ländern im Rahmen einer Völkerschau ausgestellt, als Kannibalen vermarktet. Ich war vor zwei Jahren in dem Zoo und war ziemlich entsetzt, dass man sich mit der Geschichte scheinbar öffentlich nicht mehr auseinandersetzt.

Warum hast du dich entschieden, „PIANOMANN“ genau jetzt zu veröffentlichen?

Weil ich euphorisch bin. Ich denke, dass es eines der drei besten Lieder meines Lebens ist. Und weil ich Sorge habe, dass meine eigene Euphorie abflachen könnte, wollte ich das jetzt unbedingt.

Nicht zuletzt durch deine Zeit als „Massendefekt“- Frontsänger warst du durch die deutsche Punkszene sehr geprägt. Wieviel Punk ist noch übriggeblieben?

Die Szene hat sich verändert. Die Zeiten sind anders als damals. In der Musikwelt ist Punk meistens ein Marketing- Gag. Ich kenne viel zu viele Bands, die sich als Punkrocker verkaufen, aber im privaten völlig anders sind. Heuchlerei kann Platten verkaufen. Ich bin trotzdem noch mehr Punk als die meisten, die ich kenne.

Arbeitest du schon an neuen Songs oder einem größeren Projekt (Album)?

Ne, ich warte mal ab, was alles passiert und worauf ich Lust habe. 

Interview von Thorsten
Foto Credit: Der Ole

Dieser Artikel wurde am: 10. Juli 2026 veröffentlicht.
Autor: Thorsten

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