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Interviews

Veröffentlicht am: Mai 26th, 2019 | durch Florian Puschke

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Randale: Sänger Jochen im „Kinderkrachkiste“-Interview

Mit „Kinderkrachkiste“ hat die Kinderrock-Band Randale ihr neues Album veröffentlicht. Wir haben uns mit dem Sänger Jochen Vahle über die neuen Songs, die Hintergründe und weitere Themen unterhalten.

Moin, wo erwischen wir dich gerade?
Jochen: Bin gerade mit dem Abendbrot fertig. Es gab tatsächlich Frikadellen, Wurst und Toast. Nur Kekse und Kakao waren nicht dabei.

Das neue Album heisst „Kinderkrachkiste“ – wie seid ihr denn auf das Wort gekommen?
Jochen: Es ist einfach ein schönes Wort. Da kann man super mit rumspielen und es singt und schreit sich gut. Es geht bei dem Song ja um die Freude am Krachmachen und den manchmal an uns geäußerten Vorwurf „wir wären einfach nur laut und hätten sonst nichts zu bieten“. Stimmt natürlich nicht.

Was darf denn alles in so einer Kiste sein bzw was passt nicht rein?
Jochen: Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Das passen alle unsere Instrumente rein, ein Haufen Eimer aus dem Baumarkt und alles, was so schön laut sein kann.

Wie liefen die Arbeiten im Studio dieses Mal? Alles wie immer oder gab es Überraschungen?
Jochen: Im Studio war alles wie immer. Hochkonzentriert und trotzdem mit viel Spaß und Quatsch. Wir nehmen jetzt immer im wunderschönen Watt Matters Studio in Lämershagen auf. Eine umgebaute alte Bruchsteinscheune. Da fühlen wir uns sehr wohl. Gesangsaufnahmen, Mix und Mastering wird dann immer in Gütersloh in Erhard Kanickis Travellerstudio gemacht. Der Produziert uns seit 2004, kennt alle unsere Stärken und Schwächen und kitzelt immer das Richtige aus uns heraus. Aber der Weg bis zu dem Zeitpunkt wo es an die Aufnahmen geht, der war diesmal ein bißchen holpriger als bei anderen CDs von uns. Keine ahnung warum, aber wir haben uns mitunter schwer getan, Ideen zu finden oder umzusetzen oder beides. Allerdings sind wir mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Sehr sogar.

Randale – Kinderkrachkiste

Thematisch ist es dieses Mal kein Konzeptalbum wie beim Vorgänger „Randale im Krankenhaus“ – jetzt gibt es einen bunten Mix und es geht von der Polizei über ein wunderbares Wal-Lied bis zum Schwimmen lernen. Oder doch? „Randale im Alltag“?
Jochen: Nach dem Krankenhaus-Album und der thematisch ja ebenso klar eingegrenzten DORNRÖSCHEN-Musik, wollten wir unbedingt ein Album machen mit allem was uns so in den Sinn kam. Eine bunte Kinderkrachkiste eben. Bei „Randale Rock´n´Roll“ oder beim „Punkpanda“ gab es ja auch einen bunten Themenmix…. das macht mich als Texter und uns als Komponisten einfach sehr frei.

Ihr habt euch dieses Mal auch gewagt, mehr andere Musikstile mit einzubauen. Wie bei „Meine Familie“, „Abendbrot“ oder „Trompete“. Sagt uns bitte, wie es dazu kam? War das von Anfang an geplant oder kam euch der Gedanke erst später?
Jochen: Wir haben uns musikalisch ja noch nie eingeengt. Das macht ja den Reiz dieser kleinen Kapelle aus. Einfach machen worauf man Bock hat. Dann kommt eben viel wildes Zeug dabei heraus. Das macht sooooo viel Spaß. MetalPunkReggaePopRockSka und noch viel mehr. So soll es bei Randale sein. ABENDBROT war ein wirklich reines Zufallsprodukt und der letzte Song, den wir für das Album geschrieben haben. Das kann man so nicht planen. BLITZ & DONNER allerdings war von Anfang an die Idee mak Heavy Metal für Kinder zu machen.

Ein nie kleiner werdendes Thema: Rassismus. Auch ihr habt mit dem Song „Böse Wörter“ euren Teil dazu beigetragen – allerdings so, dass der Rassismus an sich nicht erklärt wird (was ich persönlich sehr stark gelöst finde). Habt ihr euch damit schwergetan, dieses Thema auf einer Kinderrock-Platte zu bearbeiten oder wolltet ihr einfach mal das Wort „Scheisse“ aussprechen? ;-)
Jochen: Scheisse muß Scheisse genannt werden. Ganz einfach. Die Idee dazu kam, als uns nach einem klaren Statement von uns auf Facebook tatsächlich Nachrichten erreichten, wir hätten eine lustige Kinderband zu sein und sollten uns bitte ansonsten aus allem raushalten. Das spornt einen natürlich noch mehr an. Niemand darf den Mund halten, Rücken gerade und laut und deutlich Tacheles reden. Gerade beim Rassismus so wichtig. Aber auch Themen wie die steigende Umweltverschmutzung, die Plastikflut im Meer (im Song WILLI WAL) wollten wir mal in einem Song verarbeiten. Wir glauben, dass man damit Kinder erreichen kann. Übrigens ist wegen „WILLI WAL“ auch diesmal das komplette CD Cover aus Pappe und ohne Plastik. Und auch alle anderen Randale CDs werden jetzt nach und nach vom Plastik befreit (bei den neuen Auflagen). Jeder muß mitmachen, sonst erreichen wir alle nix.

Wie darf man sich einen Konzert-Nachmittag mit euch vorstellen?
Jochen: Es soll im besten Falle eine große Party für alle Beteiligten werden, Für Kinder, Eltern, Großeltern und alle anderen. Ein Rock,- und Punkkonzert mit viel Spaß und Augenzwinkern. Allerdings in einer für Kinderohren angepassten Lautstärke. Mit Stagediven und Crowdsurfen (PUNKPANDA PETER macht es vor), hüpfen, gröhlen, klatschen, schreien.

15 Jahre Randale – habt ihr euch das vorstellen können, als ihr 2004 angefangen habt? Wie geht ihr damit um?
Jochen: Der Erfolg von Randale macht uns sehr glücklich. Wir hätten nie damit gerechnet, dass wir mit dieser Band und dieser Idee so sehr ins Schwarze treffen. Stell dir vor, ich kann seit 5 Jahren tatsächlich gut von dieser Band leben. Das ist mein BERUF!!! Wir versuchen bescheiden und verantwortungsvoll damit umzugehen, die kleinen und großen Fans nehmen das sehr ernst und das ist schön. Wir sind glücklich damit und hoffen, dass es noch ein bißchen so weiter geht.

Bitte beende folgende Sätze.
Randale geben ein Konzert am Abend für die Eltern, wenn…:
Jochen: …der Elternabend angesagt ist. Wir haben das schon mal gemacht. Unter anderem auch mal als support für die BOLLOCK BROTHERS im Gleis22 in Münster. Aber ehrlich gesagt fehlen uns die Kinder da doch ein bißchen. Am besten sind so Konzerte in echten Rockclubs mit einem bunt gemischten Familienpublikum mit Indi-Punk-Metal Hintergrund. Im Chez Heinz in Hannover oder im Lagerhaus in Bremen oder der Fabrik in Hamburg. Das macht soooo viel Spaß.

Wir lieben Hasen, weil…:
Jochen: …Hasen einfach cool sind. So richtig coole Mümmelmänner und -frauen. Ganzen Tag auf Gras und die Ohren müssen wir denen auch nicht mehr langziehen. Perfekt.

Es gibt endlich ein Randale-Brotbrett, wenn…:
Jochen: …alles schon in Arbeit. Fürs Albumcover haben wir ja ein echtes Brandzeichen bauen lassen, die Brettchen sind schon im Lager und bald findet ihr sie im Shop.

Das Schönste an Kindern ist…:
Jochen: …ihre Ehrlichkeit. Ihre Fähigkeit ganz Kind zu sein. Und ihre ganze Art und Weise jedem Augenblick das Richtige zu geben.

Was bedeuten euch folgende Wörter?
Familie:
Jochen: Egal ob deine Familie aus Vatermutterkind besteht, aus Vatervaterkind, Muttermutterkind oder aus einem sehr engen Freundeskreis, einer Clique, einer Gang oder einer Band…. sie umgibt dich und hält dich fest!

Nachwuchs:
Jochen: Ohne Nachwuchs gibt es kein Morgen. Gilt für alle Lebensbereiche.

Empathie:
Jochen: Der Dalai Lama sagt: „Gehen wir voller Mitgefühl auf andere zu, setzen wir der Einsamkeit ein Ende.“ Ohne Emphatie ist alles nichts.

Bielefeld:
Jochen: Unsere Heimatstadt und in Deutschland so ideal geographisch gelegen, dass wir überall schnell hinkommen. Wior kommen immer gerne nach Hause. Bielefeld ist ZU HAUSE.

Tough Magazine:
Jochen: Ist ein ambitioniertes und gelungenes Fanzine mit den etwas anderen Fragen. Weiter so!

Danke, die letzten Worte gehören dir.
Jochen: Wir hoffen, dass wir mit der „Kinderkrachkiste“ viele Menschen erreichen und glücklich machen. Wir freuen uns auf die Tour und die Konzerte!

Interview von Florian im Mai 2019

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