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Interviews

Veröffentlicht am: Oktober 29th, 2021 | durch Florian Puschke

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Planlos: Die Punkrock-Band im ausführlichen Interview

Da haben ganz viele drauf gewartet. PLANLOS sind wieder da! Auch wenn das Comeback schon vor 2 Jahren beschlossen war, hat es einige Zeit gedauert. Wieder stand etwas im Weg. CORONA ist sicherlich kein Name, über den PLANLOS ein Liebeslied verfassten würden. Wohl eher F*** Dich!!! Ganz im Stil der Single zum neuen Album. Aber so schnell bekommt man PLANLOS nicht klein. Auch wenn das Release-Konzert verschoben wurde, dürfen wir uns freuen. Auf eine Herbst-Tour und auf ein neues – und wahrhaft fettes – Album. PLANLOS sind PLANLOS sind PLANLOS. Mit dem selbstbetitelten Album werden die Jungs genau dem gerecht, was man von ihnen erwartet hat und auf was man sich freuen kann. Wir haben Frontmann Pino einige Fragen zum Album, zur Tour und zu vielem anderen gestellt. Seid gespannt auf die Antworten.

Hey ihr Lieben, schön dass ihr euch die Zeit fürs Interview nimmt. Wobei erwischen wir euch gerade?
Pino: Beim proben für die Tour, Promo für die Platte.

Mensch. Euer Comeback interview bei uns ist zwei Jahre her. Damals auf dem Balkon von Max und noch kein Corona in Sicht. Wenn ihr die letzten beiden Jahre in wenigen Worten beschreiben möchtet. Welche Worte würdet ihr wählen?
Pino: Verrückt, unwirklich, erholsam, ernüchternd und nervig.

Was hat euch in dieser Zeit positiv überrascht und was richtig angekotzt?
Pino: Wir waren sehr überrascht wie manche Menschen von denen man es nicht erwartet hätte in so einer Situation reagieren und agieren. Das fanden und finden wir echt bedenklich.
Positiv überrascht waren wir aber davon wie die Leute trotz vieler Verschiebungen von Konzerten usw. zu uns gestanden sind und sich weiter auf uns freuen.

Schon vor der Krise aber auch vor allem in der Krise habt ihr am Album geschraubt. Ein selbstbetiteltes Werk ist für Künstler*innen sicher immer ein besonderes Album. Wie kam es zum „Planlos“-Titel?
Pino: Wir haben lange überleg. Nichts hat irgendwie gepasst oder wäre dem Album gerecht geworden. Wir waren lange weg und wollten den alten Leuten sagen „Wir sind wieder da“! Und den neuen Leuten wollten wir uns erstmal höflich mit Namen vorstellen.

Als ihr euch an die Songs gemacht habt. Wann war dir, Pino, klar, dass du weiter PLANLOS Songs schreiben kannst? Du knüpfst ja mit dem Album direkt an Großtaten der Vergangenheit an.
Pino: Das ist wie Fahrrad fahren. Ich musste ja nichts erfinden. Planlos haben immer über das erlebte und das, was sie beschäftigt haben, geschrieben. Das war und ist das Rezept von Planlos. Sehr persönlich schreiben, die Hose soweit wie möglich runterzulassen, ohne Angst vor dem was kommt und wie andere darauf reagieren könnte.

Neben PLANLOS hast du ja auch LUCKY CHARM am Start. Beim Schreiben der neuen Songs: Wie viel LUCKY CHARM hat dich begleitet?
Pino: Gar kein Lucky Charm hat mich begleitet. „Lucky Charm“ ist „Lucky Charm“ und „Planlos“ ist „Planlos“. Das ist vom Songwriting ein ganz anderer Ansatz. Doch beides ist für sich für mich als Musiker sehr befriedigend.

Erzähl was zur Studioarbeitet. Bei welchem Song hattest du persönlich das Gefühl, dass jetzt der alte PLANLOS – Geist wieder da ist?
Pino: Der war von Anfang an da. Wir mussten ja nicht danach suchen, oder hoffen dass uns die Planlos Muse küsst. Planlos funktioniert immer gleich. Rezept: Lass raus was dich beschäftigt, untermale das Ganze mit einer Melodie die das Gefühl verstärkt und lass dabei die Hose ganz runter. Dann einen Guten Schuss Rotzigkeit, eine Fingerspitze Provokation und ein Hauch von Selbstironie. PLANLOS.

Welche waren die prägendsten Momente für euch im Studio?
Pino: Es lief einfach rund. Gute Songs gute Stimmung. Es hat sich einfach gut angefühlt die Songs aufzunehmen. Wir hatten durch Corona viel Zeit sorgfältig am Album zu arbeiten…und das haben wir mit Freude gemacht.

Ihr habt unglaublich viele Songs aufgenommen. So gibt es neben den 16 regulären Songs sogar noch eine Kassette mit Demo-Material. Songs, die es nicht aufs Album geschafft haben. Wie habt ihr da ausgewählt?
Pino: Wir haben uns im Proberaum getroffen und alles Material gemeinsam durchgehört und schriftlich bewertet nach diversen Kriterien. Am Ende sind die 16 Nummern dabei rausgekommen. Die Gesamten Songs müssen halt zueinander passen und eine Geschichte erzählen. Wir denken das ist uns hier mehr als gut gelungen.

Kommen wir zum Album. Der erste Song, „Die fetten Jahre sind vorbei“ wurde schon vorab ausgekoppelt. Aus welchem Hintergrund hast du diese Nummer geschrieben?
Pino: Jeder hat so seine eigenen Fetten Jahre. Dinge die einen sehr geprägt haben, die einen begleitet haben, die einem ein gutes Gefühl gegeben haben. Dinge die verlässlich waren, die einem Sicherheit gegeben haben. Die Dinge zu denen man sagt das war einen schöne Zeit oder ähnliches. Dinge sind vergänglich und man neigt dazu zu sagen dass es früher besser war. Früher war es nicht zwangsläufig besser. Früher war es anders. Die Jahre sind aber vorbei und es geht weiter und auch da können Fette Jahre auf einen zukommen. Man muss sich dem nur stellen.

Ähnlich vom Inhalt ist „Konsum ist geil“. Eine mega Nummer. Danke für dieses Stück. Was sind die Dinge, die dich am Konsumverhalten ankotzen. Kann man mit solchen Stücken was dran ändern?
Pino: Das ist gar nicht meine Absicht. Es ist nur eine Bestandsaufnahme wie wir Alle zum Teil heute Ticken. Ich finde Alles hat seine guten und schlechten Seiten. Alles was man übertreibt wird einem langfristig nicht gut tuen. Und alles vor dem man sich sperrt wird einem irgendwann zu Verhängnis. Ich für mein Teil denke es ist wichtig mit der Zeit zu gehen und für sich das Beste aus allem mitzunehmen. Aber man muss auf sich aufpassen das man sich nicht abhängig macht, sich nicht verliert oder darüber definiert wie viel Likes man hat oder der Gleichen.

Mal ganz anders vom Stil ist „Nimm mich mit“. Beschreibe, wie dieser Song entstanden ist? Welche Eindrücke haben dich zu der Nummer bewegt?
Pino: Die Nummer ist ja von Micha. Es gab den Text und ein Layout von ihm. Wir haben dann zusammen an der Musik gearbeitet und auch da war der Anspruch den Text bestmöglich mit der Musikalischen Stimmung zu unterstützen. Sehr schöne Nummer geworden.

Auch „Richtig wichtig“ ist eine Nummer, die zeigt, dass ihr nichts (und für alle da draußen: GAR NICHTS!!!) verlernt habt. Was ist für dich persönlich „Richtig wichtig“?
Pino: Freiheit! Und sich selbst treu zu bleiben, Sich selbst gerecht zu werden und sein Leben möglichst so gestalten wie man es sich vorstellt. Nimm immer einen Rat an und zieh dein Nutzen daraus. Aber lass dich nicht verbiegen und glaube an dich. Wenn du was wirklich willst, wirst du es erreichen. Und wenn es dennoch nicht erreichst, hast du es wenigstens versucht. Das ist mir wichtig!

Und was ist das Wichtige (für euch) an diesem Song?
Pino: Ihn geschrieben zu haben und anderen vielleicht Mut zu machen mehr an sich selbst zu glauben, mehr sie selbst zu sein ohne zu viel auf andere zu schielen. Denn das hat niemand nötig.

Das Planlos auch ganz leise ganz stark sind, habt ihr schon oft gezeigt. Nun mit „Deine Welt“. Welche Geschichte ist in diesem Song vergraben?
Pino: In dem Stück geht es um meine Tochter. Einer meiner tiefsten Wunden, die ich davon tragen musste.

Etwas selbstironisch geht es in „Il Siciliano“ zu. Ein Augenzwinkern auch in Richtung der Familie? Wie zufrieden war der Papa beim Studioaufenthalt? Gab es auch einen Chaos?
Pino: Ja, mein Vater wird jetzt immer mal wieder herhalten müssen. Als nächstes wir er bald in einem Video zusehen sein (Aber nicht zu diesem Song). Ich find es absolut authentisch und lustig ihn dabei zu haben. In gewissen Sachen sind wir uns doch sehr ähnlich. Ich glaube er findet es ganz gut hier und da mal mitzumachen. Wenn nicht wird er halt gezwungen (lach).

„Bye, Bye Heimat“ eine Hymne für das „neues sehen“. An wen geht diese Nummer raus?
Pino: Diese Nummer sagt nur das, egal wohin du auch gehst und wie weit du auch läufst. Es wird sich nichts ändern. Alles was dir Angst macht dein Unwohlsein in dir verursacht, nimmst du mit. Es ist in dir und nicht an einen Ort gebunden. Vor dir selber kannst du nicht fliehen. Man muss es schaffen seinen Frieden mit sich selbst zu schließen um für sich anzukommen. Das ist meine Erfahrung die ich machen musste.

Wir haben jetzt einige Stücke erwähnt. Hits gibt es aber deutlich mehr als die erwähnten Kracher. Welche Stücke sind für euch die wichtigsten?
Pino: Für mich persönlich ist es „Hand in Hand“, weil ich als Deutsch/Italiener dieses Thema mal aus der Mitte heraus beleuchten kann ohne dass es mir Krumm genommen werden kann. Mensch ist Mensch und Arschlöcher gibt es immer und leider überall. Aber genauso gibt es die guten Leute überall. Religion, Hautfarbe und Herkunft stehen uns bei diesem Thema nur im Weg. Ein Anfang wäre es, in unseren Pässen keine Nationalität mehr aufzuführen, sondern einfach „Mensch“. Das wäre ein Anfang.

Wenn du selbst die PLANLOS Alben durchgehst? Welches sind deine Top 3 Alben und warum?
Pino: Ich hatte schon immer den Anspruch das Beste zu dem anstehenden Zeitpunkt rauszuholen. Von daher hat jedes Album seine Berechtigung und dazu geführt wie das nächste klingen wird. Das eine hätte es ohne das andere nicht gegeben. Das sehe ich ähnlich wie ein Leben. Alles was man erlebt hat, ob gut oder schlecht, hat dich zu dem gemacht der du Heute bist. Und wenn du heute mit dir zufrieden bist hat das Alles Sinn gemacht. Ich bin es!

Das Album steht in den Startlöchern auch die Tour winkt uns schon zu. Auf was freut ihr euch beim Release?
Pino: Auf die Reaktionen der Leute. Das Album Live auf die Bühne zu bringen. Einfach darauf das es nun endlich losgehen kann und wir viele alte Bekannte und neue Gesichter wiedersehen.

Und was erwartet ihr von der Tour?
Pino: Das sie laut, dreckig und verschwitzt wird. Und das uns eine Menge Spass erwartet.

Nach dem Album ist vor der Tour. Und nach der Tour ist…? Was werden wir von den nächsten Monaten PLANLOS erwarten dürfen?
Pino: Wir haben noch einige Überraschungen auf Lager. Alles zu seiner Zeit. Aber eines kann ich schon sagen . . . ich schreiben bereits an neuen Songs, sowohl für Planlos als auch für Lucky Charm.

Kommen wir zum Schluss des Interviews zu Gedankenblitzen. Was bedeuten euch die folgenden Begriffe?
GrevenbrOI!ch
Pino: Hier sind wir aufgewachsen zur Schule gegangen und haben unsere Unschuld verloren.

Song des Jahres
Pino: Irgendwas von Matthias Reim.

Große Bühne
Pino: Viel Platz für nichts.

Gruß aus Ibiza
Pino: Noch immer einer unserer Lieblingssongs.

Hand in Hand
Pino: Nur so geht es! Anders kommen wir nicht weiter.

Chaos
Pino: Scheinbar bisher der Planlos Song für die Leute

Tough Magazine
Pino: Danke!

Bitte entscheidet euch mit Begründung.
Punkrock 2000 Vs Punkrock 2020
Pino: Für uns hatte Punkrock immer die gleiche Bedeutung – Früher wie Heute.

Planlos 2021 Vs Planlos 2000
Pino: Planlos 2021- weil wir nicht hängengeblieben sind.

Verraten und Verkauft Vs. Planlos S/T
Pino: Wichtig!

Düsseldorf Vs Köln
Pino: Beides schöne Städte. Wir sind froh in der Mitte zu Wohnen. So ist es zu beiden Städten nicht weit.

Wir bedanken uns bei euch für die Zeit, die ihr euch genommen habt? Natürlich gehören die letzten Worte euch. Also los :)…
Pino: Wir freuen und das es für alle wieder losgeht und wir endlich gemeinsam feiern können. Bleibt gesund und habt Spass am Leben. Wir sehen uns. Planlos.

Tatsächlich haben wir uns sehr gefreut, dass PLANLOS sich die Zeit genommen haben. Musiker, mit Spaß an der Sache. PLANLOS – Endlich geht es wieder los. Mit dem selbstbetitelten Album holen die vier Jungs mächtig aus und verpassen uns einige starke Hits, die wir schon bald gemeinsam in den Clubs singen dürfen. Dazu holt euch die CD / LP / Box beim Plattendealer des Vertrauens. Denn textsicher machen die Konzerte noch mehr Spaß als ohnehin schon. Ich freue mich drauf. Wir wünschen den Jungs nur das Beste und freuen uns auf weitere Projekte von mit PLANLOS.

Interview von Thorsten im Oktober 2021

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