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Interviews

Veröffentlicht am: April 18th, 2021 | durch Florian Puschke

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Omas Zwerge: Die Punkband im Interview

Also wenn die Gebrüder Grimm heutzutage noch am Start wären und Märchen schreiben würden, könnte man sicher mal eine Fortsetzung der Geschichte um „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ erwarten. Aber wäre Schneewittchen, nach all den harten Jahren mit den Zwergen, nicht schon ergraut? Eine Oma? Und wären es denn dann Omas Zwerge, mit denen sie sich eine WG teilt? Welche Musik würde in dieser WG laufen? All das sind Fragen, die wir nicht beantworten können (vielleicht auch nicht zu beantworten wagen). Deshalb haben wir uns dort umgesehen, wo wir uns auskennen. Die Punkband Omas Zwerge jedenfalls ist ein der Bands, die ich schon Jahrelang höre und deren Alben gehören zu diesen Veröffentlichungen, die mir den Tag verschönern. Guter, deutschsprachiger, melodischer und märchenhafter Punkrock, der gerne fortgeführt werden soll. Da die Jungs die Tage (am 9.4.21.) einen Live Song als Video auskoppeln, haben wir mal freundlich angeklopft (nennt man das so per WhatsApp? Mal wieder so eine Frage…) und waren froh, dass diese uns geantwortet haben. Freut euch auf das Interview mit Omas Zwergen, denn sie haben einiges zu erzählen. Es war schließlich einmal, dass die Jungs aus Essen, im Jahr 2000, eine Punkband gegründet haben …

Hey Ihr Lieben, schön dass ihr euch die Zeit fürs Tough Magazine nimmt. Wobei erwischen wir euch gerade?
Omas Zwerge: Ahoiii liebes Tough Magazine. Wir sind derzeit im Studio und arbeiten an neuen Songs ;-) Mit viiiieeeel Kaffeeeee.

Omas Zwerge als Bandname ist ja schon mal richtig geil. Klingt nach Funpunk, aber ihr seid mehr als das. Beschreibt mal, wo der Name herkommt?
Omas Zwerge: Diese Frage ist uns völlig neu ;-) So genau wissen wir das gar nicht mehr. Ich erinnere mich an einen wilden Abend in unserer Jugendzeit. Am nächsten Tag war der Name einfach da. Wir waren sofort in ihn verliebt und das ist heute noch so.

Ab und an liest man auch „O.Z.“? Wie nennt ihr euch nun? Eher Omas Zwerge oder eher „O.Z.“?
Omas Zwerge: Natürlich Omas Zwerge. Manchmal sind wir aber faul und kürzen es einfach ab ;-)

Für Leute, die eure Musik nicht kennen (da wird es langsam Zeit): Beschreibt mal euren Musikstil in fünf Sätzen?
Omas Zwerge: -Energetisch -Punkrock -Emotional -Aus dem Leben -Selbstironisch ;-)

Ihr seid seit 2000 aktiv, habt schon erfolgreiche EPs und Alben veröffentlicht und einige Konzerte aber auch größere Festivals gespielt. Was hat euch in den über 20 Jahren Bandgeschichte am meisten gefreut?
Omas Zwerge: Da gibt es so Einiges. Natürlich die Konzerte, die tollen Momente mit den Fans, die Extase auf und vor der Bühne, der gemeinsame Spaß aber vor allem unsere lange Freundschaft.

Und was hat euch traurig gemacht?
Omas Zwerge: Naja. Natürlich gab es auch traurige Momente. Wir sind natürlich mit einer riesen Portion Spaß und Naivität an die Reise gegangen. Irgendwann wurde uns aber auch die Verantwortung als Band bewusst, als ein Fan einen Abschiedsbrief an uns gesandt hatte. Er wollte sich umbringen und wir waren sein einziger Kontakt im Leben. Gott sei Dank hat er sich nicht das Leben genommen.

Welches eurer Idole durftet ihr über die Musik kennen lernen?
Omas Zwerge: Klasse waren natürlich die Treffen auf Festivals mit anderen Bands. Dazu zählen sicherlich Zebrahead, Sondaschule, Montreal und die Beatsteaks.

Und mit wem würdet ihr gerne noch zusammenspielen?
Omas Zwerge: Mit Madonna und Jesus ;-)

Kommen wir zu den Alben und Songs? Wie entstehen denn Songs der Omas Zwerge?
Omas Zwerge: Aus dem Bauch heraus. Das Gefühl wird in Musik und Text transformiert. Der Entwurf wird dann gemeinsam im Proberaum von allen bearbeitet.

Wenn man sich die drei Alben anhört, so erkennt man eine deutliche Weiterentwicklung. Jedes Album hat seinen speziellen Reiz (ich finde alle drei gut). Man spürt aber, wie die Songs komplexer werden. Wann kam für euch dieser Moment, Songs auch mit „elektronischen Spielereien“ aufzupeppen?
Omas Zwerge: Das war zum Album Stereopunk im Jahre 2009. Wir durften zum ersten mal mit professionellen Produzenten (Sascha Höhm und Arne Neurand) zusammenarbeiten, die unsere Musik mit uns weiterentwickelten.

Betrachtet man die Tracklisten der Alben, so erkennt man, dass ihr zum Beispiel Chantal auf zwei Alben ein Denkmal gesetzt habt. Was (um Himmels willen 😊) bedeutet euch Chantal?
Omas Zwerge: Rufe einfach 0190 666666 an. Dann weisst Du es ;-)

Schon die erste Scheibe zeigt euch in Bestform. Doch erklärt mal den Leser*innen was es mit der Abkürzung „D.K.S.O.I.K.U.G.D.P.B.V.Z.“ auf sich hat?
Omas Zwerge: Der Kaiser sitzt oben im Kolluseum und guckt dem Pöbel beim Verrecken zu. Poetisch ;-)

Natürlich ist auch „Punkrockradio“ ein Hit. Gerade auch, weil dieser (wir kommen später noch dazu) nun als Live-version veröffentlicht wird. Beschreibt mal den Hintergrund des Songs und was hat sich seitdem in Radiosendern geändert?
Omas Zwerge: Der Song entstand Ende der 2000er Jahre. Wir waren schon immer Leudde, die gerne laut Musik hörten, bis die Nachbarn sich beschweren. Wenn wir den Sound auch mit Haut und Haaren spüren, fühlen wir uns zu Hause. Heutzutage gibt es Gott sei Dank mehrere Punkrock-Radios. Dem Internet sei Dank ;-)

In welchen Radiosendern würdet ihr gerne mal gespielt werden?
Omas Zwerge: In allen, in denen die Zuhörer*innen den Rock´n´Roll lieben!

Wenn ihr auf dieses erste Album, mit dem schönen Namen „Rock´n´Roll, Freunde“ zurückblickt, was ist euch an diesem Album besonders wichtig?
Omas Zwerge: Es war unser erstes selbstfinanziertes Studioalbum. Ganz im Zeichen des DIY-Spirits!

Was würdet ihr heute anders machen?
Omas Zwerge: Nichts!

Meine erste Begegnung mit euch war das zweite Album: „Stereopunk“. Damals auch mit guten Kritiken versehen. Wie war das Gefühl für euch, zu merken, dass die Musik sowohl bei Fans aber auch bei Kritikern gut bis sehr gut ankommt?
Omas Zwerge: Das war natürlich ein schönes Gefühl. Wir waren auf dem richtigen Weg. Aber auch konstruktive Kritik ist uns immer noch wichtig.

Das Album feiert dieses Jahr zehnjähriges Jubiläum. Wie feiert ihr dieses?
Omas Zwerge: In Zeiten der Pandemie leider nur digital ;-)

Das Album hat schnelle Songs am Start aber auch mit „Sommernacht“ der „Nie mehr“ akustische perlen in der Trackliste. Was bedeuten euch diese langsamen Stücke?
Omas Zwerge: Wir sind und leben laute Musik und Punkrock. Aber mit „langsamen“ Songs lassen sich manche Emotionen ganz besonders zum Ausdruck bringen. Das ist ebenso ein Teil von uns.

Highlights aus diesem Album zu benennen ist schwer, da es durchgängig gut ist. Welche Songs sind für euch die wichtigsten, gerade in Bezug auf Konzerte?
Omas Zwerge: Das sind natürlich Klassiker wie Stereopunk und Für Immer. Songs, bei denen das Publikum mitsingen und tanzen kann, machen natürlich besonders viel Spaß. Aber wie gesagt spielen auch andere Emotionen wie Liebeskummer, Trauer und kritische Themen für uns eine Rolle.

Das, bis dato letzte, Album heißt „Wege Richtung Klarheit“ und kam (wenn ich es richtig im Kopf habe 😊) unter dem Namen O.Z. auf den Markt. Auffällig ist hier, dass ihr weiter euren Stil spielt aber insgesamt auch andere Genres bedient? Was war der Unterschied beim Schreiben der Stücke in Bezug auf die Vorgängerplatte?
Omas Zwerge: Es war gar kein großer Unterschied. Aber auch wir versuchen immer neue Ideen und Ansätze aus, damit unsere Musik für uns und unser Publikum spannend bleibt. Dabei bleiben wir unseren Wurzeln natürlich treu.

Neben vielen anderen Songs fällt auch „Nichts bleibt wie es war“ positiv auf. Unter anderem singt ihr hier den CD-Titel. Was hat es mit dem Song auf sich? Wo seid ihr froh, dass „Nichts bleibt wie es war“ und wo ärgert ihr euch über die ständige Änderung?
Omas Zwerge: Dieser Song ist uns sehr wichtig. Er beschreibt die stetigen Veränderungen des Lebens. Morgen kann schon alles anders sein, was das Leben jedoch sehr spannend macht. Es kommt nicht zum Stillstand und wir können uns jeden Tag weiterentwickeln.

„Wege Richtung Klarheit“ als Ansage. Wenn ihr es auf eurem Weg bezieht, was ist euch in all den Bandjahren klarer geworden?
Omas Zwerge: Was wir wirklich wollen. Unser Spirit. Aus Enttäuschungen und Niederlagen haben wir gelernt und dies hat unseren Blick fokussiert und geschärft.

Auf dem Album verbirgt sich auch eine mächtige Cover Version von „Ohne dich“. Wie kam der Song zu dieser Ehre?
Omas Zwerge: Wir haben in der Vergangenheit eigentlich nicht so viele Songs gecovert. Aber wir alle lieben diesen Song und haben einfach versucht diesem einen Hauch von „Punkrock“ einzuflößen. Das Ergebnis hat uns gefallen, so ist der Song auf der Platte gelandet. 😉

„Bang Bang“ wurde seinerzeit auch auf EP veröffentlicht. Was ist der Hintergrund hinter dem Song?
Omas Zwerge: Das hat mit dem Spirit des Ruhrpotts zu tun. Klare Kante, klare Worte und volles Leben ;-)

Die Vielfältigkeit der Band erkennt man gerade, wenn man hinter „Bang Bang“ dann „Randale Criminal“ hört. Welche Songs sind für euch schwerer zu schreiben?
Omas Zwerge: Songs schreiben ist immer eine Herausforderung. Aber gerade das macht den Reiz aus. Wenn deine Gefühl in einem Song zum Ausdruck kommt, ist der Song super!

Funktioniert diese Kombination auch live?
Omas Zwerge: Klar. Der rote Faden bleibt in allen Songs erkennbar.

Wir haben schon kurz das Wort „live“ angesprochen. Derzeit mit Corona nicht viel drin? Welche Absage hat euch am härtesten betroffen?
Omas Zwerge: Jedes Konzert, welches durch die Pandemie ausfiel tat weh. Aber dies gilt ja nicht nur für uns selbst, sondern auch für die gesamte Kulturbranche und vor allem den Fans.

Wie hat euch (privat und als Band) die Corona Krise getroffen?
Omas Zwerge: Wir nehmen die Pandemie natürlich sehr ernst und der gesundheitliche Schutz Aller hat immer Vorrang. Proben und Konzerte fielen aus, wir haben jedoch weiterhin regen digitalen Kontakt. Zoom sei Dank ;-)

Was denkt ihr, wann sehen wir uns wieder in Clubs?
Omas Zwerge: Wir hoffen, dass es Ende des Jahres wieder möglich ist, Konzerte in alter Form genießen zu können.

Ihr veranstaltet euer eigenes Festival? Welche Pläne habt ihr derzeit was das Festival angeht?
Omas Zwerge: Unser eigenes Festival ist natürlich ein wichtiger Teil unserer DNA. Wir vermissen es, aber werden es wieder durchführen, wenn die Pandemie im Griff ist!

Um das Live Feeling zurückzubringen, präsentiert ihr uns die Tage einen Live Track (inklusive Video)? Erzählt was über diesen Song: Wann war die Aufnahme? Warum gerade den (oben besprochenen) „Punkrock-Radio“ aus euerm Debüt?
Omas Zwerge: Die Live-Single kommt am 9.4.21 in die Stores. Punkrock-Radio ist ein Alltime-Favourite der Band und der Fans. Die Aufnahmen sind vom Omas Zwerge Festival 2018. So können wir allen wenigstens ein wenig Live-Spirit in diesen Zeiten darbieten.

Welche Songs aus diesem Event werden wir noch mit einem Video unterlegt genießen dürfen?
Omas Zwerge: Seid gespannt. Es kommt noch was ;-)

Wer spielt im Video neben euch die Hauptrollen?
Omas Zwerge: NATÜRLICH DIE FANS UND DIE FREUNDE!

Werden wir eine ganze Live CD bekommen oder was plant ihr?
Omas Zwerge: Es werden noch einiges Live-Songs kommen. Es wird eine Live-EP ;-)

Sicher denkt ihr darüber nach, ein weiteres Album zu schreiben. Auf was dürfen wir uns freuen? Gibt es schon einen konkreten Plan?
Omas Zwerge: Die Planungen und ersten Aufnahmen laufen. Es wird heiß heiß heiß ;-)

Habt ihr schon neue Songs fertig und dürfen wir schon eine Textzeile hören (praktisch als Teaser 😊)?
Omas Zwerge: Ihr werdet die Ersten sein, die einen Snippet bekommen ;-)

Wow, jetzt haben wir hier viel besprochen und ganz viele wahnsinnige Dinge aus dem Reich der Zwerge gehört. Lasst uns zum Ende des Interviews, noch ganz kurz märchenhaft werden. Wenn ihr tatsächlich in einem Märchen beschrieben werden würdet. Wie wäre der Titel dieser Geschichte?
Omas Zwerge: Die Geschichte von „Schneewittchens Rebellen“ ;-)

Und was bedeuten euch die folgenden Begriffe?
Band
Omas Zwerge: Freundschaft

Omas Zwerge Festival
Omas Zwerge: Spaß

Hawai(i)
Omas Zwerge: Sonne

Merkel und die Zwerge? Oder vielleicht Zwerkel?
Omas Zwerge: Haben sie noch nicht kennengerlernt ;-)

Interviews in Corona Zeiten
Omas Zwerge: Spaß und wichtig! Danke

Tough Magazine?
Omas Zwerge: Super Magazine und tolle Leute!

Wir bedanken uns bei euch für die viele Zeit, die ihr euch genommen habt! Natürlich gehören die letzten Worte euch, denn wenn sie noch reden können, dann…
Omas Zwerge: ….wünschen wir Euch allen Gesundheit und Glück! Passt auf Euch auf und dreht die Musik laut! ;-) Wir sehen uns bald auf den Bühnen der Republik wieder! We love YOU!

Tatsächlich haben Omas Zwerge was zu sagen. Wir freuen uns, dass sie sich die Zeit für uns genommen haben und sind uns sicher schon bald wieder zu sehen und zu hören. Tipp: Auf jeden Fall die Single anchecken und die Alben sowieso. Lohnt sich. Und wenn sie nicht im Backstage sind, dann rocken sie noch heute…

Interview von Thorsten im April 2021


Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss. Wir verlosen ein tolles Omas Zwerge-Paket, wie man es auf dem Bild erkennen kann. Liked unsere facebook-Seite, teilt den Beitrag öffentlich und schon seid ihr im Lostopf!

Mitgemacht werden kann bis zum 25.04.2021

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