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Interviews

Veröffentlicht am: April 30th, 2019 | durch Florian Puschke

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Ochmoneks: Die Band im „Da Capo“-Interview

Mit „Da Capo“ erscheint das neue Album der Punkrock-Band Ochmoneks. Wir haben uns mit Frontmann Dirk über die Songs und viele Hintergründe unterhalten!

Lieber Dirk. Vielen Dank, dass du dir die Zeit für das Tough Magazine nimmst. Wobei erwischen wir dich gerade?
Dirk: Moin, Du erwischst uns natürlich beim Proben und Bier trinken. Wir bereiten uns gerade auf die Tour im Sommer vor.

Der Name Ochmonek kannte ich bisher nur aus der Fernsehserie ALF. Sind die Nachbarn Trevor und Raquel Ochmonek entferne Verwandte von euch oder wie kam es zur Namensgebung?
Dirk: Der Name ist bei einer Wohnzimmer-Session bei Stefan entstanden. Im Nebenraum lief Alf und wir waren gerade auf der Suche nach nem Bandnamen. Als dann plötzlich Trevor im Wohnzimmer bei den Tanners stand, war der Bandname plötzlich da. Sowas kann man sich manchmal nicht aussuchen.

Ihr seid erst seit 2015 aktiv. Trotzdem habt ihr mit dem ersten Album schon einige Erfolge aufzuweisen. Rückblickend. Was fandet ihr gut / schlecht an der ersten CD.
Dirk: Das erste Album bedeutet uns als Band sehr viel. Wir hatten viele gute Momente damit. Ich denke daran, wie es sich angefühlt hat, als wir das erste Mal unseren Fortuna-Song im Stadion gehört haben. Mit „Alkoholfrei“ waren wir ein paar Wochen auf Platz 1 der Ruhrcharts und mit 1000 Jahre haben wir einige Partys gefeiert. Das waren schon wichtige Meilensteine für uns. Rückblickend müssen wir feststellen, dass es vor allem unsere hymnenartigen Balladen waren, die vielen von der IN DUR im Gedächtnis geblieben sind. Das wird sich mit dem neuen Album grundlegend ändern.

Die erste Scheibe hieß „In Dur“. Gab es auch die Überlegung, die zweite Veröffentlichung „In Moll“ zu nennen oder passt das nicht zu euren Songs?
Dirk: Das würde nicht wirklich passen. Die Message von IN DUR ist ja, dass das Glas bei uns immer halbvoll ist, auch wenn das Bier mal alle ist. Der Titel ist allerdings eher symbolisch gemeint. Das Album enthält tatsächlich auch Songs in Moll, wie zum Beispiel den Titel Track „In Dur“. Der ist nämlich tatsächlich in Moll.

Ochmoneks – Bis zum Abspann

Die Preise beim „Deutschen Rockpreis“ wie „Bestes Album“, „Bester Sänger“. Haben euch diese Preise ein wenig die Tür geöffnet für das große Studio (Principal Studios / u. a. Toten Hosen, Broilers), in dem die zweite Platte nun eingespeilt wurde?
Dirk: Der Kontakt zu den Principal Studios besteht schon wesentlich länger. Die Platte war schon eingespielt als wir die Preise entgegengenommen haben. An den Rock & Pop Preis denken wir gerne zurück. Eine geile Halle gefüllt mit jeder Menge verrückten Künstlern der verschiedensten Genres.

Wie seht ihr euch selbst als Punkband und gleichzeitig Preisträger?
Dirk: Wir gewinnen natürlich gerne Preise. Wer tut das nicht? Wir sehen uns auch nicht als klassische Punkband. Düsseldorfer Schubladen sind nicht so unser Ding.

In Düsseldorf als Punkband zu starten ist sicherlich nicht die einfachste Aufgabe. Wie werdet ihr in NRW wahrgenommen und unterscheidet sich das vom restlichen Bundesgebiet?
Dirk: Natürlich gibt es in Düsseldorf immer den Vergleich mit den lokalen Größen. Das lässt aber mit der Zeit nach. Wer uns kennt, der weiß, dass wir absolut eigenständig sind. Düsseldorf ist natürlich unser zu Hause, aber wir hatten auch schon sehr intensive Abende in anderen Städten. In Berlin geht zum Beispiel einiges.

Zu der neuen CD. „Da Capo“. Soviel wie „von vorne“. Fühlt ihr euch wie neu geboren oder warum wollt ihr von vorne anfangen?
Dirk: DA CAPO ist ne Freundschafts-Metapher. Zwei beste Freunde ziehen nach langer Zeit mal wieder zusammen los und lassen die alten Zeiten aufleben. „Alles nochmal von vorn“ sozusagen. Als der Song fertig war, wurde schnell klar, dass wir das Album so nennen müssen.

Ochmoneks – Brot & Salz

Zur neuen Scheibe: Wie sind die Songs entstanden?
Dirk: Die Songs sind über einen langen Zeitraum entstanden. Es gibt bei uns ein klares Muster wie die Songs entstehen. Es beginnt immer mit dem Text. Wenn Stefan was mit meinen Zeilen anfangen kann, dann vertont er sie. Bis so ein Ding dann richtig fertig ist, vergehen aber manchmal Monate. Insgesamt ist das Album erstaunlich vielfältig geworden.

Im Opener singt ihr „Irgendwann ist ein abgefucktes Wort für nie“. Gibt es das Wort „Irgendwann“ denn im Ochmonek Kosmos?
Dirk: Nein.

„Brot und Salz“ ist praktisch ein Song für euch selber. Eine echte Hymne. Welche Bedeutung hat für euch das Bandgefüge?
Dirk: Eine sehr große. Wir sind sehr viel zusammen unterwegs. Auch außerhalb von Gigs und Bandproben. Das ginge auch gar nicht anders. Wir könnten alle nicht mit Menschen auf der Bühne stehen, mit denen wir privat kein Bier trinken würden.

„Lass uns gehen“ haut um. Erzählt was zu dem Hintergrund von dem Song? Singlekandidat?
Dirk: Es freut uns, dass er Dir gefällt. Der Song erzählt eine Trennungsgeschichte. Beide wissen, dass das Ding gelaufen ist und keine Zukunft hat. Man will es nicht wahrhaben und dreht sich ewig im Kreis statt einfach auseinanderzugehen. Alkohol trägt in solchen Situationen natürlich auch nicht gerade zu einem geordneten Ende bei. Musikalisch sticht der Song ganz schön raus. Mal sehen wie der live so ankommt, dann entscheiden wir über sein Schicksal.

Gerade haben wir über Singlekandidat gesprochen. Auch „Bis zum Abspann“ rockt gut und ist praktisch ein Paradebeispiel für ein gutes Album. Warum dieser Song als erste Single? Gibt es hier eine Hintergrundinformation?
Dirk: Die Message des Songs passt perfekt zum Album und musikalisch ist wahrscheinlich nicht genau das, was viele von uns erwartet hätten. Ein perfekter Appetithappen also.

Ochmoneks – Bleib gefährlich

Es gibt das Gerücht, das auf dem Album auch Gastsänger aus Nordrhein-Westfalen enthalten seien. Was sagt ihr dazu?
Dirk: Das stimmt. Bei 3 Songs haben zwei prominente Gäste mitgewirkt, die allerdings nicht genannt werden dürfen. Es fällt uns nicht einfach, die Klappe zu halten weil wir die Bands der beiden seit Jahrzehnten hart abfeiern.

Nach dem Album Release geht ihr u. a. mit JBO auf Tour. Wie kam es zu dieser Support Geschichte?
Dirk: JBO ist ne großartige Band, mit der wir viele Erinnerungen verbinden. Die Tour war ne perfekte Fügung: Vito und die Jungs waren auf der Suche nach ner Support Band für die FEST VORGLÜHEN Tour und wir haben ein neues Album am Start. Wir haben JBO also gefragt ob sie uns gerne als Headliner supporten würden. Da konnten sie einfach nicht anders J.

Habt ihr vor auch eine eigene Tour zu spielen und falls ja, gibt es schon Termine?
Dirk: Frag uns im Herbst nochmal, da können wir vielleicht schon mehr rauslassen.

Wenn ihr euch eine weitere Band aussuchen dürftet, die ihr supporten könnten. Welche Bands wären hier Kandidaten?
Dirk: Guter Versuch. Wir werden hier aber keine Wunschliste veröffentlichen. Obwohl es die natürlich gibt! Letztlich muss es menschlich passen und die Fanbase muss kompatibel sein.

Was bedeuten euch die folgenden Begriffe:
Fortuna Düsseldorf: Inzwischen Teil der Bandgeschichte. Es gibt schlimmeres. Achso: Guter Verein und zurecht auch nächstes Jahr Erste Liga.

Pitcher: Das ist ne lange Geschichte. Andy kennt uns schon eine Weile und wir schätzen ihn sehr.

Punkrock 2019: So einfach kannst Du uns hier kein „Früher war alles besser“ entlocken. Wir kommen mit der Gegenwart ganz gut klar. Auch wenn sich 180g Vinyl besser anfühlt als ein iPhone.

Deutscher Rock & Pop Preis: Im Backstage gab es kein Bier, das hat uns irritiert.

Gin Dur: Außerordentlich guter Gin mit 52% Alkohol. Im Ernst, der schmeckt tatsächlich ziemlich geil. War ursprünglich als einmalige Sache zur VÖ der IN DUR gedacht. Inzwischen sind wir im dritten Jahr und das Zeug erfreut sich eines wachsenden Trinkfreundeskreises. Vielleicht gibt es dieses Jahr sogar ne DA CAPO Edition…

Vielen Dank für das Interview. Die letzten Worte gehören euch
Dirk: Wir sehen uns hoffentlich alle am 18.05. im Pitcher. Das könnte ein ziemlich guter Abend werden.

Interview von Thorsten im April 2019

OCHMONEKS LIVE 2019
03.05.2019 JENA, F-Haus (mit J.B.O.)
04.05.2019 BURG, Stadthalle (mit J.B.O.)
17.05.2019 KIEL, Pumpe (mit J.B.O.)
18.05.2019 DÜSSELDORF, Pitcher (DA CAPO Release Show)
01.06.2019 SOLINGEN, Wittstock Festival
07.06.2019 GÖRLITZ, Kulturbrauerei (mit J.B.O.)
08.06.2019 MÜNSTER, Sputnikhalle (mit J.B.O.)
09.06.2019 LINDAU, Club Vaudevile (mit J.B.O.)
28.09.2019 BAD COESFELD, Fabrik (mit Vier Promille)

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