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Interviews

Veröffentlicht am: August 27th, 2018 | durch Florian Puschke

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„Hallo Hoffnung“: ZSK im Interview

Also eines nehme ich mal direkt am Anfang schon vorne weg. ZSK sind:

Ziemlich

Sicher

Kult

Als ich die CD „Hallo Hoffnung“ das erste Mal hörte, war ich mal so richtig platt. Ich hatte zwar sehr viel Hoffnung in diese Platte, aber „Hallo Hoffnung“ hat jede Hoffnung in ein Monsteralbum deutlich übertroffen. Aber Hallo (Hoffnung)!

In unserer Review haben wir der Platte mit großer Überzeugung das Prädikat „All Killer – No Filler“ verliehen.

Da die CD jedoch von vorne bis hinten durch (punk)rockt haben wir uns erlaubt, nicht fünf Sterne, sondern dieses Mal fünf Iros zu verleihen.

Zudem haben wir zum ersten Mal in der „All Killer – No Filler“ – Geschichte, dieses Prädikat in „All Rocker – No Hocker“ umgetauft.

Im Rahmen des Karben Festivals hatte ich die Möglichkeit, ZSK in einem schönen Backstage Raum und bei einem entspannten Gespräch die Urkunden zu übergeben. Die Band empfang mich gut gelaunt und nach der Übergabe durfte ich mit Joshi und The Ace noch ein Interview zur Platte, dem Open Air aber auch zur Band im Allgemeinen halten.

Wie so oft entpuppen sich die Menschen hinter den Musikern, die auf der Bühne stehen, als intelligente und nette Leute, die es sicherlich wert sind, ihrer Musik Beachtung zu schenken:

Ziemlich

Starke

Kerle …

… diese ZSK – Jungs. Weiter so!


ZSK heute auf dem Karben. Was kann Karben von euch erwarten und was erwartet ihr von Karben?
Joshi: Ja ich hoffe, dass die hier gut durchdrehen können. Ich habe bisher nur Gutes gehört. Heute Morgen haben wir mit Swiss telefoniert und der hat gesagt, es war gestern sehr schön und ich hoffe, das können wir heute noch toppen.

Eine ZSK Setlist. Was unterscheidet hier Club-Shows und Festivals?
Joshi: Nur von der Setlist her? Na, in der Club-Show kommen die Leute ja nur wegen dir. Die richtigen Fans. Da kann man auch mal Lieder spielen, die du sonst nicht spielst. Songs, die die hartgesottenen Fans dann kennen und sich drüber freuen. Das kannst Du bei einem Festival nicht machen. Das wäre Quatsch. Die Songs kennt keiner, will keiner hören. Da muss man schauen, dass man die Hits bringt. Außerdem haben wir bei Festivals ja auch weniger Spielzeit.

„Hallo Hoffnung“ steht in den Läden und wird sowohl von Fans als auch Presse (unter anderem im Tough „All Rocker, no Hocker“) super angenommen. Hattet ihr im Vorfeld schon Hoffnung auf dieses Hallo (Hoffnung)?
Joshi: (Lacht) Hab‘ ich verstanden. Ja, hab‘ ich verstanden (lacht wieder) Ha! Ja, ich habe schon das Gefühl, das wir die Platte ganz gut gemacht haben. Es ist aber immer interessant, was andere darüber denken. Ob die das dann auch kaufen das kann man wirklich nicht wissen. Und das wir mal in den TOP 20 landen, das hätte ich wirklich nie gedacht. Das ist wirklich ziemlich verrückt und freut uns sehr. Auch die Plattenfirma ist sehr begeistert. Und das in Zeiten, in denen keiner mehr CDs kauft. Sehr gut.

ZSK – Hallo Hoffnung

Die Platte ist auf Rang 16 eingestiegen. Woran macht ihr dies fest. Ausgehungerte Fans nach drei Jahren Wartezeit…
Joshi: Ich würde einfach mal sagen, weil die Platte sehr gut ist.
Ace: Ich bin ja eingestiegen als die Platte schon fertig war und kann das relativ objektiv beurteilen. Ich persönlich finde, dass die CD eine etwas menschlichere Komponente hat und das ist wichtig. Auch sind die Lieder sehr unterschiedlich aber auch kraftvoll. Ich glaube, das gefällt den Leuten und ja auch ich finde die Platte sehr gelungen.
Joshi: Ja, gut dass es kein Rohrkrepierer geworden ist (lacht). Auch ist es toll, die Songs live zu sehen. Wie zum Beispiel „Es wird Zeit“. Du kannst ja einen Song selber noch so toll finden. Manchmal sind Sachen musikalisch super, kommen aber live überhaupt nicht rüber. Das ist bei den neuen Songs nicht so. Alles sehr cool.

Die Zeitspanne zwischen euren Alben ist eher groß. Dafür klingt alles wie aus einem Guss. Wie lange nehmt ihr euch Zeit zum Song schreiben, aufnehmen und herausbringen der Scheibe?
Joshi: Das Songschreiben. Ui, da haben wir uns dieses mal wirklich sehr viel Zeit gelassen. Wir haben auch oft so nebenbei Songs geschrieben und die dann aufgenommen. Mal paar Demos gemacht, die dann zur Seite gelegt. Später wieder angehört. Also wir haben bestimmt ungefähr anderthalb Jahre Songs geschrieben. Insgesamt 30 bis 40 Lieder und davon halt die besten rausgesucht. Nur die besten 15 haben wir aufgenommen.

Die neue CD klingt wieder sehr kämpferisch. Welches ist eure „wichtigste“ Textzeile auf dieser CD. Auf welche Zeilen seid ihr im Allgemeinen besonders stolz?
Joshi: Ok. Die wichtigste Stelle ist „Hallo Hoffnung bist du noch da“. Deshalb haben wir auch die Platte so genannt. Ich finde das diese Zeile die Gefühlslage, in der sich unsere Gesellschaft derzeit befindet, ziemlich gut trifft. Und ne Textzeile auf die ich besonders stolz sind ist „Ich bin ganz sicher ich finde es gefährlich so kriegst du nie einen Schluckspechtpokal“. Das man das mal in einem Lied unterbringen kann. Schon Wahnsinn. Habe ich im Übrigen von den Simpsons (lacht).

ZSK – Es wird Zeit

„Halte durch“ ist eines der Highlight auf der Platte. „Und im hellen Schein der Flammen wärmen wir uns auf“. Warum kommt die Kaminfeuerrromatik bei diesem Knaller nicht wirklich durch?
Joshi: Ja, weil es einfach die Flammen von Barrikaden sind, die da brennen.

Mit „Die besten Lieder“ haben ZSK aber ganz schön die Hosen an. Wie kam es zu dem Song und wie kam dieses Lied auf diese kämpferische Scheibe?
Joshi: Wir mögen es halt auch, manchmal Quatsch zu machen. Es ist einfach ein ironisches Lied, das sich ironisch und kritisch mit den Saufliedern auseinandersetzt. Wir machen uns über Sauflieder lustig, indem wir einfach selber ein Sauflied schreiben. Ich fand es ganz witzig. Ist auch aus ner Bierlaune heraus entstanden. Ja, ich fand es einfach witzig. Tatsächlich gibt es aber auch Leute, die das nicht verstehen und denken, „Hey, die haben jetzt ein Sauflied!“. Manche sagen „Yeaahhh, endlich ein Sauflied“. Andere dagegen „Das dürft ihr nicht. Das dürft ihr nicht machen“ (lacht).

Es müsste immer Musik da sein. Hier singt ihr von „diesem einen Moment“. Was wäre denn, wenn die Platte springen würde, und folgendes passiert oder nicht passiert wäre. Was wäre, wenn …

… die Mauer 1989 nicht gefallen wäre:
Joshi: Hey, dann gäbe es vielleicht viele besetzte Häuser nicht. Einige Menschen wären vielleicht auch nicht hierhergekommen.

… ZSK sich nicht aufgelöst hätten
Joshi: Keine Ahnung. Vielleicht wären wir dann alle in der Entzugsanstalt. Oder hätten alle mit 27 sterben müssen. Das ist ja auch voll angesagt. Ganz viele sind mit 27 gestorben. Amy Winehouse, Kurt Cobain, Morrison auch. Und noch irgendwer. Gibt voll die Verschwörungstheorie.

… Punk eine Religion wäre
Joshi: Dann wäre Ace auf jeden Fall der Pabst. (lacht)

… Joshi ein Angebot als TOTEN HOSEN Sänger bekommen würde
Joshi: Oh, das würde, glaube ich, nicht passieren. Das würde nie stattfinden, weil unser musikalisches Können sehr begrenzt zudem ist, was die Toten Hosen so machen. Aber das sind sehr angenehme Typen. Wir mögen sie sehr.

ZSK – Es müsste immer Musik da sein

Bitte vervollständigt die folgenden Sätze.

Hallo Hoffnung ist ein deutliches HERZ FÜR DIE SACHE, denn…
Ace: …thematisch die Platten sehr ähnlich.
Joshi: …und ee ist sehr viel Herzblut in die Platte reingeflossen.

Weil wir die gleichen Platten hören…
Joshi: …machen wir das ganze Ding seit 20 Jahren. Weil uns die Sache wichtig ist. Es gibt sicherlich andere Sachen, mit denen man gut Geld verdienen und gut leben kann. Aber uns ist die Sache einfach wichtig.

Nach KEIN BOCK AUF NAZIS machen ZSK KEIN BOCK AUF…
Joshi: …kein Bock auf die AFD.

ZSK 2018 startet beim Eurovision Songcontest, wenn…
Ace: …ich hier rausfliege (lacht)

Das Tough Magazine ist…
Joshi: ..natürlich eines unserer Lieblingsmagazine. Wir haben vorher keinen Preis bekommen. Aber hey. Heute ein Preis für das Album. Fünf Iros. Danke dafür. Das kommt in den Proberaum!

Danke für IV. Die letzten Worte gehören euch.
Joshi: Vielen Dank für den Support vom Tough Magazine. Und es war schön das wir uns mal persönlich kennen gelernt haben. Wir freuen uns auf heute Abend.

Interview und Bericht von Thorsten im August 2018

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