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Interviews

Veröffentlicht am: April 8th, 2020 | durch Florian Puschke

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AOP: Die Punkrock-Band im Interview

AOP… – AndiOliPhilipp oder was? Wer weiß? Auf jeden Fall Aber Ordentlicher Punkrock? –? Es gibt ja richtig schwierige Bandnamen! Bandnamen, von denen ich bis heute nicht weiß, wie man die richtig ausspricht. Es gibt aber auch Bandnamen, die aus Abkürzungen bestehen, deren Sinn ich nicht verstehe. Beides trifft sicher nicht auf die Band AOP zu. Obwohl ich hier früher bei AndiOliPhilipp (vor der Umbenennung in AOP) immer Probleme hatte, den Bandnamen richtig zu schreiben. Andi mit „i“ oder „y“? Oli mit einem oder zwei „l“? Philipp mit einem oder zwei „p“? Gar nicht so einfach bei der Band AndiOliPhilipp, die mir ab dem 22.01.09 und dem Erscheinen ihrer ersten Single „Mutter Theresa“ irgendwie immer wieder angenehm auffiel. Sowohl die Alben „Dein Radio“, aber auch das folgende „Deutschpunk.com“ hatten viele Hits am Start, die von Ärzte Fans (Zitat „Ich wär so gerne mit die Ärzte auf Tour“ im Song „Helge“) für Ärzte – Fans, aber auch sicher für HörerInnen guter deutscher Punk Musik geschrieben wurden. Doch dann der Schock. Nach zwei folgenden EPs „Schere“ und „AOP sagen Ciao“ lösten sich AOP auf, um dann wie aus dem Nichts 2018 mit einem Live Album zurück zu kommen. Und auch jetzt sind sie wieder aktiv. Ein Podcast auf ihrer Facebook Seite zeigt, dass die Jungs wieder Bock haben und ich persönlich hoffe da auch auf ein weiteres Werk. Wer weiß? Sehr gefreut habe ich mich, als AOP zugestimmt haben, dem Tough Magazine einige Fragen zur Band, zum Podcast, zu Plänen aber auch zu Deutschpunk und vielem mehr zu beantworten.

Hey ihr lieben von AOP. Schön, dass ihr euch Zeit fürs Tough Magazine nehmt. Wobei erwischen wir euch gerade?
Oli: Sehr gerne, vielen Dank! Ich sitze gerade im Home Office und bin auf dem besten Wege ins Wochenende.

Für Leute, die euch noch nicht kennen. Beschreibt eure Band in drei Stichwörtern und erklärt, warum ihr genau diese Stichwörter genommen habt.
Oli: Energiegeladen, ehrlich und kreativ – Daraus kann sich ja jeder selbst ein Bild machen.

AOP hießen früher AndiOliPhilipp. Wie kam es zur Umbenennung in AOP? Hat das AOP eine andere Bedeutung als die Vornamen?
Oli: AOP stand ja bekanntlich für unsere Vornamen. Nach dem Ausstieg von Andi, haben wir lange nach einem Drummer mit A gesucht, aber keinen gefunden. Jetzt steht AOP einfach für unsere Band, die aus drei Mitgliedern besteht.

Nach der Auflösung hat es einige Zeit gedauert, doch nach der Pause seid ihr mit einem Livealbum zurückgekommen. Andere Bands beenden ihr Schaffen mit einem Live-Album. Ihr dagegen startet einen neuen Anlauf. Wie kam es zu diesem Entschluss?
Oli: Viele Fans haben uns immer gesagt, dass sie uns live geiler finden als auf Platte. Und mit Stukki am Schlagzeug sind wir live in der Form unseres Lebens! Daher lag es nahe mit einem Livealbum zurückzukommen und diese neue Energie gleich festzuhalten!

Den Beginn eurer Karriere startet ihr mit der Single „Mutter Theresa“. Erzählt was über die Hintergründe des Stücks!
Oli: In dem Song geht es darum, die Welt um sich herum für eine kurze Zeit zu vergessen und einfach Spaß und Freude, also einfach eine gute Zeit zu haben.

Auch der Song „Dein Radio“ vom Debüt hatte Hitpotential. Was bedeutet euch dieser Song heute?
Oli: Tatsächlich spielen wir den Song gar nicht mehr so gerne live, obwohl er zu unseren bekanntesten Nummern gehört. Mit dem Song sind wir damals bei MTV gelaufen, von daher kann er nicht so schlecht sein (haha).

Auch „Ich will dich nicht verlieren“ sowie die Single „Du fehlst mir“ hatten Hitpotential. Was empfindet ihr 10 Jahre danach beim Hören oder Spielen dieser Stücke?
Oli: Vielen Dank für die Blumen! Beide Songs spielen wir nach wie vor live. „Du fehlst mir“ war lange Zeit der letzte Song unserer Konzerte und ist einer unserer Lieblingssongs.

Das erste Album war im Prinzip voller Hits. Hat euch der Erfolg damals überrascht?
Oli: Überrascht ist das falsche Wort. Wir waren damals Mitte 20, haben es geliebt, Konzerte zu spielen, waren fast jedes Wochenende irgendwo unterwegs und haben alles mitgenommen, was ging. Leider hat es damals mit dem ganz großen Wurf – dem großen Plattendeal – nicht geklappt. Es war aber rückblickend eine fantastische Zeit. Darüber werden wir auch in unserem Podcast sprechen.

Auch Rock am Ring hatte angeklopft. Auftritte bei diversen Festivals. Habt ihr diese Momente – in der Zeit ohne Band – vermisst?
Oli: Definitiv ja! Konzerte spielen haben wir sehr vermisst! Wenn du einmal bei einem Festival mittags um 3 vor Tausenden von Menschen spielst, die deine Texte mitsingen, dann denkst du immer wieder daran!

Nach dem ersten Album habt ihr euch etwas Zeit gelassen, um dann mit „Deutschpunk.com“ ein starkes Zweitwerk zu veröffentlichen. Wie habt ihr die Arbeit an diesem Album in Erinnerung?
Oli: Das war eine tolle Erfahrung. Wir haben die Scheibe in Hannover in den Horus-Studios aufgenommen, haben dort in einem Bandflat übernachtet und konnten uns voll und ganz auf die Produktion des Albums konzentrieren. Das hat sich angefühlt wie professionell Musik zu machen.

Wie kam es zu dem Albumtitel? „Deutschpunk.com“ ist ja beinahe so gut wie die punk.de – Seite. War die Internetadresse „Deutschpunk.com“ damals eigentlich noch frei?
Oli: Tatsächlich dachten wir damals, dass wir mit dem Albumnamen alles richtig gemacht hätten. Doch irgendwie war es so, dass uns die „richtigen, alteingesessenen Punker“ oftmals zu soft fanden und wir für viele andere „zu hart“ waren. Welches Dilemma, die Punkrockpolizei war also schon damals unterwegs (haha).

Der Song „Vom Gewinnen und Verlieren“ geht natürlich super nach vorne. Wie steht ihr heute zu diesem Titel? Könnt ihr hierzu rückblickend was Autobiografisches erzählen?
Oli: Der Song ist tatsächlich autobiografisch und handelt davon, dass einem von uns das Herz gebrochen wurde.

Beim zweiten Album brillieren auch langsamere, poppigere Songs wie „Hilf mir“ und „Meine Welt“. Was passt denn heute mehr zu AOP? Das erste oder das zweite Album?
Oli: Ich glaube, dass wir momentan schon wieder etwas härter sind als in Zeiten von „Deutschpunk.com“. Aber das heißt nicht, dass wir keine Balladen mehr schreiben. Wir haben da intern keine Regeln oder Vorgaben aufgestellt. Es kommt, wie es kommt!

„Wir hatten keine Idee, aber einen Traum“, so hören wir auf dem Live Album im Song „Vor ein paar Jahren“ sehr schnell eine Art Selbstreflektion. Was ist mit dem Traum, wenn ihr zurückblickt? Welche Momente waren traumhaft schön?
Oli: Da haben wir ja vorhin schon darüber gesprochen. Die Zeit rund um „Dein Radio“ war auf der einen Seite extrem, weil wir da z.T. über 50 Shows im Jahr gespielt haben, inklusive Rock am Ring, Hurricane, Southside etc. Aber auch die vielen kleinen Clubshows waren super. Wir haben die Zeit genossen. Das war wild und für diese Zeit sind wir sehr dankbar und blicken gerne zurück. Dennoch zählt das Hier und Jetzt und die Geschichte AOP ist noch lange nicht zu Ende erzählt.

Und welche Momente waren alptraumhaft übel?
Oli: Wir haben viele Fehler gemacht. Vor allem businesstechnisch! Ich will nicht zu viel verraten, denn genau darüber wollen wir in einer der nächsten Podcast-Folgen sprechen. Mit dem Deutschpunk-Album haben wir uns übel verschuldet!

Das Live Album wurde über Startnext finanziert. Das gesteckte Ziel wurde erreicht und sogar etwas mehr Budget wie benötigt. Hat euch die Reaktion überrascht oder hattet ihr vermutet, dass eure Fans noch da sind?
Oli: Das war phänomenal! Ich persönlich hätte wirklich nie damit gerechnet, dass es da draußen so viele Leute gibt, die uns so massiv unterstützen wollen. Unglaublich! Wir haben schon damit gerechnet, dass wir noch ein paar Fans haben, die auf was Neues von AOP warten, aber diese Unterstützung war echt grandios!

Aufgenommen wurde das Live Album nach der langen Pause. Direkt beim ersten Konzert. Comeback und gleichzeitig Aufzeichnung als Album ist gewagt, aber auch richtig cool. Wie nervös wart ihr bei diesem Comeback und dem Wissen, dass ihr eine Platte aufnehmt?
Oli: Du sagst es! Das war schon eine krasse Nummer. Wir hatten vorher noch nie live mit Stukki zusammengespielt. Das war eine Herausforderung und wir haben echt geprobt wie die Verrückten! Hat dann aber doch ganz gut geklappt, das Album ist geil geworden!

Wie zufrieden seid ihr heute mit dieser Scheibe?
Oli: Sehr zufrieden! Das war zu diesem Zeitpunkt genau das Richtige! Eine ausverkaufte Show vor vielen Menschen, die Bock auf AOP hatten. Besten Dank an dieser Stelle an die Jungs vom Geschrubb und Geschepper-Festival, die uns damals die Plattform gegeben haben!

Ab dem 03.04.20 läuft nun neu der DIE PUNKROCK-POLIZEI – DER AOP PODCAST. Wie kam es zu der Idee, einen Podcast zu machen? Was erwartet ihr hiervon?
Oli: Wir haben einfach Bock darauf! Und wir haben gerade während der Quarantäne sehr viel Zeit für die Band. Proben und live spielen ist gerade leider nicht möglich, also versuchen wir unsere Energie anderweitig zu nutzen. Böse Zungen behaupten, unsere Ansagen wären besser als unsere Songs (haha). Für all diejenigen gibt es jetzt also den Podcast! Im Ernst: Wir reden gern über Musik und haben über die Jahre auch viel vom Business mitbekommen. Das möchten wir mit unseren Fans teilen.

Wie viele Folgen sind geplant und was ist Inhalt der Podcasts?
Oli: Der Podcast erscheint alle zwei Wochen freitags. Ich habe es ja gerade schon angerissen. Es geht natürlich vor allem um Musik und um uns als Band. Anekdoten aus 20 Jahren Punkrock, besondere Erlebnisse, Tipps für junge Bands, aber auch einfach eine kurzweilige Unterhaltung für jedem, der sich ein bisschen für Bands interessiert.

Die „Punkrock Polizei“ an für sich ist ja ein Begriff, der viel Negatives (aber auch etwas Punkrock) in sich trägt. Wie seid ihr mit der Punkrock-Polizei, die eure Alben bewertet und sich über eure Songs äußert, verblieben?
Oli: Ja, die Punkrockpolizei ist immer und überall am Start. Das finde ich ehrlich gesagt auch ziemlich schade. Nicht nur dem Punk geht das glaube ich so, sondern auch vielen anderen Genres wie zum Beispiel dem Metal. Den einen sind wir zu soft, den anderen nicht real genug. Wir haben aber über die Jahre gelernt, damit umzugehen. Früher war das noch so, dass wir uns darüber Gedanken gemacht haben, wie wir bei den Leuten ankommen. Heute denken wir: Du findest uns gut – geil, vielen Dank. Du findest uns scheiße, okay, dann such dir ne andere Band. Kein Problem. Genau deshalb haben wir unseren Podcast ja auch so genannt. Wir drehen den Spieß jetzt um (haha).

Wen wünscht ihr euch denn als Präsidenten der Punkrock-Polizei?
Oli: Na ganz klar, wir drei. Stukki, Oli und Philipp. Als graue Punkrockeminenz (haha).

Freuen würden sich Fans sicher über ein neues Album. Live wurden schon neue Songs gespielt. Was kann man hier erwarten?
Oli: Wir sind am Songschreiben! Leider macht uns Corona gerade einen Strich durch die Rechnung, was das Proben betrifft. Soviel kann ich vielleicht schon sagen: Über kurz oder lang wird es neues AOP-Material geben. Wir machen uns da aber keinen Druck, vor allem keinen Businessdruck, denn da sind wir wie bereits erwähnt schon mehrmals auf die Fresse gefallen. Auch beim ausverkauften AOP-Wochenende, welches wir leider aufgrund der derzeitigen Situation verschieben mussten, hätten wir schon eine Handvoll neuer Songs gespielt. Also, liebe Leute da draußen: Habt noch ein wenig Geduld, aber stay tuned!

Bitte vervollständigt die folgenden Schlagzeilen.
„Die Ärzte tun etwas Besonderes und…
Oli: …sind einfach schon immer Die Ärzte.“

„AOP werden…
Oli: …weiterhin live Ärsche versohlen und geile Songs schreiben!“

„Die Bundeskanzlerin…
Oli: …macht derzeit einen guten Job!“

„Der Liebhaber des Jahres 2020…
Oli: …ist und bleib Christian Steiffen!“

„Deutschpunk.com…
Oli: …ist nach wie vor eine tolle Platte.“

Was bedeuten euch die folgenden Begriffe?
Monica Ivancan
Oli: Eine faszinierende Frau und Stargast in unserem „Dein Radio“-Video.

Weitergehen
Oli: Machen wir mit der Band immer! Frei nach Olli Kahn: Weeeider, immer weeeider!

Corona Krise
Oli: Zeigt uns Menschen mal wieder, dass wir doch nicht so allmächtig sind, wie viele von uns vielleicht denken!

Tough Magazine
Oli: Macht weiter so! Danke für den Support! Es ist toll, dass es noch solche Magazine gibt!

Vielen Dank für das Interview. Die letzten Worte gehören euch!
Oli: Wir haben zu danken! Bis bald wieder – checkt uns auf spotify und co und hört vor allem mal in den neuen PUNKROCK-POLIZEI-Podcast rein! Wir sehen uns irgendwann irgendwo live!

Wir vom Tough Magazine bedanken uns bei AOP für ein sehr spanendes Interview. Wer mehr über die Band, den Podcast und nähere Infos haben möchte, dem empfehlen wir (ebenso wie die Platten) die Homepage.

Interview von Thorsten


Wir verlosen 3×2 CD-Pakete der Band; darin enthalten sind „Dein Radio“, „Vor ein paar Jahren-Live“ und „Deutschpunk(Punkt)Com“. Liked unsere facebook-Seite, teilt diesen Beitrag und schon seid ihr mit im Topf. Wir melden uns bei den Gewinnern – viel Spaß!

Mitgemacht werden kann bis zum 15.04.2020

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