Fluppe – Beest

Mit „Beest“ veröffentlichten die Hamburger Jungs von Fluppe im März dieses Jahres ihr neustes Album, die darauf enthaltenen 10 Songs bewegen sich irgendwo zwischen Postpunk, Indierock mit Anleihen des in Großbritannien entstanden Shoegaze, aber auch Elementen der NDW. Ja, diesen Sound muss man selbst gehört haben und zeigt, Fluppe lassen sich nicht in eine Schublade stecken.

Ihre Debüt-EP „Billstedt“ erschien im Corona-Jahr 2020, mit „Blüte (2021)“ und „Boutique („2023)“ wurden 2 Alben veröffentlicht. Aber auch live waren Josef Endicott, Christian Klindworth, Antoine Laval und Lars Brunkhorst in dieser Zeit nicht untätig, sind sie doch beim Reeperbahn Festival aufgetreten, waren Support für Turbostaat und haben unermüdlich unzählige Club-Gigs gespielt.

Kommen wir aber nun zum aktuellen Album, man kann es als eine Achterbahn unterschiedlicher Gefühle und Gemütszustände beschreiben und, wie die Band es selbst ausdrückt, einen Querschnitt über die heutige Polykrisen-Gegenwart bildet. Der Opener „Sam Rockwell“ beginnt mit einer verklärten, ruhigen Akustik Melodie, welche sich langsam zum Höhepunkt im Refrain steigert. Die Nummer beschreibt einen inneren Kampf mit sich selbst und Zweifel an seinem eigenen Standpunkt in der Gesellschaft. 

Diese melancholische Stimmung wird auch im nachfolgenden „Cola und Chantré“ konsequent fortgesetzt, indem das Abstellgleis in der Gesellschaft zum gewünschten Sehnsuchtsort erklärt wird.

Mal düster und schwer mit rauer Schrammel-Gitarre, mal schon fast ungewohnt poppig oder wieder tief verträumt mit sphärischen Synthie-Klängen, auch die nachfolgenden Songs wie „Kreuzberg“,“ Dodgers“ oder „Alien Mystery“ fügen sich stimmig in das gesamte Album ein, ein ständig Chaos der Gefühle mit allen erdenklichen Hoch- und Tiefs.

Fazit:    

Zugegeben, das Album musste mich erst überzeugen, aber hat es das geschafft? Ich kann nur sagen, ich wurde sowas von überzeugt. Mit jedem erneuten Hören entdeckt man neue kleine Details im Klangbild, die Texte lassen viel Freiraum für Interpretationen und regen zum Nachdenken und vielleicht auch zum Infragestellen eigener Sichtweise auf Dinge in der Gesellschaft an. 

Aktuell befindet sich die Band auf Tour, wer die Jungs und die neuen Songs live erleben möchte, hat an nachfolgenden Terminen die Möglichkeit dazu:

11.04.26 Enschede (NL), Metropool (Marathon, Support)
24.04.26 Fürth, Kopf und Kragen 
25.04.26 Bamberg, Live Club
26.04.26 Bad Kötzting, Bahnhof 
27.04.26 München, Glockenbachwerkstatt 
28.04.26 Mainz, Schon Schön
29.04.26 Mülheim a.d.R., das Kaff
30.04.26 Trier, Villa Wuller 
01.05.26 Frankfurt, Dreikönigskeller
02.05.26 Freiburg, Slow Club 
12.05.26 Bremen, Eisen
13.05.26 Köln, Stereo Wonderland 
14.05.26 Oberhausen, Druckluft
15.05.26 Langenberg, KGB 
16.05.26 Berlin, Schokoladen 
30.05.26 Braunschweig, KufA Haus 
31.05.26 Leer, Zollhaus
11.07.26 Wohnste, Für Hilde Festival

Review von Florian Goergen

Dieser Artikel wurde am: 1. Mai 2026 veröffentlicht.

Autor: Nessa Deleto

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