Büchsenspecht – Absturz Altstadt

Ach, die zahllosen Wochenenden und Abende in der Altstadt, unbeschwert mit guten Kumpels in der Kneipe gesessen und ein paar Kaltgetränk an der Theke genossen. Dazu dreckige Rockmusik aus den Boxen und die Stimmung war perfekt. Ja, wer erinnert sich nicht gerne an solche Momente und natürlich war auch ab und an der ein oder andere Absturz dabei…

Aber warum erzähle ich das alles, nun ja beim Albumtitel „Absturz Altstadt“ und auch beim Bandname Büchsenspecht liegt es mehr als nahe, sich auf solche Anekdoten zu besinnen und in Erinnerungen zu schwelgen.

Doch wer sind eigentlich Büchsenspecht? Hierzu zitiere ich einfach mal die Selbstauskunft aus dem mir vorliegenden CD-Booklet: „Büchsenspecht gründete sich 2021 nach einem Geistesblitz bei Rheinkilometer 659. In druckvoller Punkrock-Manier bitten Malte (Gitarre, Gesang), René (Drums, Gesang) und Stefan (Bass, Gesang) seitdem auf die Tanzfläche, um mit erhobenem Mittelfinger auf aktuelle, gesellschaftliche Fehlentwicklungen aufmerksam zu machen“. Selfmade Punkrock aus Bonn City

Natürlich lassen sich die Jungs es nicht nehmen und widmen dem goldenen, isotonischen Durstlöscher aus Gerstensaft einige Tracks auf dem 14 Titel umfassenden Album: „Gentleman mit 3 Promille“, „Fruchtfliege im Pfandautomat“, „Mein Bier riecht nach Hund“ oder das abschließende „Wegebier“ lassen schon an den Songtiteln erahnen, wo die Kernkompetenz liegt. Wer jetzt aber denkt, das textliche Niveau liegt weit unterm Kiel, dem muss ich leider widersprechen, es sind halt lustige Fun-Punk Nummern, die einen gewissen Charme versprühen, solche Nummern haben schon bei anderen Bands wie beispielsweise den Abstürzenden Brieftauben prima funktioniert. 

Absturz Altstadt ist aber nicht nur vom Bierkonsum geprägt, auch gesellschaftliche Themen wie Vorurteile gegenüber Personen, mit denen man einfach nicht harmoniert (Arsch bleibt Arsch) oder das Konsumverhalten der heutigen Zeit (Keine Hobbys, kein Interesse, nur Konsum) werden in duften Punk-Nummern verpackt. Erfreulich hierbei ist, dass die Songs mit Melodie und Instrumentierung (höre ich da etwa ein Kazoo Solo auf „Der Typ am falschen Ort“?) abwechslungsreich sind und auch einen gewissen Stil-Mix zu bieten haben.

Fazit:

Ein solides Debut-Album haben die Jungs von Büchsenspecht vorgelegt, die Songs laufen gut durch und werden nicht langweilig. Der Produktion merkt man den Selfmade-Charakter schon etwas an, es fehlt an Punch und Durchsetzungsvermögen, der Sound kommt mir insgesamt dumpf vor. Aber seien wir fair, selbst die Debüts mancher großen Rockband klingen alles andere als brillant, von daher stellt das für mich kein Problem dar. Also, wenn ihr eine aufstrebende, deutsche Rockband unterstützen wollt, gebt Absturz Altstadt eine Chance.

Weiter Information, wie Live-Termine, Musikvideos oder die Möglichkeit, das Album käuflich zu erwerben, findet ihr unter:  www.büchsenspecht.de  

Review von Florian Goergen.

Dieser Artikel wurde am: 7. Februar 2026 veröffentlicht.

Autor: Nessa Deleto

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