Happy Birthday Itchy!!!
25 Jahre Bandgeschichte haben die drei Jungs aus Eislingen mittlerweile vorzuweisen und in dieser Zeit haben sie sich zurecht von der einstigen Schüler-Coverband zu einer festen Instanz in der deutschen Punk-Rock Szene gemausert. Zu Beginn noch als „Itchy Poopzkid“ unterwegs wurde dieser Zusatz 2017 über Bord geworfen, von da an tritt die Band nur noch unter dem Namen „Itchy“ auf.
Ja, und wo andere Bands zu solch einem Jubiläum Best-of Compilations oder eventuell ein neues Live-Album auf den Markt schmeißen, lassen die Jungs es sich nicht nehmen und beschenken die treuen Fans und natürlich auch sich selbst mit einem neuen Studioalbum.
„Happy Little Accidents“ enthält 12 Songs mit einer Laufzeit von etwa 38 Minuten und ist seit Oktober erhältlich.
Schon der Name lässt mich schmunzeln, ist er doch mit Sicherheit als kleine Hommage oder Anspielung an die lustigen kleinen „Unfälle“ gedacht, die das Leben so mit sich bringt und diese im Nachhinein die Karriere doch in die richtigen Bahnen gelenkt hat und die Jungs da hingebracht hat, wo sie heute stehen. Aber genug der Vermutungen, kommen wir nun zum eigentlichen Album.
Um den Gesamteindruck gleich vorwegzunehmen, auch nach mehrfachem Hören kann ich sagen, mir gefällt das Album verdammt nochmal richtig gut. „Itchy“ schaffen hier einen klasse Mix mit schnellen, punkigen Nummern, Ohrwürmer mit viel Melodie, aber auch etwas Melancholie und Momente zum Nachdenken dürfen nicht fehlen.
Der Opener „Tribute Song“ ist gleich ein erster Knaller, die Nummer überzeugt mit ordentlich Drive nach vorne und die kleine augenzwinkernde Referenz an die Pixies mit „Where is my mind?“ gibt der Nummer zusätzlich Charme.
Im gleichen Stil geht’s mit „Connecting the Dots“ und „Today“ weiter. Thematisch wandern beide Nummer auf gesellschaftlich kritischen Pfaden. Spricht erstere Nummer eher allgemein die Probleme der heutigen Gesellschaft an und die Hoffnung diese in den Griff zu bekommen, wird es in „Today“ persönlich. Es gibt keinen besseren Tag als aufzuhören sich mitreißen zu lassen und zu beginnen sein Leben umzukrempeln.
Und wenn wir beim Thema Ohrwürmer sind, „Kill the Party“ und das fast auf Augenhöhe liegende „Bleeding Heads and Heart Attacks“ sind solche Kandidaten, deren Refrain sich sofort sowas von im Gehörgang festsetzt. Hier zeigt sich die Stärke der Jungs für eingängige Melodien, welche sie ausnahmslos auf jedem Album umgesetzt haben.
Etwas sentimentaler wird’s mit „Oh Boy“, diese Nummer ist einem langjährigen Freund gewidmet, der den Kampf gegen den Krebs zu früh verloren hat.
Hymnenartig mit ordentlich Wohoo, wohooo‘s im Refrain endet das Album mit „Won’t back down“ und genau dieser Refrain wird das Publikum live mitgrölen, da bin ich mir sicher.
Fazit:
Dieses Geburtstagsgeschenk ist ein Volltreffer, anders kann ich es nicht sagen. Itchy zeigen auf diesem Album, dass sie erwachsen geworden sind und genau das machen, was sie seit 25 Jahren am besten können, melodiöse Songs mit viel Energie, ohne ein Abklatsch ihrer selbst zu sein. Das gesamte Album macht beim Hören riesigen Spaß, unter den 12 Songs befindet sich kein wirklicher Durchhänger, im Gegenteil, die meistens Songs zünden schon beim ersten Hören.
Review von Florian Goergen
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