Boy – Darkest Visions

Als ich die Promo CD von Boy „Darkest Visions“ auf meinen Schreibtisch bekam musste ich sofort an zwei Dinge denken. 1: eine neue Turbonegro Cover Band und 2: entweder gut oder richtig scheiße was dazwischen wird es nicht geben. Beim ersten Punkt hatte ich schon mal recht, zumindest in den Grundzügen. „Darkest Visions“ wurde von niemand geringerem als Tommy Akerholdt von Turbonegro produziert, der offensichtlich deutlichen Einfluss auf den Sound genommen hat, bei Punkt zwei sieht die Ganze Sache etwas anders aus.

Doch fangen wir vorne an – genau dort liegt nämlich der Punkt warum ich mit eher gemischten Gefühlen an das Album von Boy herangegangen bin. Der erste Satz des Beipackzettels zum Album lautet wie folgt: „Boy sind ein rock’n’roll / punk – nihilistisches Orchestra aus Brno, Tschechien“.  Ahja – da freut man sich doch förmlich auf die kommenden 10 Songs. Etwas beruhigter war ich als ich las, das es sich bei Boy um das neue Projekt von Pipes and Pints Drummer Vinca handelt.

Nun ja wirklich schlecht ist es nicht, was die selbst ernannten Punkrock Hooligans da zu stande gebracht haben. Wenn man es als Hommage an die großen skandinavischen Punkrock Bands wie Turbonegro, Psychopunch oder Accidents sieht, hat das Quintett aus Tschechien super Arbeit abgeliefert. Die Songs gehen gut ins Ohr und machen auch nach mehrmaligem hören noch Spaß. Leider fehlt aber der eigene irgendwie der eigene Ansatz, der das ganze vielleicht etwas neu und spannend machen würde. Ich bin mir sicher wenn Boy ein bißchen weniger auf ihre großen Vorbilder gucken und mehr eigene Ideen einfließen lassen, kann da noch richtig was drauß werden. Im Herbst kann man sich übrigens von den Live Qualitäten der Band überzeugen. Bis dahin wird ich sicherlich noch einige Male in „Darkest Visions“ reinhören. Erschienen ist das Album übrigens bei Wolverine Records.

Review von Florian Stoffelen

Boy – Never Break Us Down

Dieser Artikel wurde am: 18. Juni 2014 veröffentlicht.

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