56 Alley Chaps – World Of Shadows

Wenn man eine Promo-CD in die Finger bekommt, in deren Packungsbeilage steht, das alle „open minded  people“  ihre Freude daran haben werden, stehe ich von vorneherein dem ganzen etwas skeptisch gegenüber. Was ist, wenn mir die Platte nicht gefällt? Bin ich dann etwa einer dieser engstirnigen Musiknerds? Zugegeben das Ganze ist etwas auf die Spitze getrieben, doch muss ich zugeben das 56 Alley Chaps mit ihrem neusten Album schon mit einem leichten Handycap den Weg in meinen CD Player fanden.
 
Doch zum Glück überraschte mich das Wuppertaler Trio mit schaurig schönem Neo-Rockabilly, der eine ordentliche Portion Psychobilly abbekommen hat. Düstere Melodien und melancholischer Gesang erzeugen eine wunderbare Atmosphäre, die irgendwie ein wenig New Wave, ein bisschen Psychobilly und ein wenig Neo-Rockabilly zu einer Einheit zusammen führt. Und irgendwo zwischen den 16 Songs kommt mir dann auch die Erkenntnis was der Promotext mit „open minded people“ meint. „World of Shadows“ ist eben nicht die typische Genre-Platte, die genauso klingt wie alle Alben davor und danach.  Auch wenn Songs wie „Night Shapes“ sicher ihre Zeit zum wirken brauchen, machen solche Songs erst die Qualität des Albums aus. „Your Lady in red“ oder „This Planet is Hell“ sind wesentlich eingängiger und erinnern stark an 80er Jahre Psychobilly Songs à la Meteors.
 
Die Alley Chaps haben es geschafft, eine Platte zu machen, die so schön mit bekanntem Spiel und neu zusammensetzt, dass „World of Shadows“ ein interessantes Album geworden ist, bei dem man nicht ständig dies Gefühl „das hab ich schon mal gehört…“ hat. Das Album fällt natürlich aus dem Rahmen, ist aber gerade deswegen hörenswert, wie gesagt für „opened minded people“ eine Empfehlung, alle anderen dürfen aber auch gerne mal reinhören.
 
Review von Florian Stoffelen
 

Dieser Artikel wurde am: 14. Dezember 2013 veröffentlicht.

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