Die Leipziger „Brass Punker“ von 100 Kilo Herz haben allen Grund zu feiern, steht doch dieses Jahr bereits ihr zehnjähriges Bandjubiläum vor der Tür. Und natürlich darf an solch einem Ehrentag auch ein passendes Geschenk nicht fehlen, was bietet sich also mehr an, als diesen Geburtstag mit einer neuen Platte zu versüßen.
„Hallo, Startblock“ heißt die neue Scheibe, 12 Songs sind darauf beheimatet und veröffentlicht wurde diese im August 2025.
Obwohl es sich bei „Hallo Startblock“ bereits um das vierte Studioalbum der Jungs handelt, kann es trotzdem als ein gewisser Neuanfang gesehen werden, vielleicht daher auch der originelle Albumtitel? Sänger Rodi verließ die Band 2023, mit Grundhass Sänger Steffen wurde ein neuer Mann am Mikro und Tieftöner gefunden.
Mit sattem Bläsereinsatz und punkigen Gitarrenparts startet der Opener „Eh ok“ und diese Nummer ist alles andere als ok, das Ding geht richtig gut ins Ohr und macht ordentlich Laune beim Hören. Perfekter Start würde ich sagen.
Gesangliche Unterstützung liefern Ell in „Der letzter Tag“ eine textlich etwas emotionalere, melancholische Nummer, verpackt im gewohnten Brass Sound. Für mich nach mehrfachem Hören des Albums ein erstes Highlight, das auch Live bestimmt durch die Decke geht.
Ich kann jetzt schon vorwegnehmen, textlich haben sich die Jungs ein breites Spektrum verschiedener gesellschaftlicher Themen angenommen, ohne jedoch politisch oder plakativ daher zu kommen.
Man nehme „Dazugehören“: Der „normale“ Mensch als solcher steht, ebenso in der Kritik, Sätze wie „In dieser Welt ist nichts so grausam wie der normale Mensch“ regen zum Nachdenken an und lassen in verschiedenen Situationen das eigene Verhalten überdenken.
Auch die ein oder andere durchzechte Partynacht mit Vollrausch und anschließendem Filmriss soll nicht unerwähnt bleiben, hier ungewohnt verpackt in eine Klavierballade, macht „3:00“ für mich zu einem weiteren Höhepunkt auf dem Album. Es sind nicht immer nur die lauten Klänge, auch leise Töne können starke Wirkung zeigen.
Die nachfolgenden Nummern wie „Allez“ oder das abschließende „Dem Untergang geweiht“ runden die ohne Ausnahme gelungen Platte perfekt ab und zeigen, der Besetzungswechsel hat der Band keineswegs geschadet, auch wenn der ein oder andere Fan den rauen Gesang von Rodi eventuell vermissen wird.
Fazit:
Alles auf Anfang, hallo Startblock. Die Jungs haben treffend einen alten Spruch im Musikjournalismus zitiert: „Eine Band im Stillstand ist eine tote Band.“ Hiervon kann sicherlich keine Rede sein, der Mix aus altbewährtem, unverkennbarem Sound, neuem Mann am Mikro, treffenden Texten und purer Energie treffen sicherlich den Nerv eines jeden Punkrockers. Fans der alten Stunde kommen mit Sicherheit auf ihre Kosten, aber auch neu dazu Gekommene werden Gefallen an dem Album finden. Eine starke Scheibe, die man gehört haben sollte.
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Review von Florian Goergen
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