Was haben ne Alditüte, maskierte Teletubbies, Elektro-Punk und vereinzelte Rap-Einlagen gemeinsam? Schmeißt man alles in einen Topf, rührt zwei-, dreimal kräftig um, garniert mit einem ordentlichen Schuss überspitzter Ironie und schon haben wir die Eckpfeiler der sympathischen Leipziger Band SOKO LINKX.
Nach ihrem Debüt „Auf die Fresze. Fertig.Los!“ (2022) und „Blosz keinen Stresz“ (2024) wagen die Jungs es tatsächlich mit einem dritten Longplayer. „Punk für Leute, Die Punk Haszen“ heißt das gute Stück. Kleine Notiz am Rande, der Titel beruht wohl auf der Aussage eines Redakteurs, bei dessen Review das Vorgängeralbum nicht ganz so gut weggekommen sein soll. Noch ein paar Facts: 15 neue Songs sind am Start, das Ganze erscheint Anfang August auf Fettfleck Records als Vinyl oder Digitaler Download.
Die selbst ernannte beste Band der Welt, ich denke ihr wisst, wen ich meine, stelle einst die Frage „Ist das noch Punkrock?“, der Opener kontert mit der Gegenfrage „Ist das schon Mainstream?“. Die Drums puschen die Nummer mit Vollgas nach vorne, die Gitarren schrammeln in bester 3 Akkorde Punk Manier, 1:0 für das Lager Punkrock würde ich sagen…
Munter punkig weiter geht es auch auf Stücken wie „Verkehrsteilnehmer: innen“, oder „Zeitmanagement“. Erster ist eine sarkastische, humorvolle Reflexion auf andere Verkehrsteilnehmer, egal ob Bus, Bahn oder sogar Raumschiffe, hier bekommt jeder für rücksichtsloses Fahrverhalten sein Fett weg, zweit genannte Nummer lässt es schon am Titel vermuten, das alltägliche Problem, Motivation und Termine in der heutigen Zeit unter einen Hut zu bekommen. Besonders ist hier das Gastspiel von Axel Kurth (WIZO) am Mikro zu erwähnen.
Immer noch punkig aber mit deutlichen Tendenzen zum Rap zeigen Nummern wie „Jetzt bitte keine Neiddebatte!“ oder auch „Nur zu Besuch“, ob das der zu Beginn angesprochene Mainstream ist?
Ja, die Jungs können nicht nur reinen Punkrock, sie schaffen einen eigenen Stil und mischen gekonnt elektronische Einflüsse mit Rap-Einlagen, punkigen Gitarren und bissigen Texten über Gesellschaftskritik, Alltagssituationen- und Problemen, sogar dem Thema KI und die Abgrenzung zur Kunst, wird im Song „KI macht jetzt Kunst“ unter die Lupe genommen.
Fazit:
Um die Eingangsfrage den Titel des Albums gemeinsam aufgreifen zu können, die Antwort bleiben SOKO LINKX uns schuldig. Punkrockveteranen alter Schule werden wahrscheinlich mit diesem Werk nicht so froh bzw. müssen sich gewaltig anpassen. Schaut man über den Tellerrand und ist offen für diesen wirklich gelungenen Genre-Mix findet man ein stimmiges, kreatives Album, welches in der Form nicht oft zu finden ist.
Falls euer Interesse geweckt ist, an folgenden LIVE-Terminen kann man sich selbst ein Bild von den Songs und der Band machen:
03.07. Leipzig - Fettfest Open Air
18.07. Osterwieck - Rock Im Garten
15.08. Karben - Karben Open Air
25.09. Wiesbaden - Kreativfabrik
26.09. Nürnberg - Club Stereo
02.10. Lübeck - Blauer Engel
03.10. Husum - Speicher
09.10. Dresden - Ostpol
10.10. Berlin - Schokoladen
23.10. Hannover - Lux
24.10. Oberhausen - Druckluft
Review von Florian Goergen
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