Noisehausen 2026: Zwischen Punk, Indie und ganz viel Festivalliebe!

Seit 2016 wird die Spargelstadt Schrobenhausen für ein paar Tage zu Noisehausen, in diesem Jahr fand das Festival am 24. Und 25.07.2026 statt. 

Angefangen hatte es mit einem Tag voller Live-Musik in der Altstadt, in diesem Jahr fand das Mini-Festival zum sechsten Mal an seiner aktuellen Location in der Nähe des Bahnhofs statt. Wenn man ansonsten große Festivals wie Rock im Park und Southside gewohnt ist, gibt es hier wirklich alles im Kleinformat: bei etwa 5.000 Besuchern zählt der Zeltplatz etwa 50 Zelte, hier kennt man schnell jeden. Ähnlich groß ist der Platz für die Camper, das Festival-Gelände hat man in nicht mal 5 Minuten durchlaufen. Trotz der kleinen Größe steht das Noisehausen seinen großen Brüdern aber in nichts nach: Es gibt verschiedenste Food- und Getränke-Stände, das Awareness-Team ist allseits präsent und nimmt seinen Job ernst, und das Line-Up war dieses Jahr wie in den vergangenen hochkarätig besetzt. 

Doch erst nochmal von vorn:
Am Freitag reisten wir am frühen Nachmittag an. Zum Glück mit Navi, denn ausgeschildert war leider nichts. Wir fragten uns kurz, ob wir uns nicht im Datum geirrt haben, nachdem wir den richtigen Parkplatz angesteuert haben, sahen wir aber endlich erste Menschen mit einer Dose in der Hand und einem Zelt unterm Arm. Nach dem obligatorischen viel zu weiten Weg vom Auto zum Campingplatz (der hier eigentlich gar nicht so weit war) stellen wir Zelt und Pavillon auf und sind schnell los zu den ersten Bands. 

Wieder war das Navi unser Freund, scheinbar gingen die Organisatoren davon aus, dass man sich hier auskennt. Der Weg war auch wirklich nicht schwer, man musste ihn nur erst mal finden. Endlich hatten wir es geschafft und kamen genau richtig zur Eröffnung der Hawkins Stage durch NIKRA. Die jungen Punk-Rocker heizten der Menge direkt ein und so waren alle schnell in der richtigen Festival-Stimmung. Weiter ging es mit THE MOLOTOVS, die bereits als Vorband der Sex Pistols und The Libertines überzeugt haben. Im Anschluss schlenderten wir zur Backyard Stage und kamen bei PACIFICA wieder etwas zur Ruhe. Auf dem Weg bewunderten wir mit wie viel Liebe das Team des Noisehausens das Festivalgelände dekoriert hatte: unter anderem wurde jede Band diesen Jahres mit Kreide auf dem Boden verewigt, es standen umgebaute Badewannen und weitere Sitzgelegenheiten herum und der Essensplatz war mit einem Dach aus Regen- bzw. Sonnenschirmen beschattet. Nach kurzer Pause freuten wir uns schon auf MOLA und direkt im Anschluss SWISS & DIE ANDERN, die unsere Erwartungen mal wieder mehr als erfüllten. Zum Schluss holten die 5 Jungs von KAFFKIEZ noch den letzten Rest Energie aus uns raus und wir gingen nach diesem ersten Festivaltag glücklich ins Zelt. 

Nach einer für ein Festival sehr ruhigen Nacht wachten wir am Samstag fast erholt auf und freuten uns schon auf die nächsten Band-Highlights, denn der zweite Festivaltag kündigte sich noch rockiger an als der erste. So waren wir pünktlich zur Eröffnung der Hawkins Stage durch KOCHKRAFT DURCH KMA wieder auf dem Gelände und fragten uns, wie die Band um Lana Giese und Beray Habip bei der Hitze so aktiv auf der Bühne sein kann. Das Publikum bekam durch die ortsansässige Feuerwehr etwas Abkühlung aus dem Schlauch, wodurch sich wieder mal zeigte, dass das Noisehausen ein Festival der gesamten Stadt ist. Weiter ging es mit FJØRT und weil ein Auftritt noch nicht genug ist, sah man Sänger David bei ADAM ANGST direkt im Anschluss wieder. Die Punk-Rocker wurden außerdem bei der Soundtechnik unterstützt vom Beray von KOCHKRAFT - so sehen echte Band-Freundschaften aus. Es folgten HI! SPENCER auf der Backyard Stage. Wir waren sehr froh, dass die fünf Musiker aus Osnabrück den weiten Weg aus Osnabrück auf sich genommen haben. Sänger Sven Bensmann betonte mehrfach, dass sich die 9-stündige Fahrt aufs Noisehausen für sie gelohnt hat – für das Publikum definitiv auch, denn es tummelte sich fast die gesamten Besucher vor der kleineren Bühne. So war es anfangs bei CARI CARI noch recht ruhig, bis sich alle wieder vor der Hauptbühne einfanden. Der Sound des österreichischen Duos ist schwer zu fassen und bewegt sich irgendwo zwischen Indie und Rock. Sie verrieten dem Publikum auch ihren größten Wunsch: einmal musikalisch in einem Quentin-Tarantino-Film vorkommen, dabei wollen wir sie natürlich nach Kräften unterstützen. Nach VAN HOLZEN folgte als Abschluss DAS LUMPENPACK. Die Punk-Rock-Band mit humorvollen und teils gesellschaftskritischen Texten trat bereits das zweite Mal in Folge auf dem Noisehausen auf und zeigte uns, warum das definitiv eine gute Idee war.

Unser Fazit: Das Noisehausen beweist, dass auch kleine Festivals ganz groß sein können. Nicht nur das Line-Up der vergangenen Jahre überzeugt sondern auch der besondere Flair, wenn plötzlich die Musiker in der Menge stehen und sich andere Acts anschauen, man sich zwischendurch was zu trinken holen oder aufs Klo gehen kann und trotzdem wieder in die erste Reihe kommt und die große Liebe, die in jedes Detail des Festivalgeländes gesteckt wird. 

Tickets fürs nächste Jahr sind bereits erhältlich und für das nächste Noisehausen am 23. Und 24.07.2027 sind bereits BLACKOUT PROBLEMS bestätigt – also worauf wartet ihr noch? Wir sind auf jeden Fall wieder dabei. 

Nachbericht und Fotos von Felix Haberl

Dieser Artikel wurde am: 5. August 2026 veröffentlicht.

Autor: Nessa Deleto

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