Am 16. Mai 2026 wurde das beschauliche Dorf Oettelin in Mecklenburg Vorpommern endgültig von der Landkarte der Langeweile gestrichen. Rund 200 Einwohner hat der Ort – doch zum Oettelville Festival pilgerten etwa 1000 Menschen auf die Wiesen und Straßen des Dorfes, um gemeinsam mit der Band SOAB eine dieser Feste zu erleben, über die man noch lange am Tresen spricht. Und das Beste daran: Kein Eintritt, keine Allüren, keine Barrieren. Jeder war willkommen.
Was SOAB hier gemeinsam mit zahlreichen Sponsoren aus der Region auf die Beine gestellt hat, war weit mehr als nur ein Konzert. Es war ein Dorffest mit Herz, Schweiß und ordentlich Druck auf den Verstärkern. Zwischen Tombola, Zirkuszelt, Kinderschminken und jeder Menge Essen und Getränken wurde schnell klar: Das „Oettelville“ ist kein Festival, das einfach nur stattfinden will – es lebt. Familien standen neben Punks, Kinder tanzten vor der Bühne und überall feierten die Menschen.
Schon das Warm-up hatte es in sich. Die Rostocker Singer-Songwriterin Paulina Pupik brachte mit ehrlichen Songs und viel Gefühl die perfekte Einstimmung. Danach übernahmen Mio Mio Matze und Hooli das Kommando – mit ordentlich Stimmung und satten Beats. Besonders gefeiert wurde dabei Georg von SOAB, der bei einigen Songs spontan mit auf die Bühne sprang. Als dann noch Kontrollverlust mit ihren Coversongs aus Funk und Fernsehen die letzten Reserven aus den Leuten herausprügelte, gab es vor der Hauptshow längst kein Halten mehr.
Dann kam der Moment, auf den alle gewartet hatten.
Nur einen Tag nach Release ihres neuen Albums „Samma“ betraten SOAB die Bühne – und lieferten komplett ab! Roh, emotional, chaotisch und gleichzeitig verdammt präzise. Sie spielten das neue Album nahezu komplett durch und bewiesen eindrucksvoll, dass „Samma“ nicht einfach nur irgendeine Platte ist, sondern ein ehrliches, lautes Lebensgefühl.
Besonders die Hymne an ihr Heimatdorf Oettelin wurde von den Fans gefeiert wie ein längst verlorener Klassiker. Arme in der Luft, Bierbecher über Köpfen und ein Chor aus hunderten Stimmen mitten im Nirgendwo Mecklenburgs – genau solche Momente machen Livemusik unsterblich. Trotzdem vergaßen SOAB ihre älteren Songs nicht. Die Klassiker wurden genauso laut mitgegrölt wie die neuen Tracks.
Einer Höhepunkt des Abends war „Kommst du klar“. Plötzlich stürmte Schreibi von Show of Freaks auf die Bühne und riss gemeinsam mit der Band komplett ab. Was folgte, war pures Chaos im allerbesten Sinne: Springende Menschen, pogende Fans, Moshpits und eine Bühne voller Grinsen.
Spätestens bei der aktuellen Single „Dinos aus dem All“ gab es dann endgültig kein Zurück mehr. Die Band erschien in Raumanzügen und Dino-Masken auf der Bühne und verwandelte Oettelin für ein paar Minuten in eine Sci-Fi Show. Großartig! Besonders für die Kids direkt vor der Bühne.
Zum Finale wurde es nochmal legendär: Kontrollverlust stürmten erneut die Bühne und gemeinsam mit SOAB wurde ein letzter Abriss gefeiert, der das komplette Festival perfekt zusammenfasste – Gemeinschaft, Eskalation und Liebe zur Musik.
Das Oettelville Festival hat gezeigt, dass man keine riesigen Headliner, keine VIP-Bereiche und keine absurden Ticketpreise braucht, um etwas Besonderes zu erschaffen. Man braucht Herzblut, Freunde, eine verrückte Idee und eine Band wie SOAB. Diese Jungs gehören auf die Bühne, in die Playlist, in die Charts und verdammt nochmal live erlebt. Oettelin hat geliefert – und zwar gewaltig!
Nachbericht und Fotos von Juliane Gielow
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