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Special

Veröffentlicht am: März 5th, 2019 | durch Florian Puschke

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Norm: Din-A-Punk

Entgegen der Norm …. so ist er … der Norm.

Kennt ihr das auch? Mitten auf einem Konzert einer Band schaut ihr plötzlich auf den Schlagzeuger oder den Gitarristen und wie aus dem Nichts kommt euch ein Gedanke in den Kopf.

„Hey den kenn ich!“ Und dann geht die Grübelei los. „Ich habe die Band doch noch nie gesehen? Aber irgendwoher kenn ich den doch? Ah, der spielt doch auch bei … oder spielte… Hmm …“

Schade, wenn man aufgrund des Grübelns dann einen tollen Konzertabend verpasst. Und am nächsten Tag fällt einem dann ein. „Jetzt aber. Klar. Der spielt doch auch noch bei … und…. und bei…. und …“

Ja. Natürlich! Solche Momente gibt es! Und solche Musiker gibt es!

Einige der heute aktiven Bands bestehen aus Musikern, die in vielen Bands aktiv sind, und die zum Teil unterschiedliche Musikstile an den Tag bringen.

Und wir möchten euch nun einen solchen Menschen etwas näherbringen!

Sehr froh war ich, als ich endlich mal nach der Norm ging und mir Norm Anderspunk zusagte, mir einige Infos über sein musikalisches Schaffen zu geben. Denn sein Werdegang ist wirklich gegen die Norm. Und gerade deshalb so interessant.

Im Norden Deutschlands um Hannover gelegen gibt es sicher keinen Club, den Norm nicht kennt. Denn seine Bands vor allem aus dem hohen Norden spielen viele Shows, die Norm, durch seien neuste Aktivität bei den Abstürzenden Brieftauben aber auch weit über den Norden Deutschlands hinaus bekannt machen.

Bei den Abstürzenden Brieftauben ist er der neue (Schwung), aber bei vielen anderen Bands spielt Norm schon lange und auch unterschiedliche Instrumente.

(Abstürzende Brieftauben)

Aktuell ist er ausserdem Mitglied bei:
SystemfehlA (seit 2001) / Gesang und Bass
New Days Delay (seit 2006) / Bass, Keytar
Alienphobie (Seit 2011) / Gesang, Keytar
Brutal Verschimmelt (seit 2013) / Schlagzeug

Aber auch bei anderen Bands war Norm aktiv.

Hier erwähnenswert:
DEUTSCH & seltsam (1999 – 2010) mit Gesang, Gitarre, Bass, Schlagzeug bei div. Samplern
Not Really (2000 – 2002): Schlagzeug, Ein Album eingespielt
Löwenzahn (2002 – 2003): Gesang, Schlagzeug, Bass
die üblichen (2002 – 2006): Gesang, Ein Album selbst veröffentlicht, div. Sampler
WKA (2004 – 2006): Bass, Ein Album
Your Favourite Nightmare (2009 – 2010): Gitarre

Betrachten wir uns die Instrumente, die Norm bei den einzelnen Bands spielt, so stellen wir fest, dass dieser durchaus eine lebende Ein-Mann Band darstellt.

Und die Musikrichtungen? Auch hier erleben wir Vielfalt! Klar, der Fun-Punk der Abstürzenden Brieftauben ist allseits bekannt. Aber bei Norm werden auch andere musikalische Pfade betreten.

Wer neben den Abstürzenden Brieftauben weitere Punk Beschallung von Norm hören möchte, dem sei die Band Systemfehla empfohlen. Hier geht es ordentlich nach vorne. Mit klaren Statements, wichtigen Texten und Musik, die einem den Iro richten kann. „Deine Welt verändert sich irgendwann, wenn du nicht mitspielst“ so heißt es auf der „Euopean Rescue Split EP“, die ich neben dem Longplayer „Medienevent“ gerne erwähnen möchte. „Deine Welt verändert sich“!

Und so ändert sich auch Norm durch eine Band wie Alienphobie. Das ist dann auch tanzbar. Aber vielleicht eher auf einer House-Party. Elektronische Musik mit Norm am Keytar. Die Musik kann man sich auf der Bandcamp Seite (https://alienphobie.bandcamp.com/) anhören und wenn ich es nicht gewusst hätte, ich wäre nicht auf Norm gekommen.

„Diese beiden Musikstile sind ja wirklich weit auseinander“ dachte ich mir und da muss es eine Brücke geben. Und ja. Tatsächlich.

(Deutsch & seltsam)

Mit New Days Delay erleben wir Norm in einer Band, bei denen wir etwas Pop, etwas Punk aber auch etwas Gothic antreffen. Schaut man auf die Facebook Seite der Band, so bewerben diese ihr letztes Album mit „Das Album beherbergt sechzehn Songs, die sich irgendwo im weiten Feld zwischen New Wave, Electropunk, Surf und Indie verorten lassen.“

Passend. Auch die Stimme der Sängerin überzeugt. Ein wenig erinnert mich zum Beispiel „Bombe“ an die NDW. „Wann und warum nicht jetzt“ geht dann eher in Richtung Indie.

„Wann und warum nicht jetzt“ dachte sich sicher auch Norm, als er in die Band Brutal Verschimmelt einstieg, die bereits seit 1981 existiert. Nachdem sich die Band 1983 aufgelöst hat, sind diese aktuell wieder am Start und präsentieren uns (und hier schließt sich der Kreis) gut gespielten Punkrock. Schaut man dort auf die Facebook Seite unter, so erkennen wir, dass es bald (nach 35 Jahren!) eine neue Platte geben wird. Da freu ich mich drauf und bin sehr gespannt. Genau so wie auf weiteres von Norm.

Dieser war so nett und hat uns zu seinem musikalischen Schaffen einige kurze Fragen beantwortet.


Hallo Norm, „Nicht ganz in der Norm, dieser Norm“. Ein passender Satz für dich oder völlig unpassend?
Norm: Das kommt darauf an aus welchem Winkel man das betrachtet. Aus meiner Sicht der Dinge bin ich Norm und die anderen halt anders. Also ist dies eine Frage der Definition von Norm.

Du spielst in diversen Bands. Wie bekommst du das hin mit Proben, Songs schreiben, Konzerten etc.? Was machst du denn noch in deiner Freizeit? Doch nicht etwa Kirchenchor? Oder langweilige Arbeit?
Norm: Nicht alle Bands sind immer aktiv. Die meisten meiner Bands haben gewisse Phasen in denen mehr geprobt wird oder mal mehr neues Zeug gemacht wird und so weiter. Dann bin ich noch in dem glücklichen Zufall, dass ich über einem Studio wohne. Ansonsten ist es einfach alles nur gute Planung.
In meiner Freizeit unternehme ich nichts Außergewöhnliches. Ich geh immer wieder gerne auf Konzerte, zocke mal am Computer usw. Und ich mache keinerlei Sport. Und ja Geld muss ich auch verdienen, also gehe ich auch noch einer Arbeit nach.

Neu eingestiegen bei den Abstürzenden Brieftauben aber auch mit Brutal Verschimmelt ein Comeback. Was bedeuten dir diese Band und in welchen deiner Bands finden wir am meisten den wahren Norm?
Norm: Die beiden Bands mag ich eigentlich nicht vergleichen. Bei AB bin ich im Vordergrund. Bei BV bin ich im Hintergrund und lass die drei älteren Herren vor mir einfach machen. Ansonsten sind es beides meine Bands. Mit der Vergangenheit der beiden Bands habe ich weniger zu tun außer, dass ich Musik der Bands schon länger konsumiere. Identifizieren kann ich mit sehr gut mit beiden Bands. Also die Frage nach dem wahren Norm kann ich nicht beantworten.


(Marionetten und Gärtner)

Du spielst schon in vielen Bands. Bei welcher Band würdest du noch schwach werden, falls die dich auch fragen, ob du mitmachen möchtest?
Norm: Wenn mich eine Band fragt, ob ich mitmachen will, mache ich dass nicht nur vom Namen der Band abhängig. Da kommen viele Attribute zusammen. Für mich ist viel wichtiger welcher Mensch mich fragt, welche Art von Musik macht die Band, welche Aufgabe soll ich in der Band übernehmen. Was hat die Band in der Zukunft vor. Dementsprechend kann ich dir keine Band nennen die mich schwach machen würde.

Sowohl viele Bands aber auch viele Musikstile. Was ist für dich persönlich die Musik, mit der du dich am meisten identifizierst?
Norm: Nun ja, Musik machen und Musik hören ist ja immer ein wenig anders. Ich habe durchaus schon Musik gemacht, die ich nicht unbedingt hören würde. Und andersherum. Wenn du also von der Identifizierung sprichst, gehe ich mehr auf den passiven Konsum von Musik ein. Und da spielt der Musikstil eine untergeordnete Rolle. Wichtiger ist die Aussage der Musik. Aber dort gibt es wiederum die größte Deckung mit Punk.

Wenn dich jemand mit drei Worten beschreiben würde, welche würde er nehmen?
Norm: Das kommt, glaube ich, darauf an, wenn du fragst. Meine Eltern würden etwas anderes sagen als Menschen die mich zum ersten mal gesehen haben. Was würdest du denn sagen?

Wenn du dich mit drei Worten beschreiben solltest, welche würdest du nehmen?
Norm: Sorry, ich kann mich eigentlich nicht auf drei Worte runter brechen. Ich probier es aber trotzdem mal: Konsequent, Nachsichtig, Seltsam.

Der Norm ist „der Neue“ habe ich bei den Abstürzenden Brieftauben gehört. Aber auch in anderen Bands warst du schon „der Neue“. Wo fühlst du dich als „der Alte“ und warum?
Norm: Vermutlich bei Systemfehla, da bekomme ich das zumindest ab und zu mal gesagt. Aber ehrlich gesagt, fühlen als der Alte kann ich mich eigentlich in keiner meiner Bands.

Welche Songs deiner einzelnen Bands bedeuten dir am meisten?
Norm: Was meinst du mit der Frage? Die politischen Songs, die lustigen Songs? Die Songs einer bestimmten Band?

Ja tu uns doch mal den gefallen. Beschreib mal, welche Songs dir jeweils am Besten von deinen derzeitigen Bands gefallen. TOP 3 der Tauben, TOP 3 SystemfehlA etc. …
Norm: Das kann ich dir eigentlich ganz einfach beantworten: Immer die neuen Songs. Sonst würde ich sie ja nicht (mit)schreiben.

Zu dem Thema „Politische Songs“ und „Lustige Songs“. Womit denkst du, kann man Menschen heutzutage besser erreichen. Ein klares politisches Statement oder eher etwas zum Schmunzeln und nachdenken?
Norm: Ich glaube, das kommt auf den Menschen an, den du erreichen willst. Wir sind halt nicht so einfach gestrickt. Aber deswegen habe ich ja ein breites Spektrum an Möglichkeiten.

(SystemfehlA)

Welche CDs deiner Bands würdest du weiter empfehlen?
Norm: Ich empfehle mich ungern selbst. Also kauft alles. ;-)

Spielt es für dich eine Rolle, bei welcher Band du gerade spielst, wenn du auf die Bühne geht? Wo ist es für dich am leichtesten, wo am schwersten?
Norm: Du meinst sicherlich ob ich je nach Band etwas anderes auf der Bühne fühle? Nein eigentlich ist das kein großer Unterschied. Bühne ist Bühne. Der Unterschied ist vielleicht maximal wie eingespielt ich mich fühle. Um so eingespielter umso einfacher. Und falls jetzt die Frage nach dem Lampenfieber kommt, … Ich habe eigentlich kein Lampenfieber und falls ich es doch mal habe mag ich es nicht sonderlich.

Du spielst viele Instrumente. Welches spielst du am liebsten?
Norm: Würde ich ein Instrument am liebsten spielen, würde ich nicht alles mögliche spielen. Also es gibt kein Lieblingsinstrument und deswegen spiele ich vermutlich auch alles mögliche.

Was werden wir in der Zukunft vom Norm zu hören bekommen?
Norm: Musik Musik Musik oder spielst du auf etwas Bestimmtes an?

Nee eigentlich nicht auf was bestimmtes. Aber „Musik Musik Musik“ hört sich doch auch sehr nach Neuveröffentlichungen an. Ist da was geplant für 2019?
Norm: Ja. Aber das wird nicht verraten.

Vielen Dank für das Interview!

Foto: Tanja Nguyen

Special & Interview von Thorsten

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Über den Redakteur



Ein Kommentar zu Norm: Din-A-Punk

  1. Maura says:

    Tolles Interview!

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