Zwischen Riffs und Melancholie: Evanescence in München!

Evanescence in München: Deutschland-Finale zwischen Pit und Piano. Vier Jahre musste München warten, entsprechend restlos ausverkauft war die Olympiahalle. Am 26.09. spielten Evanescence hier den letzten von fünf Deutschland-Terminen ihrer Sanctuary-Tour. 
Mit dabei waren zwei Supports, ebenfalls von Frauen an den Mikrofonen angeführt.

Den Anfang machen Nova Twins. Amy Love und Georgia South aus London bauen ihren Sound auf einem schweren, verzerrten Bass auf, irgendwo zwischen Punk, hiphop-lastigen Takes und heavy Rock. Ein lauter, kraftvoller Start in einen Abend, der die noch nicht ganz aufgewärmte Menge nur teilweise mitnehmen konnte. Trotz aller Bemühungen von Sängerin Amy Love.

Dann Poppy, und jetzt kommt Bewegung in den Innenraum. Ihr Set springt zwischen soft und brachial hin und her: 
Gerade noch erscheint die US-Amerikanerin mit Akustikgitarre auf der Bühne, ein paar Minuten später krachen heavy Riffs aus den Lautsprechern. 
Daneben endet ein Song mit einem kurzen Drumsolo und plötzlich wehen mir auch Vibes von The Browning entgegen, als es mittendrin etwas elektronischer zugeht. Ja, Poppy ist dynamisch und durchaus mitreißend, wie ein kleiner Circle Pit in der Crowd schön darstellt.

Dann war es auch für den Headliner soweit. Evanescence eröffnen mit dem Titelsong ihres neuen Albums, das erst im Juni erschienen ist. Hinter Amy Lee stehen Tim McCord und Troy McLawhorn an den Gitarren, Emma Anzai am Bass und Will Hunt an den Drums. Über den Abend verteilt wechseln sich neue Songs wie „Afterlife“ oder „Tell Me When You've Had Enough“ mit Dauerbrennern wie „Going Under“ und „Imaginary“ ab, und der Innenraum feiert das frische Material genauso wie die alten Hymnen.

Optisch setzt die Band auf wenige Bühnenelemente, die dafür sitzen. Drums und Gitarren stehen auf drei Podesten, die in die Höhe fahren, der Flügel lässt sich im Boden versenken, und bei „Calm Down“ schießen die Flammen hoch. Den Rest erledigt Amy Lees Stimme, die mühelos zwischen dunklen und warmen Lagen pendelt.

Bei „End of You“ holt Amy Lee Poppy noch einmal auf die Bühne und schlägt damit eine schöne Brücke zum Support. Der stillste Moment kommt kurz vor Schluss: Für „My Immortal“ setzt sich Amy Lee an den Flügel, Smartphone-Lampen gehen an, und die Olympiahalle versinkt in melancholie.

Spannend an diesem Abend ist vor allem das Gesamtpaket. Mit Nova Twins und Poppy stehen zwei Acts auf der Bühne, die für eine jüngere Generation der Szene stehen. Ein schöner Kontrast, den Evanescence beim gemeinsamen Song gut verbindet. Für Deutschland ist die Sanctuary-Tour damit leider durch. Schon nächstes Jahr dürfen wir Evancescence aber wiedersehen. Mindestens bei Rock im Park und Rock am Ring. Darauf freu ich mich persönlich schon wieder sehr!

Setlist Evanescence: Sanctuary – Tell Me When You've Had Enough – Afterlife – Rapture – Going Under – Lithium – Like You – Self Destruct – Calm Down – Call Me When You're Sober – Beautiful Lie – Wasted on You – Forever Without You – Bring Me to Life – Imaginary – Better Without You – About Us – End of You (mit Poppy) – Who Will You Follow – My Immortal – Wide Open Heart

Nachbericht und Fotos von Marco Liske

Dieser Artikel wurde am: 3. Oktober 2026 veröffentlicht.

Autor: Nessa Deleto

FOTOS von Evanescence, Nova Twins.und Poppy

Ähnliche Beiträge

0 Kommentare

Kommentar Schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert