Zwischen Moshpit und Hitzeschlacht: Bury Tomorrow in Karlsruhe!

34°C und kein einziger Windhauch tut sich, die Substage in Karlsruhe ist gerade noch ein kühler und erfrischender Zufluchtsort. Zumindest bis der erste Support für Bury Tomorrow auf der Bühne steht. Die Metalcore-Band Boundaries aus Hartford, Connecticut, ist mittlerweile keine Unbekannte mehr und weiß, wie man deutsche Venues aufheizt. Auch wenn die Substage noch nicht komplett gefüllt ist, lassen sie den Raum keine Sekunde stillstehen und geben von Beginn an 120 Prozent. Die Band startet mit den jüngst veröffentlichten Singles „May This Pain Never Leave“ und „Skies Cast Amber Black“ des kommenden Albums „Yearning: The Unbeautiful After“. Die Besuchenden sind vorerst etwas schüchtern, obwohl ich vermute, dass die meisten ihre gerade erst abgekühlte Körpertemperatur beibehalten wollen. ;)

Spätestens beim dritten Song „My Body Is A Cage“ springt die Menge dann aber trotzdem auf das amerikanische Quintett an und diese Energie bleibt bis zum Abschluss des Sets, welches selbstverständlich mit dem wohl bekanntesten Song „Easily Erased“ endet. Dazwischen finden wir die Fans beim Moshen, Two-Steppen und auch ein paar vereinzelte Crowdsurfer lassen sich blicken und treiben seitlich vom Moshpit über der Menge. Mit ihren harten Breakdowns, den tanzbaren Hardcore-Elementen und immer wiederkehrenden Clean Vocals trifft die Band für mich persönlich ins Schwarze – mein absolutes Highlight des Abends.

Die Raumtemperatur hat die Außentemperatur mittlerweile ein wenig überholt, die Luft wird dünner, aber die Gäste sind nicht weniger gut drauf. Die Stimmung und die Basis für einen heißen, lauten Abend sind da!

Mittlerweile geht man also kurz raus, um sich abzukühlen. Denn spätestens nach Beginn des zweiten Supports, We Came As Romans aus Troy, Michigan, brennt die Hütte! Mit „Bad Luck“ steigen sie ein und liefern zu 200 Prozent ab. Tatsächliches bad luck gibt es zum Glück nicht, denn die Fans sind voll dabei und lassen sich von der Hitze nur wenig anmerken. Es wird mitgesungen, gemosht, getanzt und ganz viel gefeiert! Eingängige Melodien, viel Energie, gute Laune und stets ein großes Lächeln auf den Lippen – so kennt man die Band und ihre Live-Shows. Die Mischung aus harten Elementen, melodischen Parts und dem Zusammenspiel der Clean Vocals mit den noch härteren Growls zieht bei der Menge absolut!

Auch mit dem gezielten Einsatz elektronischer Parts und Elementen des Trancecores in Kombination mit emotionalen und melodischen Momenten wie bei „One By One“, „No Rest For The Dreaming“ und „Where Did You Go?“, alle vom letzten Album „ALL IS BEAUTIFUL… BECAUSE WE’RE DOOMED“ von 2025, treffen We Came As Romans voll ins Schwarze. Die ansteckenden Melodien, Sing-Along-Sektionen und pure Energie wie bei „Lost In The Moment“, „Culture Wound“ oder „Darkbloom“ animieren die Menge und laden zum Mitsingen und Tanzen ein. Mit „Daggers“ wird das Set als Highlight beendet. Lässt man dieses Revue passieren, erinnert man sich an viele Pit-Runden, ganz viel Schweiß und gute Laune!

Es wurde so weit eingeheizt, dass während der Pause alle Türen aufgerissen werden, viele Getränke geext werden und sich die Besucher draußen kurz akklimatisieren und ausruhen müssen.

Das geht aber nicht lange so, denn zum krönenden Abschluss des Abends beginnt die britische Metalcore-Band Bury Tomorrow aus Southampton. Shows dieser Gruppe sind garantiert und unabhängig von der Venue-Größe immer ein spaßiges Erlebnis!

Bury Tomorrow sind aus der deutschen Szene kaum noch wegzudenken, denn sie haben sich von Anfang an bewiesen und bestätigen das auch am heutigen Abend in der ausverkauften Substage in Karlsruhe. Frontmann Daniel Winter-Bates kommt allein auf die Bühne und steht mit gestandener Haltung und einem in den Bann ziehenden Blick in die Menge, während „Choke“ langsam eingeläutet wird.

Vom ersten Ton an spielt das Publikum mit. Trotz der stickigen, kaum vorhandenen Luft sind sowohl die Band als auch die Fans sichtlich glücklich, am Tanzen, Feiern und Abgehen. Auch bei „Abandon Us“ wird schnell klar: Die Fans haben noch nicht genug geschwitzt! Es wird ohne Ende Crowdgesurft, über das komplette Set wird in Circle Pits gerannt, lautstark mitgesungen und die Arme werden hin- und hergeschwungen. Wie sollte man auch nicht, denn wenn Bury Tomorrow eines können, dann Metalcore, der genau dazu einlädt.

Mit ihren starken Riffs, Growls und Clean-Gesängen ist ein Hammer-Abend vorprogrammiert. Aber auch emotional wird die Menge mit „What If I Burn“ abgeholt. Eine wirkliche Verschnaufpause wird jedoch nicht gegeben, denn es folgen direkt Songs wie „Boltcutter“ und „Yokai“, die zum Springen, Tanzen und Moshen einladen und der Crowd auch die letzte Kraft abverlangen.

Aber natürlich dürfen bei Bury-Tomorrow-Shows diese Songs auf keinen Fall fehlen: „Black Flame“ und „DEATH (Ever Colder)“ – die letzten und wohl heißesten Runden des Abends! Es wird noch einmal alles gegeben, sowohl auf der Bühne als auch von den Fans.

Die Hitze am Ende des Abends ist kaum noch auszuhalten, das Getränk kann gar nicht so schnell getrunken werden, wie es wieder ausgeschwitzt wird, aber das scheint niemanden zu stören. Denn alle hatten einen wirklich tollen Abend mit großartigen Bands, guter Laune und ganz viel Spaß. Und das ist doch auch das, was am Ende zählt!

Was für ein heißer Abend!!!

Nachbericht und Fotos von Alina Stoll

Dieser Artikel wurde am: 27. Juni 2026 veröffentlicht.

FOTOS von Bury Tomorrow, Boundaries und We Came As Romans

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