Zurück in die 70er: Blues Pills und DeWolff begeistern in München

München, 29.03.2026: Die 70er liegen inzwischen näher vor uns als hinter uns. Für alle diejenigen von uns, die das nicht glauben können (oder wollen) – und die sich wünschen, den Classic Rock von damals noch einmal live zu erleben – war der Abend mit Blues Pills und DeWolff zumindest ein kurzes Flashback. Beide Bands tragen die besondere Magie dieser Zeit nicht nur im Sound, sondern auch in ihrer Ästhetik weiter.

Meine erste Frage beim Ankommen im Backstage in München war: Wer macht hier eigentlich den Auftakt? Offiziell war ja keine der beiden Bands als Opener angekündigt. Zuerst betrat dann Elin Larsson mit ihren Blue Pills die Bühne – mit zwei Änderungen im Line-up, seit ich die Band das letzte Mal erlebt hatte. Nach dem Ausstieg von Kristoffer Schander spielt jetzt Agnes Roslund am Bass, während Lina Anderberg auf dieser Tour am Schlagzeug sitzt und vorübergehend André Kvarnström ersetzt.

Am Kern der Band hat das allerdings nichts geändert. Der liegt nach wie vor bei Elin – bei ihrem Charisma und vor allem bei ihren Vocals. Rund eineinhalb Stunden und etwa 15 Songs lang gab es eine intensive Mischung aus Hard Rock, Blues und einer Prise Soul. Ganz ehrlich: Was für eine Stimme!

Danach übernahmen die Niederländer von DeWolff. Nachdem ich sie weniger gut kannte, war ich erstmal überrascht über das „kleine“ Setlist-Blatt auf dem Boden. Sechs bis acht Songs? Die ersten drei waren dann auch schnell vorbei (passiert immer, wenn man fotografiert). Mein erster Gedanke: Das wird ein kurzer Auftritt.

Doch als ich mich langsam weiter hinten ins Publikum mischte, wurde mir schnell klar, worum es bei der Band wirklich geht: Jams. Die Musiker dehnen ihre Songs so weit aus, dass sie ein Eigenleben entwickeln, das Zusammenspiel rückt in den Vordergrund. Und wieder musste ich an die 70er denken – so ungefähr muss sich das angefühlt haben.

Es gab lange Passagen, in denen die Hammond-Orgel das Kommando übernahm; ansonsten prägten Gitarrensoli und sogar ein ausgedehntes Schlagzeugsolo die Show, die mit einem echten Höhepunkt endete: mit einer langen Version von „Rosita“, einer Prise Humor, ein paar Merch-Geschenken fürs Publikum und diesem allgegenwärtigen 70er-Vibe, der den ganzen Raum erfüllte.

Nachbericht und Fotos von Melvin Núñez

Dieser Artikel wurde am: 1. April 2026 veröffentlicht.

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