The Amity Affliction: Feiertag, Pits und große Emotionen

München, 03.10.2026: Heute ist Feiertag und das nicht nur, weil Tag der Deutschen Einheit ist. Nach guter bayerischer Post-Hard-/Metalcore Manier geht man also in die Tonhalle in München und feiert! Es geht um die Australier The Amity Affliction. Diese besuchen uns auf ihrer HOUSE OF CARDS - Album Tour zusammen mit Silent Planet (Kalifornien, USA), Varials (Pennsylvania, USA) und Orthodox (Tennessee, USA) in der bayerischen Hauptstadt, auf ihrer bisher größten Show.

Beginn ist 18:00 und die Tonhalle ist noch mäßig gefüllt, das ändert sich im Laufe des Sets von Opener Orthodox aber dann doch auch schneller als erwartet. Viele Fans, aber auch Unbekannte sind schnell begeistert von der puren und harten Energie, die das Quintett mitbringt. Sie beginnen mit einigen Songs wie “Sacred Place”, “Blend In With The Weak” oder “Body Chalk” von der letzten Platte A DOOR LEFT OPEN von 2025 und liefern damit Hardcore vom Feinsten. Von Twosteppern, Moshpits bis zu Crowdsurfern war wirklich einiges zu sehen, die Band weiß also ganz genau, wie man ein Publikum einheizt. Mit dem wohl bekanntesten Song “Cave In” (Album “Learning To Dissolve”, 2022) endet das Set und damit eine gute halbe Stunde vielen Tanzens, sowohl von Seiten der Crowd, als auch auf der Bühne! Ein absolutes Highlight und große Empfehlung an Hardcore Fans!

Wenig später geht es weiter mit Varials. Spätestens hier haben sich alle in Bewegung gesetzt, dabei wird es in der Tonhalle auch noch ein bisschen kuscheliger, aber das stört hier niemanden. Einen zeitlichen Sprung bringen die ersten beiden Songs mit “Where The Light Leaves” aus dem gleichnamigen, am Anfang des Jahres erschienenen Albums. Es folgt eine kurze Zeitreise in 2017 mit “Anything To Numb” (Album “Pain Again”, 2017) (Die OGs freuen sich!). An der Energie auf Seiten der Band ändert sich aber nichts! Im Gegenteil: Varials geben Vollgas und das Publikum zieht mit. Deftiger Metalcore bringt die Menge zum Toben und Schwitzen. Das merkt man auch an der Luft, die gefühlt immer weniger wird. Es folgen weitere Klassiker wie “Bleeding” und “South Of One” (Album “In Darkness”, 2019). Man merkt, dass die Stimmung gut ist und hier neue Fans dazugewonnen wurden. Abgeschlossen wird das Set mit “Empire Of Dirt” (Album “Pain Again”, 2019) und “I’ll Find The Dark” vom letzten Album. Die Band hat wirklich von Anfang bis Ende ein energiereiches, verdammt hartes und tanzbares Set gespielt und den Fans richtig eingeheizt!

Der letzte Support Act ist eine Band, welche in den letzten Jahren einiges an Aufmerksamkeit erhalten hat und das zurecht! Es geht um Silent Planet. Spätestens nach dem letzten Album “Superbloom” von 2023 erfährt die Band stetigen Zuwachs und heute Abend zeigt sich auch wieder warum. Nicht nur auf Platte funktioniert die melodische Musik, auch live ist das Quintett wirklich eine wunderbare Erfahrung. Die Bandbreite der Vocals, die Sänger Garrett Russel präsentiert, hat mich wirklich mehrfach aufschauen und staunen lassen. Eingeleitet wird das Set mit den neueren Songs wie “Offworlder”, “Collider” und “Antimatter” (Album “Superbloom”, 2023) und man spürt, dass das Publikum sich auskennt! Es wird mitgesungen, getanzt und immer wieder gecrowdsurft. Die Energie ist wirklich großartig und auch Langzeit-Fans kommen mit Songs wie “The New Eternity” (Album “When The End Began”, 2018) und “Panic Room” (Album “Everything Was Sound”, 2016) voll und ganz auf ihre Kosten.

Nach vielen Pits, sehr dünner Luft und guter Stimmung endet das Set und Frontmann Russell lässt es sich nicht nehmen und grüßt einige der Besuchenden mit einer herzlichen Umarmung, Handschlag und einem großen “Thank you for being here!”. Was für eine tolle Show!

Zwischen dem Bühnenwechsel lädt die abgespielte Musik mit vielen Klassikern zum Mitsingen ein und das Publikum macht das mit so viel Freude und Energie, sodass schnell klar wird: Wir freuen uns auf den Mainact und haben Bock!

Dann dauert es auch nicht lange und die Bandmitglieder laufen nacheinander auf die Bühne! Da sind sie, The Amity Affliction aus Australien und begrüßen die Tonhalle mit breitem Lächeln auf den Gesichtern, was alle ansteckt! Eingeleitet wird das Set mit einem der bekanntesten Songs "Pittsburgh" (Album “Let The Ocean Take Me, 2014) und es wäre eine Lüge zu sagen, dass man keine Tränchen hat kullern sehen (kurzzeitig war mein Blick durch die Linse vielleicht auch kurz verschwommen ;) ). Weiter geht es mit den Singalong Songs “Drag The Lake” (Album “Misery”, 2018) und “Like Love” (Album “Somewhere Beyond The Blue”, 2021). Es wird fleißig mitgesungen, gecrowdsurft und getanzt! Dann geht es ganz schnell und wir kommen in den Genuss des wiederauflebenden und vergleichsweise härteren Sound der Band. Die Kombination aus scharfen Growls und dem cleanen Gesang mit melodischen Elementen und druckvollen Gitarrenriffs hat die Band beibehalten und wohlgemerkt für sich gemeistert! Das, was wir an diesem Tag erleben dürfen, ist ganz großes Kino für die Ohren.

Mit “Bleed” und “Heaven Sent” vom diesjährig erschienen Album “House Of Cards” trifft das Quartett um Sänger Joel Birch absolut ins Schwarze. Das Publikum singt fleißig weiter mit, es werden Moshpits gestartet und weiterhin viel über die Menge gesurft. Dass die Show in der Tonhalle außerdem die größte der Tour ist, wird selbstverständlich nicht außer Acht gelassen und mit herzlicher Dankbarkeit seitens der Band geäußert und mit emotionalen Ansprachen zwischen den Songs zu hören und spüren gegeben. Bei diesem Konzert kommen Fans jeglicher Amity Äras auf ihre Kosten und dürfen sich über ein durchmischtes Set aus dem neuen Album und Songs wie “All My Friends Are Dead” (Album “Everyone Loves You…Once You Leave Them”, 2020), “Open Letter” (Album “Chasing Ghosts”, 2012) und “All Fucked Up” (Album “This Could Be Heartbreak, 2016) freuen. Egal an welcher Stelle in der Halle ich mich befunden habe, habe ich gesehen und gespürt, dass hier wirklich alle eine gute Zeit haben und die Show sehr genießen. Überall war Bewegung zu sehen und das Grinsen vom Anfang des Sets ist bis zum Balkon oben gewandert! Mit “Death’s Hand” (Album “Let The Ocean Take Me”, 2015) und dem finalen Encore “Soak me in Bleach” (Album “Everyone Loves You…Once You Leave Them”, 2020) wird das Set beendet und damit ein Abend mit sehr harter Musik vom Post-Hardcore bis Metalcore, vielen Pits, noch mehr Crowdsurfern, ausgeschrienen Lungen und großen Emotionen!

Damit wurde an diesem Feiertag tatsächlich genau das gemacht: gefeiert ohne Ende! Danke für den wundervollen Abend!

Nachbericht und Fotos von Alina Stoll

Dieser Artikel wurde am: 7. Oktober 2026 veröffentlicht.

Autor: Nessa Deleto

FOTOS von The Amity Affliction, Silent Planet, Varials und Orthodox

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