Stay Lonely, play loud: Blood Red Shoes in München!

Knapp einen Monat nach dem Release ihres neuen Albums Stay Lonely machten Blood Red Shoes Halt in München. Dabei zeigte das britische Duo, dass es auch nach über 20 gemeinsamen Jahren noch Lust auf neue Sounds hat, ohne seinen eigenen Stil zu verlieren.

Das Publikum im Technikum musste erst noch ein bisschen warm werden, als sm^sher, das Projekt der britischen Künstlerin Imogen Mason, den Abend eröffnete. Ihr Sound aus Loops, Samples und allerlei elektronischen Spielereien war für meinen Geschmack etwas zu experimentell. Zwar gewannen die Songs deutlich, sobald der Gesang einsetzte, und auch das Publikum fand mit der Zeit immer mehr Spaß daran. So richtig passend für die Fans von Blood Red Shoes fand ich die Wahl des Supports aber nicht.

Blood Red Shoes selbst ließen es danach ordentlich krachen. Auf der Setlist standen sowohl Songs vom neuen Album als auch viele bekannte Stücke aus ihrer über 20-jährigen Bandgeschichte. Besonders spannend fand ich, wie deutlich die Entwicklung ihres Sounds zu hören war: von den rauen, eher im Alternative Rock verwurzelten Songs der Anfangszeit bis hin zu neueren Stücken, bei denen elektronische Elemente mehr Raum einnehmen. Und trotzdem klang alles unverkennbar nach Blood Red Shoes.

Egal ob alte Klassiker oder neue Songs: Die Energie blieb über das ganze Konzert hinweg hoch. Laura-Mary Carter an Gitarre und Gesang und Steven Ansell an Schlagzeug und Mikrofon füllten die Bühne komplett aus. Zwar bekamen die beiden bei ein paar Songs Unterstützung von einem Bassisten, doch eigentlich brauchen sie weder eine größere Besetzung noch viel Drumherum. Ihre Stärke liegt darin, wie gut sie sich ergänzen und wie viel Power sie gemeinsam auf die Bühne bringen.

Auch das Publikum zog den ganzen Abend über mit. Zum Glück! Denn Carter verriet zwischendurch, dass sie bei neuen Songs immer etwas nervös ist. Schließlich weiß man nie, wie sie beim Publikum ankommen. Ein überraschend persönlicher Moment zwischen all der lauten Musik, der auch eine andere Seite der Band zeigte. Die Reaktionen des Publikums dürften ihr jedenfalls Mut gemacht haben. Offenbar kommen auch die neuen Songs, die sich erst noch ihren festen Platz im Set erspielen müssen, schon ziemlich gut an.

Und während das neue Material zeigte, wohin die Reise für das Duo geht, erinnerten die alten Hits daran, warum Blood Red Shoes auch nach so vielen Jahren noch eine treue Fangemeinde haben. Spätestens bei „I Wish I Was Someone Better“, einem ihrer bekanntesten Songs, ging die Stimmung noch einmal richtig nach oben.

Nach einer kurzen Pause kamen die Briten für drei Zugaben zurück auf die Bühne: „On the Hook“, „God Complex“ und „Elijah“. Ein Finale, das zeigte, dass das neue Album weit mehr ist als nur ein Anlass, um wieder auf Tour zu gehen. Auch nach über 20 Jahren haben Blood Red Shoes offenbar noch einiges zu sagen.

Nachbericht und Fotos von Melvin Núñez

Dieser Artikel wurde am: 21. Oktober 2026 veröffentlicht.

Autor: Nessa Deleto

FOTOS von Blood Red Shoes und sm^sher

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