So lief der erste Tag am Festival Mediaval!

Das Festival Mediaval in Selb feierte gestern den Auftakt seiner 16. Auflage mit dem besonderen Gothic-Special – und was für ein Einstieg das war! Bei angenehmen 18-20 Grad und teilweise bewölktem Himmel verwandelte sich das Festivalgelände in eine lebendige Mittelalter-Phantasie. Zwischen den Konzerten auf den zahlreichen Festivalbühnen lockte ein authentischer Mittelaltermarkt mit kunstvoll gestalteten Lagern, urigen Tavernen und Verkaufshütten. Überall erklangen Fideln und Leierkästen, während Kleinkünstler, Komiker und Gaukler für mittelalterliches Flair sorgten. Die erwarteten 5.000 Besucher pro Tag ließen sich gerne in diese fantastische Welt entführen.

Den musikalischen Auftakt auf der Schlossbühne machten PurPur – und das war schon etwas ganz Besonderes. Die Zwillingsschwestern Judith und Christine sind seit sage und schreibe 15 Jahren auf dem Festival dabei, praktisch seit der ersten Stunde dieser Veranstaltung. Mit ihrem „textlastigen, instrumental-PurPur-istischen Mittelalter-Fantasy-Zwillings-Folk“ und Instrumenten wie der PurPurella, der Low-Whistle und der Shruti-Box verzauberten sie die Zuhörer einmal mehr mit ihrer einzigartigen Mischung aus zweistimmigen Balladen und augenzwinkernden Eigenkompositionen.

Weiter ging es auf der Burgbühne mit The Blackbeers – und hier wurde es richtig wild! Die sechsköpfige Pirate-Punk-Band aus der „coast of Selbcity“ um Captain Willy Wanker sorgte für ordentlich Stimmung. Das Publikum war so begeistert, dass immer wieder lautstark Zugabe gerufen wurde. Besonders ikonisch: Der erhobene Mittelfinger der Band, der sogar Teil einer Song-Choreographie war – Piraten-Attitude pur!

Zurück auf der Hauptbühne folgte Mila Mar mit ihrem ersten Auftritt beim Festival Mediaval. Die Band brachte rhythmische Klänge mit, die stark an Wardruna oder Heilung erinnerten. Die Wiese vor der Schlossbühne füllte sich merklich, und die einladende Reaktion des Publikums führte dazu, dass sich die Band herzlich für den warmen Empfang bedankte.

Einen der Höhepunkte des Abends lieferten Goethes Erben auf der Burgbühne. Die Formation um Oswald Henke ist längst kein gewöhnlicher Musikact mehr, sondern ein wahres Kunstwerk. Mit ihrer Mischung aus Dark Wave, Neofolk und theatralischen Performances schaffen sie eine einzigartige Atmosphäre, die weit über reine Musik hinausgeht. Ihre düsteren, poetischen Texte und die dramatische Bühnenpräsenz passten perfekt zum Gothic-Special des Festivals.

Den krönenden Abschluss lieferte ASP als Headliner auf der Schlossbühne. Die Band um Alexander Spreng zelebrierte eine Best-Of-Show, die durch verschiedene Epochen der Band begleitete. Die Wiese war brechend voll und das Publikum sang ab spätestens der Showhälfte konstant lautstark mit. Die Gothic-Rock-Veteranen gehören einfach zu den absoluten Größen der deutschen Dark-Szene, die genau wissen, wie sie mit großem Publikum umgehen müssen.

Das Festival Mediaval 2025 startete damit wirklich einladend in seine 16. Auflage. Die Kombination aus authentischer Mittelalter-Atmosphäre, vielfältiger Musik und dem besonderen Flair machte den ersten Tag passt wunderbar. Die nächsten beiden Tage versprechen noch weitere Höhepunkte. Bleibt dran, dann verpasst ihr nichts!

Fotos und Nachbericht von Marco Liske.

Dieser Artikel wurde am: 13. September 2025 veröffentlicht.

FOTOS von Festival Mediaval

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