Oberhausen, 13.04.2026: SKYND ist im Moment mit der DEAD SERIOUS TOUR 2026 in Europa unterwegs, und wir konnten es uns nicht nehmen lassen, in die düstere Musik einzutauchen.
Nein, es ist kein Bericht über eine Show mit harten Beats, Riffs und Trommelhämmern, wie es sonst hier präsentiert wird. Es ist der Bericht über eine Show, die unter die Haut geht und die dunkelsten Ecken des Verstandes und vielleicht auch der Seele berührt. Nicht feiern und die Sau rauslassen steht an diesem Abend und auf diesem Konzert im Vordergrund, sondern Mörder und Mordopfer. Die Namen der Songs stehen für einzelne Fälle von Serienmördern (z. B. Mikhail Popkov) und Serienmörderinnen (Tamara Samsonova), Amokläufen (Columbine High School massacre) oder Massenselbstmorden (Heaven’s Gate mass suicide) sowie einzelnen Mordopfern (Bianca Devins). Die Setlist ist eine Aneinanderreihung grausamster Verbrechen, und in der Vorbereitung auf das Konzert kamen mir Zweifel, ob das wirklich ein gutes Programm für einen lauen Frühlingsabend sein könnte.
Wie kann in einen solchen Abend eingeführt werden?
Gar nicht! Keine Vorband! Keine Einführung!
Es gibt SKYND pur, FATHER im Hintergrund und einen weiteren Menschen an den Drums.
Eine Show, die von der ersten Minute an unter die Haut geht. SKYND ist die Protagonistin und variiert ihre Stimme von leisen, schon sanften Tönen bis zu schneidenden Ansagen. Das Ganze wird von FATHER und Schlagzeug untermalt, mit pulsierenden und elektronischen Klängen bis hin zu schroffen Beats. Zusammen mit der Lichtgestaltung wird eine Show abgeliefert, die alle Sinne einbezieht und tief unter die Haut geht. Stimme, Sound und Licht bilden eine Inszenierung, die in den Bann zieht, und nur wenige bewegen sich im Takt der Klänge. Wer denkt, den einen Song – oder wie hier einen Fall – sacken lassen zu können, um den nächsten überhaupt aufnehmen zu können oder sich kurz über das Erfahrene austauschen zu können, wird enttäuscht. Ein „Fall“ ist geschildert, der nächste wird geöffnet. Kaum Zeit, um durchzuatmen. Die gibt es erst am Ende der Show. Und die wird auch dringend gebraucht, um die Eindrücke der Inszenierung zu verarbeiten und langsam auf den Boden der scheinbar heilen Welt zurückzukehren.
Nachbericht und Fotos von Jürgen Kempken
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