Nach zwei bereits starken Festivaltagen stand bei Rock im Park der finale Tag auf dem Programm. Doch von Müdigkeit war auf dem Festivalgelände nichts zu spüren. Im Gegenteil: Der Sonntag hielt noch einmal zahlreiche Highlights bereit – inklusive eines Headliners, auf den viele Fans jahrelang gewartet hatten.
Für uns begann der Tag mit Mehnersmoos, die direkt für beste Laune sorgten. Zwischen jeder Menge Humor, Party-Stimmung und den passenden Hymnen für das erste Festivalbier des Tages feierte das Publikum ausgelassen mit. Etwas härter wurde es anschließend bei We Came As Romans. Die Metalcore-Band zog eine beeindruckende Zuschauermenge an und füllte das Infield schon früh am Tag ordentlich. Kraftvolle Songs, starke Breakdowns und eine energiegeladene Performance machten den Auftritt zu einem gelungenen Programmpunkt.
In der Orbit Stage ging es direkt mit Ankor weiter. Die Band überzeugte mit ihrem modernen Alternative-Metal-Sound und einer sympathischen Bühnenpräsenz. Spielfreude und Energie übertrugen sich schnell auf das Publikum, das den Auftritt entsprechend feierte.
The Hives lieferten anschließend einmal mehr den Beweis, warum sie zu den besten Livebands der Rockszene gehören. Trotz sommerlicher Temperaturen erschien die Band gewohnt geschniegelt im einheitlichen Outfit. Frontmann Pelle Almqvist nutzte jeden Zentimeter der Bühne, suchte immer wieder die Nähe zum Publikum und krönte die Show schließlich mit einem Bad in der Menge.
Auch The Plot In You standen für uns nicht zum ersten Mal auf dem Programm. Dennoch war ihr Auftritt bei Rock im Park vermutlich der stärkste, den wir bisher von ihnen gesehen haben. Neben einer hervorragenden musikalischen Leistung gab es sogar eine eindrucksvolle Feuershow, die den Auftritt zusätzlich aufwertete. Direkt im Anschluss folgten Architects. Die Briten gehören mittlerweile zu den festen Größen der modernen Metal-Szene und wurden von den Fans entsprechend gefeiert. Frontmann Sam Carter verstand es erneut, die Menge zu begeistern und für Bewegung vor der Bühne zu sorgen. Auch wenn die Band für uns persönlich nicht mehr ganz die Faszination früherer Jahre entfaltet, zeigte die Reaktion des Publikums deutlich, welchen Stellenwert Architects nach wie vor besitzen.
Ohne große Pause ging es für uns weiter zu Within Temptation. Frontfrau Sharon den Adel erschien zunächst in einem Oberteil mit Deutschlandflaggen-Design auf der Bühne und sorgte damit für Gesprächsstoff. Bereits nach wenigen Songs folgte jedoch der erste Outfitwechsel. Musikalisch ließen die Niederländer ohnehin keine Wünsche offen und lieferten eine starke Festivalshow ab.
Anschließend führte uns der Weg zur Mandora Stage, wo Trivium auf dem Programm standen. Die US-Metalband präsentierte sich bestens aufgelegt. Neben jeder Menge Feuer auf der Bühne fiel vor allem Frontmann Matt Heafy auf, der sichtbar Spaß hatte und mit seinem Dauergrinsen nicht nur musikalisch überzeugte.
Dann war es endlich Zeit für das persönliche Highlight unseres Tages: Linkin Park. Gemeinsam mit mehr als 80.000 Besucherinnen und Besuchern strömten wir vor die Bühne, um diesen besonderen Moment mitzuerleben. An dieser Stelle müssen wir uns wohl bei Babymetal entschuldigen, die parallel sicherlich ebenfalls eine großartige Show spielten. Doch die Chance, Linkin Park erneut live zu erleben, wollten wir uns nicht entgehen lassen. Nicht zuletzt deshalb, weil wir sie im Park das letzte Mal mit Chester sahen. Die Show konnte sich mehr als sehen lassen, denn stimmlich überzeugte Emily Armstrong auf ganzer Linie. Klasse Stimmung, perfekte Set-List und ein Auftritt der so schnell nicht vergessen wird.
Mit einem eindrucksvollen Festivalwochenende feierte Rock im Park zugleich sein 31-jähriges Bestehen und bewies erneut, warum das Festival seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Live-Events Europas zählt. An allen drei Festivaltagen kamen jeweils rund 80.000 Besucherinnen und Besucher auf das Nürnberger Zeppelinfeld und verwandelten das Gelände in eine Stadt aus Musik, Freundschaft und Leidenschaft.
Die Festivalveranstalter ziehen entsprechend eine durchweg positive Bilanz. Besonders die Verpflichtung von blink-182 gilt als großer Erfolg. Die Band zählte über Jahre hinweg zu den meistgewünschten Acts der Festivalgeschichte und konnte erstmals für Rock im Park gewonnen werden. Auch Einsatzkräfte und Behörden zeigten sich zufrieden. Bei überwiegend guten Wetterbedingungen verlief das Festival friedlich und organisatorisch weitgehend reibungslos.
Nach einem ausverkauften Rekordjahr richtet sich der Blick bereits auf Rock im Park 2027. Der Vorverkauf startete am 9. Juni um 12 Uhr – und die Resonanz der Fans war überwältigend. Bereits innerhalb der ersten Stunde wurden über 27.000 Tickets verkauft. Ein beeindruckender Wert, der zeigt, wie groß die Vorfreude auf das nächste Festivalwochenende bereits jetzt ist.
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