Der Abend im Technikum München begann um 20:00 Uhr leise, aber bestimmt. Das Schwesternduo Sarah Julia aus Amsterdam eröffnete das Konzert mit reduzierten Arrangements und zwei Stimmen, die sich nicht in den Vordergrund drängten, sondern einander trugen. Ihre Songs wirkten fragil und zugleich selbstbewusst, irgendwo zwischen Folk, Indie und feiner Melancholie, und schufen früh eine Atmosphäre, die das Publikum sofort zum Zuhören zwang. Kein überflüssiger Effekt, keine unnötige Geste – stattdessen ehrliche Musik, die Raum ließ für Stille und Nachhall. Ein Support, der nicht bloß einleitet, sondern den Ton für den gesamten Abend setzt.
Als Mon Rovîa schließlich um 21:00 Uhr die Bühne betrat, war der Raum bereits geöffnet. Seine Stimme, rau und warm zugleich, legte sich über das Technikum wie ein ruhiger, aber bestimmter Strom. Im Gepäck hatte er auch seine Band dabei, die aus verschiedenen Städten der USA kommen, u.a. Chicago oder Los Angeles. Er selbst, ursprünglich in Liberia geboren, hat zudem bei der Vorstellung seiner Band auch eine kleine Anekdote am heutigen Konzert erzählt, denn sein Gitarrist, der ihn seit seinen Anfängen begleitet und er selbst, stehen gemeinsam and diesem Abend zum 100. Mal zusammen auf der Bühne. Zwischen Americana, Folk, Indie und einer fast spirituellen Intimität erzählte er Geschichten von Identität, innerem Ringen und Hoffnung, ohne Pathos, ohne Schutzschild. Besonders in den reduzierten Momenten, wenn Gitarre und Stimme genügten, entstand eine spürbare Nähe, die den ganzen Raum erfasste. Mon Rovîa suchte keine große Inszenierung, sondern Verbindung, und fand sie in einem Publikum, das aufmerksam, respektvoll und fast andächtig reagierte. Hier und da auch lautes Mitsingen, kein aufgesetzter Jubel – vielmehr diese seltene, dichte Stille zwischen den Songs, die zeigt, dass Musik gerade wirklich ankommt. Am Ende blieb kein Gefühl von Euphorie, sondern eines von Tiefe. Ein Konzert, das nicht laut verabschiedet, sondern lange nachwirkt, irgendwo zwischen Herz und Kopf. Gegen 22:30 Uhr war das komplette Set am Ende angelangt.
Nachbericht und Fotos von Cris Kilper
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