Die MusicHall in Geiselwind ist bekannt dafür, dass sie Härte, Schweiß und laute Gitarren förmlich einatmet. Am Freitag, den 21. November, war das nicht anders: Hatebreed machten auf ihrer vorletzten Tour-Show Halt, begleitet von den Thrash-Veteranen Sacred Reich. Ein Abend, der roh, schwer und kompromisslos ausfiel, genau so, wie man es sich von dieser Kombination erhofft.
Sacred Reich – roh, direkt und sofort im Gesicht
Sacred Reich eröffneten den Abend und zwar genauso, wie man es von ihnen erwartet: unglaublich roh, kantig, ohne Schnörkel. Anfangs war die Halle noch etwas luftig, aber kaum hatten die ersten Riffs Fahrt aufgenommen, füllte sich der Raum in gefühlten Sekunden.
Es dauerte nicht lange, da entstand der erste Pit des Abends, die logische Konsequenz bei den treibenden Thrash-Grooves der Band. Sacred Reich spielten sich kompromisslos durch ihr Set und lieferten genau das Fundament, das ein Hatebreed-Abend braucht: Energie, Haltung und eine Soundwand, die das Publikum schon früh in Bewegung brachte.
Hatebreed – sobald Born to Bleed losging, war Feierabend
Als Hatebreed die Bühne betraten, war die Halle längst angekommen. Doch spätestens mit den ersten Takten von Born to Bleed gab es kein Halten mehr. Ab da brüllte praktisch jeder im Raum jede Zeile mit, und der Pit zog sich über fast die gesamte Breite der Location. Es war dieser typische Hatebreed- Moment, bei dem man spürt: Der Hardcore übernimmt ab jetzt die komplette Kontrolle.
Auch Crowdsurfer machten sich früh auf den Weg nach vorne und hörten praktisch nicht mehr auf. „Tomorrow is for the rest. Today is not the (fucking) day.“ Zwischendurch fiel eine der wenigen Ansagen des Abends: „Tomorrow is for the rest. Today is not the fucking day.” Kurz, schlicht, aber mit maximaler Wirkung und damit sehr sinnbildlich für das gesamte Set.
Zu den wenigen persönlichen Momenten gehörte die Erwähnung dass Wayne Lozinak (Gitarre), der erst vor drei Monaten eine Operation wegen eines Hirntumors überstanden hatte, wieder auf der Bühne steht und diese Tour spielt.
Und warum Geiselwind?
Erzählt wurde an diesem Abend insgesamt wenig. Hatebreed ließen lieber den Hardcore selbst sprechen, statt große Reden zu schwingen. Aber eine Sache wurde erwähnt: Die Idee, bei dieser Tour in Geiselwind zu spielen, kam von Matt Byrne (Drums) und war definitiv die richtige Entscheidung.
Neues Album? Ja, aber keine großen Worte
Auch wenn Frontmann Jamey Jasta nicht viel redete, fiel eine kleine, aber spannende Bemerkung: Die Band freue sich darauf, endlich am neuen Album zu arbeiten. Kein großes Promo-Geschrei, keine Details. Eher ein beiläufiger Hinweis. Aber einer, der das Publikum sofort jubeln ließ. Die vorletzte Show der Hatebreed-Tour in Geiselwind war ein Abend, der keine Kompromisse kannte. Sacred Reich lieferten einen rohen, erdigen Auftakt, der den Grundstein für das setzte, was Hatebreed danach entfesselten. Wenig Gerede, wenig Ablenkung. Stattdessen: Hardcore pur, eineHalle im Dauerpit, Crowdsurfer ohne Pause und eine Band, die ihren ganz eigenen Weg geht. Geiselwind war an diesem Abend kein Konzertort, sondern ein Druckkochtopf.
Nachbericht und Fotos von Lukas Pförtsch.
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