ASP im Löwensaal mit starker Botschaft für mehr ungestörte Fanmomente!

Ein Samstagabend im Oktober, ein fast voller Löwensaal und eine Band, die lieber Gesichter sieht als Handys.  ASP machten am 10.10.2026 mit ihrer „Mehr denn je!“-Tour Halt in Nürnberg. Im Gepäck: Schöngeist, ein Support, der wirklich aufgefallen ist - aus mehreren Gründen.

Ein paar Tickets gibt es zwar noch an der Abendkasse, drinnen merkt man davon aber wenig. Unten vor der Bühne wird es eng, und auch oben auf der Empore ist kaum noch Platz. Die Stimmung ist von Anfang an aufs Mitmachen gepolt.

Schöngeist sind keine Newcomer. Sänger Timur Karakus hat die Band schon 2006 in München gegründet, dann folgte allerdings eine lange Funkstille. Erst 2025 meldeten sie sich nach zwölf Jahren mit „Schwarz vor Augen“ zurück, einem Album zwischen deutschsprachigem Dark Rock, Gothic und elektronischen Einflüssen. Prominente Unterstützung gab es auch: Eisbrecher-Frontmann Alexander Wesselsky schrieb mit, und Ex-Evanescence-Gitarristin Jen Majura ist bei „Du Du Du“ zu hören.

Live brauchen die Münchner trotzdem ein paar Anläufe.  Die ersten Songs laufen noch etwas verhalten, doch ab Song drei oder vier kommt so langsam aber sicher Schwung auf.  Die Tracks wurden eingängier, vor der Bühne kommt Bewegung rein, und die Band sucht immer wieder den direkten Draht zum Publikum.  Ansagen, Sprüche, echte Interaktion. Für einen Support-Act ist das eher die Ausnahme. Ich gebe zu: Mit dem Wechseln in der Energie hatte ich nicht gerechnet. Ab der Hälfte des knapp 40-minütigen Sets hatten sie auch mich komplett.

Dann ASP. Seit über zwanzig Jahren baut Alexander „Asp“ Spreng an seinem eigenen dunkelromantischen Kosmos, in dem Songs eher Kapitel als Einzelstücke sind. Hier gibt es keine Anlaufphase. Vom ersten Song an steht der Saal unter Strom. Es wird gesungen, getanzt und mitgefeiert, unten wie oben. Nach fünf Songs hält Asp kurz inne. Was er von der Bühne aus sieht, sind vor allem hochgehaltene Smartphones, und genau die würden die Energie zwischen Band und Publikum ausbremsen. Man freue sich doch auf die schönen Menschen da unten, nicht auf deren Bildschirme. Das Thema ist für ihn kein neues: Schon bei den unplugged Mainächten 2025 blieben die Handys weitgehend in der Tasche. Das ist kein erhobener Zeigefinger, aber eine klare Ansage. Und sie passt zu einer Band, deren Konzerte vom Miteinander leben.

Anlass der Tour ist die EP „Mehr denn je!“, erschienen Anfang September. Darauf sind drei neue Studiosongs, darunter „Schockrock“ und „Mondlicht Romantasy“, dazu ein Sondertrack und zwei bislang unveröffentlichte Liveaufnahmen. 

Unterm Strich ein Abend, der vom Zusammenspiel lebt. Ein Support erspielt sich seinen Platz, ein Headliner in Höchstform, und ein Publikum das sichtlich Lust hat, Teil davon zu sein.

Nachbericht und Fotos von Marco Liske

Dieser Artikel wurde am: 16. Oktober 2026 veröffentlicht.

Autor: Nessa Deleto

FOTOS von ASP und Schöngeist

Ähnliche Beiträge

0 Kommentare

Kommentar Schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert