Nürnberg, 01.07.2026: Mit einer ausverkauften PSD Bank Arena und knapp 8.000 Besucherinnen und Besuchern starteten AnnenMayKantereit am 1. Juli 2026 ihre neue Tour und damit ausgerechnet in Nürnberg. Schon vor Konzertbeginn fiel dabei etwas auf, das sich wie ein roter Faden durch den gesamten Abend ziehen sollte: Die zahlreichen Awareness-Teams von L’unita waren im Innenraum und auf dem Gelände präsent.
Von Jugendlichen bis hin zu älteren Fans war nahezu jede Altersgruppe vertreten, auch wenn der Großteil zwischen etwa 14 und 25 Jahren lag und überwiegend weiblich war. Insgesamt herrschte schon lange vor Konzertbeginn eine entspannte und angenehme Atmosphäre.
Den Abend eröffnete die Singer-Songwriterin Magda. Unterstützt wurde sie von Emma am Cello und Johannes am Keyboard. Bereits früh zeigte sich ihre lockere Art: Den Song Versagen kündigte sie augenzwinkernd als Lied über ihre beiden Mitmusiker an, bevor schnell klar wurde, dass es dabei eher um das Scheitern ging als um eine ernst gemeinte Widmung. Natürlich handelte es sich hier um einen Spaß. Wenig später folgte ein sehr persönlicher Song über ihr Coming-out, der zeigte, wie nahbar ihre Texte sind und gut zum ruhigen Einstieg in den Abend passte.
Als schließlich AnnenMayKantereit die Bühne betraten, wurde schnell klar, dass diese Tour einen anderen Weg einschlägt als viele aktuelle Produktionen. Statt einer spektakulären Bühnenshow mit riesigen LED-Wänden oder aufwendiger Pyrotechnik setzte die Band bewusst auf Zurückhaltung. Die Hauptbühne war halbkreisförmig aufgebaut und wurde von einem schlichten Theatervorhang eingerahmt. Im weiteren Verlauf wechselte die Band immer wieder auf eine zweite Spielfläche, die wie ein gemütlicher Proberaum oder ein Tonstudio eingerichtet war. Passend dazu erzählten AnnenMayKantereit, dass sie derzeit an einem neuen Album arbeiten. Die zusätzliche Bühne wirkte dabei fast wie ein Blick in ihren kreativen Rückzugsort. Ein Ort, an dem sie sich selbst wohlfühlen und Musik entstehen lassen.
Dass Nürnberg gleichzeitig der erste Tourstopp war, merkte man der Band nur ganz zu Beginn leicht an. Die ersten Minuten wirkten noch etwas vorsichtig, doch diese Zurückhaltung verflog schnell.
Bereits nach wenigen Songs spielte die Band mit einer Selbstverständlichkeit, als wäre sie schon seit Wochen unterwegs.
Ein wichtiger Bestandteil der Show war die Kameraregie. Mehrere Kameras fingen das Geschehen aus unterschiedlichsten Perspektiven ein, die Bilder wurden in schnellen Schnitten zusammengesetzt und sowohl auf den Seitenleinwänden als auch direkt auf den weißen Bühnenvorhang projiziert.
Allein durch diese dynamischen Perspektivwechsel entstand Bewegung, obwohl die Bühne selbst bewusst schlicht gehalten war.
Schon während Vielleicht Vielleicht zeigte sich, wie intensiv das Publikum den Abend aufnahm. Henning May tanzte und bewegte sich immer wieder über die Bühne, während Gitarrist Christopher Annenmehrfach zwischen Gitarren und mit und ohne Mundharmonika wechselte. Nach dem vierten Song rückte zunächst Schlagzeuger Severin Kantereit in den Mittelpunkt, bevor Henning May den nächsten Titel zunächst allein am Keyboard begann. Erst nach und nach setzte die gesamte Band wieder ein und ließ den Song wachsen.
Immer wieder wechselten die Musiker zwischen der Hauptbühne und ihrer kleinen Studiobühne. Das Licht folgte diesen Bewegungen gezielt und lenkte den Blick des Publikums stets auf den jeweiligen Spielort. Gerade die zurückhaltende Lichtgestaltung unterstrich dabei den Charakter der Show, ohne sich jemals in den Vordergrund zu drängen.
Neben bekannten Songs präsentierte die Band auch mehrere bislang unveröffentlichte Stücke und gab damit einen ersten Ausblick auf das kommende Album. Noch ohne offiziell bekannte Titel wirkten diese Songs bereits stimmig im Gesamtbild des Konzerts und fügten sich selbstverständlich zwischen die bekannten Klassiker ein.
Mit „Pocahontas“ erreichte die Stimmung einen ersten großen Höhepunkt. Die gesamte Arena sang lautstark mit, klatschte im Takt und sprang gemeinsam durch den Refrain. Kurz darauf folgte mit „Oft gefragt“ einer der emotionalsten Momente des Abends, bei dem erneut nahezu die komplette Halle mitsang.
Besonders eindrucksvoll wurde es bei „Ozean“. Unzählige Handylichter tauchten die PSD Bank Arena in ein Meer aus kleinen Lichtern. Henning May forderte das Publikum zunächst auf, noch lauter zu werden, ehe er im nächsten Moment genau das Gegenteil verlangte: „Jetzt ganz, ganz leise.“ Die Arena folgte ihm augenblicklich. Der Wechsel zwischen kraftvollem Chorgesang und beinahe völliger Stille sorgte für einen kurzen Gänsehautmoment und wurde anschließend mit lang anhaltendem Applaus belohnt.
Auch während „Als ich ein Kind war“ blieb die Bühne in Bewegung. Später griff Schlagzeuger Severin Kantereit selbst zur Gitarre, während Bassistin Sophia Fritz die Bühne kurzzeitig verließ. Wenig später kehrte die Band wieder auf ihre Studiobühne zurück, wo erneut die Livebilder auf den weißen Vorhang projiziert wurden und das Gefühl einer gemeinsamen Probe fast greifbar machten.
Vielleicht beschreibt genau dieses Gefühl den Abend am besten. AnnenMayKantereit wollten keine Show präsentieren, die durch immer größere Effekte beeindruckt. Stattdessen schufen sie einen Ort, der bewusst vertraut und nahbar wirkte. Gegen Ende bemerkte Henning May, dass er das Publikum sonst immer daran erinnere, nett zueinander zu sein und aufeinander aufzupassen. An diesem Abend habe er jedoch den Eindruck, dass er das gar nicht sagen müsse. Betrachtet man die Atmosphäre in der ausverkauften Arena, schien ihm das Publikum diesen Eindruck über den gesamten Abend hinweg bereits bestätigt zu haben.
Nachbericht und Fotos von Lukas Pförtsch.
Setlist:
Marie
Nur wegen dir Wohin Du gehst Lass es kreisen Vielleicht Vielleicht
Unveröffentlichter Song Unveröffentlichter Song Pocahontas
Oft gefragt Ozean
Als ich ein Kind war Unveröffentlichter Song Unveröffentlichter Song Du bist anders
21, 22, 23
Jenny Jenny Valerie (Cover) 3 Tage am Meer
Ich geh heut nicht mehr tanzen
Zugabe
Barfuß am Klavier Tommi
Legende (Neuer Song) Ausgehen
Noch offene Tourtermine:
10.07.2026 Dortmund – Westfalenpark
11.07.2026 Köln – RheinEnergieSTADION
17.07.2026 Neu-Ulm – Wiley Sportpark
18.07.2026 Mönchengladbach – SparkassenPark
28.07.2026 Ludwigsburg – KSK Music Open
29.07.2026 Ludwigsburg – KSK Music Open
30.07.2026 Füssen – Barockgarten
13.08.2026 Berlin – Parkbühne Wuhlheide
14.08.2026 Berlin – Parkbühne Wuhlheide
20.08.2026 Hamburg – Trabrennbahn Bahrenfeld
21.08.2026 Hamburg – Trabrennbahn Bahrenfeld
22.08.2026 Rostock – IGA Park
03.09.2026 Hannover – ZAG Arena
04.09.2026 Hannover – ZAG Arena
05.09.2026 Magdeburg – GETEC Arena
10.09.2026 Leipzig – QUARTERBACK Immobilien ARENA
11.09.2026 Leipzig – QUARTERBACK Immobilien ARENA
12.09.2026 Bremen – ÖVB-Arena
19.09.2026 Wien – Wiener Stadthalle, Halle D (AT)
20.09.2026 Graz – Stadthalle Graz (AT)
26.09.2026 Zürich – Hallenstadion (CH)
27.09.2026 Zürich – Hallenstadion (CH)
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