Während auf der Theresienwiese das Oktoberfest startete, stand im Münchner Backstage eine andere Art von Party auf dem Programm: Hard Rock mit 10 Years und Black Stone Cherry.
Und obwohl dafür beim Einlass natürlich keine Menschenmengen seit frühmorgens anstanden, fand ich bei meiner Ankunft eine ordentliche Schlange vor dem Merch-Stand. So viele Leute in der Merch-Line sieht man bei Konzerten in Deutschland eher selten.
Aber genug Vorbericht. Kommen wir zur Musik.
Als 10 Years auf die Bühne kamen, war das Backstage Werk bereits gut gefüllt – offenbar waren viele nicht nur wegen des Headliners da. Die Band aus Tennessee legte mit ordentlich Energie los und spielte ein abwechslungsreiches Set, das zwischen verschiedenen Sounds wechselte, ohne an Intensität zu verlieren.
Dazwischen gab es eine kleine Überraschung – zumindest für mich: eine Coverversion von Nirvanas „Heart-Shaped Box“, deutlich düsterer und härter als das Original. Definitiv einer der besonderen Momente des Abends.
Während anschließend die Bühne umgebaut wurde, flog plötzlich ein aufblasbarer Ball durch das Publikum. Eine kleine Szene, die ziemlich gut zur Stimmung passte: Die Leute waren gut drauf und bereit für die Party.
Und dann kamen die Hauptakteure des Abends: Black Stone Cherry. Und wie.
Die Band stand praktisch keine Sekunde still. Klar, zwischendurch gab es kurze Pausen und Chris Robertson und Ben Wells suchten immer wieder den Kontakt zum Publikum. Trotzdem hatte man das ganze Konzert über das Gefühl, einer Band zuzusehen, die einfach verdammt gerne live spielt – und jede Minute auf der Bühne genießt. Pausen gab es kaum. Stattdessen jede Menge Bewegung, Energie und Spielfreude. Und die sprang schnell aufs Publikum über.
Auch die Setlist hatte einiges zu bieten: alte und neue Songs, sogar einen Track, den die Band zuvor noch nie live gespielt hatte. Dazu Songs über Liebe, persönliche Themen, Zusammenhalt – und natürlich übers Feiern. Apropos Feiern: Nach 20 Minuten verkündete Ben Wells plötzlich, die Party fange jetzt erst richtig an. Er sollte recht behalten.
Während anderswo in München „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ angestimmt wurde, war das Backstage Werk längst voll im „Blame It on the Boom Boom“-Modus. Für manche vielleicht genau die richtige Art, den ersten Oktoberfest-Tag zu feiern.
Nachbericht und Fotos von Melvin Núñez
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