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Interviews

Veröffentlicht am: Januar 24th, 2020 | durch Florian Puschke

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Small State: Die Punkrock-Band im Interview

Moin – wo erwischen wir euch gerade?
Alle: Wie momentan meistens sitzen wir gerade im Proberaum und überlegen wie wir die Weltherrschaft an uns reissen können. Also ganz klassisch.

Für alle, die euch nicht kennen – stellt euch bitte kurz vor.
MAX: Moin, wir sind Small State. Wir waren bis 2010 eine junge Punkrockband aus dem beschaulichen Saarland. Heute sind wir eine etwas ältere Punkrockband aus dem beschaulichen Saarland. Wir haben am 10.01.2020 unsere Reunionshow gespielt und sind wieder da.

Zwischen 2000 und 2010 habt ihr zwei Alben und eine EP veröffentlicht, zudem viele Konzerte gespielt – dann gab es eine Pause von 9 Jahren. Warum?
MAX: Im Prinzip ist uns einfach das Erwachsenendasein etwas in die Quere gekommen. Plötzlich hatten wir richtige Jobs, Familien, Kinder… Da ist die Band dann bei dem ein oder anderen etwas auf der Strecke geblieben. Und das hat den Rest einfach mitgezogen. Das war keine gute Zeit.

Small State 2019 – ihr seid wieder da. Gab es spezielle Anlässe, oder wie habt ihr wieder zusammengefunden?
MAX: Ich habe 2014 ein Solo-Projekt gestartet und wurde sehr häufig auf Small State angesprochen. Deswegen habe ich natürlich immer irgendwie gehofft, dass das noch nicht das Ende war. 2018 habe ich mit meinem Solo-Dings ein Album veröffentlicht und bei der dazugehörigen Releaseparty den Small State-Song, Pirates in Stereo gespielt. Irgendwie nahm dann danach alles seinen Lauf. Andi und Sascha hatten wieder Feuer und ein guter Freund hat sie schliesslich überredet Small State zu reanimieren. Ich war direkt am Start. Chris, unser ehemaliger Bassist, lebt seit dem Ende von Small State in den USA, weswegen wir Ersatz gebraucht haben. Carsten war die erste und einzige Wahl für uns. Wir kennen uns schon seit der Grundschule und musikalisch ist er auch ganz okay soweit (lacht). Im Ernst, wir sind sehr glücklich, dass er bei uns ist. Es passt einfach wie die Faust auf’s Auge.
CARSTEN: Nach dem Ende meiner ersten und einzigen Band Parachutes nach 12 Jahren in 2014 hab ich so ein wenig den Fokus und auch die Lust an der Musik verloren. Ich hab zwar ein paar Sachen ausprobiert und bei ein paar Projekten mitgewirkt, war aber im Endeffekt nie mit dem Herzen bei der Sache. Ich hatte mich eigentlich bereits mit der Idee abgefunden dann eben Rock-Rentner zu sein als Max mir erzählt hat das es eine Small State Reunion geben wird und ob ich Lust hätte mitzumachen. Ich bin eigentlich Gitarrist und sollte von nun an Bass spielen was ich allerdings nicht als Hindernis angesehen habe. Max ist ein Grundschulfreund und Sascha und Andi kenne ich nun auch schon gute 20 Jahre. Da fiel die Entscheidung absolut einfach und ich hab sofort zugesagt.

Mit „Revenants“, „Hometown“ und „Tired Hands“ habt ihr jetzt drei neue Songs am Start. Erzählt uns etwas über die Entstehung der Songs.
MAX: Die Grundidee war in erster Linie etwas Neues zu haben um den Leuten zu zeigen, dass wir wieder richtig am Start sind und dass das keine einmalige Nummer wird.
CARSTEN: Die Songs sind relativ schnell entstanden. Wenn Du noch nie als Band zusammen einen Song geschrieben hast muss man sich eben auch erstmal annähern um zu schauen wie die Dynamik innerhalb der Band überhaupt funktioniert. Für mich als Neuen auf jeden Fall. Im Endeffekt haben uns aber die 3 Songs darin bestärkt das wir auf dem richtigen Weg sind und für uns 4 alles passt. Als die Songs dann veröffentlicht waren hat uns das positive Feedback der Leute nochmals mehr Auftrieb verschafft.

Wie sieht die weitere Zukunft bei euch aus? Ist ein Album geplant?
CARSTEN: Grundsätzlich gilt das wir uns selbst nichtmehr unter Druck setzen wollen. Wir haben alle lange Jahre in Bands gespielt und kennen das Problem mit Deadlines und künstlich erzeugtem Druck. Ziel ist es so viel wie Möglich zu spielen, viele Leute zu erreichen und zu zeigen, dass wir wieder da sind. Tatsächlich ist für 2020 ein neues Album geplant. Lose haben wir mal das Ende des Jahres angepeilt.

Gibt es noch Songs/Texte aus der damaligen Zeit, die ihr heute noch verwenden würdet?
MAX: Ähm… Was die Texte angeht, hätte ich rückblickend gerne ein paar Sachen anders gemacht. Aber was die Songs angeht, auf jeden Fall. Da gibt’s einfach viele Songs, die uns auch noch immer sehr viel Spaß machen, gerade wenn es darum geht diese Live zu spielen Gerade auch weil viele Songs einen hohen emotionalen Wert für uns haben. Die Songs spiegeln auch einen Teil unseres Erwachsenwerdens dar. Und die Ex-Freundinnen die uns damals für einen cooleren Typ verlassen haben, hassen wir immer noch, egal wie viele Jahre dazwischen liegen! (lacht)
CARSTEN: Ich glaube, dass es auch einfach charmant ist zurückzublicken und zu sehen welche Dinge einen damals beschäftigt haben und wie man diese halt in Worte gefasst hatte. Heute machen wir allerdings ein paar Dinge anders.

Am 10.01.2020 habt ihr eure Reunion Show in Saarbrücken gespielt – wie war es?
CARSTEN: Es war völlig irre. Wir hätten niemals mit dem positiven Feedback gerechnet. Die show war 3 Monate vorher bereits ausverkauft und die Rückkehr hätte nicht besser verlaufen können. Wir hatten 2 befreundete Bands (Sidewalk Surfers und Pool Rules) mit dabei die an dem Abend auch gespielt haben und im Publikum waren so viele Freunde und bekannte Gesichter aus den letzten 20 Jahren. Es wurde frenetisch mitgesungen, getanzt und getrunken.

Außerdem spielt ihr am 14.04.2020 zusammen mit No Fun At All – was bedeutet euch das?
CARSTEN: So kurz nach der Reunion direkt mit alten Helden und einer so einflussreichen Band auf der Bühne zu stehen ist etwas ganz besonderes. Wir freuen uns riesig.

Was bedeuten euch folgende Wörter?
Familie
CARSTEN: Alles!

Freunde
MAX: Siehe Punkt a. Familie.

Freiheit
CARSTEN: Grundrecht fast jeden Individuums. Wir müssen weiter darum kämpfen, für uns selbst und andere.

Geister
CARSTEN: Ich liebe Ghostbusters !

Punkrock
MAX: Lebenseinstellung. Zumindest mal ist es meine Definition. Wobei die natürlich um einiges softer ist, als der ursprüngliche Gedanke des Punkrock.

Tough Magazine
MAX: Klingt voll nach Mukki-Buden-Steroiden-Pumper-Dings. (lacht)
CARSTEN: Macht weiter so Ihr macht einen geilen Job <3

Vielen Dank, die letzten Worte gehören natürlich euch!
MAX: Bunt ist das Dasein und granatenstark!
CARSTEN: Hoschis!

Interview von Florian im Januar 2020

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