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Interviews

Veröffentlicht am: Dezember 30th, 2020 | durch Florian Puschke

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Gedankenleser aus dem Saarland: Mentalist im Interview

… oder einfach nur neuer klassischer Metal? Mentalist sind eine Band aus Saarbrücken. Fast könnte man sie All-Stars nennen, denn neben saarländischen Mitgliedern bringen sowohl Thomas „Thomen“ Stauch (Drums) als auch der YouTube Star Rob Lundgren (Vocals) einiges an Erfahrung mit in die Band. Das Debüt „Freedom Of Speech“ ist seit Ende August im Handel und hat schon einige gute Kritiken eingeheimst. Bei einem entspannten Treffen in Saarbrücken sprach die Band über Dinge wie das Album, Pläne und natürlich auch über Gedankenlesen. Freut euch auf das Interview mit den Jungs vom Mentalist.

Hi ihr Lieben. Schön, dass ihr euch die Zeit für ein Interview nimmt. Wie geht es euch gerade?
Mentalist: Hallo zurück. Danke für das Interview. Uns geht es gut. Etwas müde, da wir gerade mitten im Songwriting Prozess für unser zweites Album sind. Da geht es gerade schon etwas weiter. Aber alles in allem geht es uns gut.

Euer Debüt-Album am Start. Erste positive Reaktionen. Wie geht es euch beim Lesen der guten Kritiken. Habt ihr das so erwartet?
Mentalist: Ja man hofft schon auf gute Kritiken. Gerade da man viel von der eigenen Freizeit in die Platte gesteckt hat. Songwriting, Aufnahme, Produktion. Man steckt da mit den Gedanken ständig drin und ist dann froh, wenn diese Arbeit im Nachhinein positiv bewertet wird. Schön wenn Leute dann auch begeistert sind von der Sache, die einem persönlich am Herzen liegt.

Auch bei Facebook nimmt die Like Zahl ständig zu. Auch da für euch erfreulich oder eher erschreckend? Ihr seid noch nicht so lange am Start.
Mentalist: Also es war schon sehr faszinierend zu sehen, wie schnell es nach vorne ging. Es baut sich tatsächlich eine kleine Fanbase auf, was uns natürlich gefällt. Gerade durch Rob und Thomen haben wir ja Leute an Bord, die nicht ganz unbekannt sind. Und es scheinen auch immer mehr Leute dazu zu kommen, was uns natürlich freut.

Kommen wir zum Start der Band. Wie kam es zu der Zusammensetzung? Wer hat wen wann und wie kontaktiert?
Mentalist: Also das ist eine lange Geschichte. Einige von uns kennen sich schon seit 20 Jahren. Aus Discozeiten (lacht). Irgendwann haben wir mal zusammen ein paar Demos aufgenommen und fanden die ganz gut. Doch haben uns Drummer und Sänger gefehlt. Da unser Gitarrist Peter den Thomen gekannt hat, haben wir da nachgefragt. Thomen fand die Sachen gut und den Ansatz interessant uns so kam er zur Band. Durch eine Gesangslehrerin haben wir den Kontakt zu Rob bekommen. Das war ganz cool. Auch unser Bassist ist aus dem Freundeskreis, so dass wir eine bunt gemischte Gruppe haben, die als Mentalist gut funktioniert.

Wie kam es zum Bandnamen. Der Mentalist scheint ein Maskottchen zu werden. So wie Eddy. Was habt ihr mit diesem geplant?
Mentalist: Ja, der Mentalist wird ein wenig im Background auftauchen. Vielleicht bekommen wir ihn bei größeren Events mal auf die Bühne. Da muss man mal schauen. Aber tatsächlich ist er Teil der Band und wird auch auf den Alben Covern erscheinen.

Als saarländische Band mit Thomen und Rob habt ihr es sicherlich nicht ganz einfach, zusammen zu proben und Songs aufzunehmen. Wie läuft das bei euch ab?
Mentalist: Eine interessante Frage. Tatsächlich machen wir einiges online. Wir schreiben so auch Songs. Über Messenger und WhatsApp. Die Sachen werden ausgetauscht, hin und hergeschickt. Beim Proben ist das tatsächlich nicht ganz einfach. Vor Konzerten treffen wir uns dann für ne gewisse Zeit und proben dann täglich. Für das Songwriting machen wir tatsächlich viel digital.

Im Moment seid ihr gerade alle zusammen. Schon eine Woche in Saarbrücken. Das riecht bereits nach einem zweiten Album!?
Mentalist: Das zweite Album soll 2021 rauskommen. Gerade waren wir einige Tage zusammen und haben einige Strukturen zusammengebaut. Bis Ende November werden wir vielleicht schon die Songs haben und dann geht das erst mal mit Thomen im Studio los.

Kommen wir zum Debüt. Wie sind hier die Songs entstanden? Schon über einen längeren Zeitraum oder erst nach der Bandgründung?
Mentalist: Ja, die Ideen gibt es schon länger. Wir hatten dann auf diesen Ideen basierend die ersten Demos aufgenommen. Dann haben wir nochmal ein paar neue Songs geschrieben und haben so das zum Album fertig bekommen.

Auffallen tut bei diesen Songs auch die ausgefeilte Instrumentalisierung. Gitarrensolo, Basssound und Thomen Schlagzeugspiel. Wie lange tüftelt ihr an solch einem einzelnen Stück (gerade auch bei den 8 Minuten Krachern)?
Mentalist: Nun, wir haben ein Gitarrenstudio im Background und dort nehmen wir Gitarren und Bass auf. Nichts Digitales. Das Schlagzeug wird dann bei Thomen aufgenommen. Manche Songs sind halt recht schnell durch aber gerade bei den ausgefeilten Gitarrensoli dauert es eben auch deutlich länger. Es ist bei diesem Album aber auch schwer zu sagen da es über einen längeren Zeitraum entstanden ist. Wenn alle Parts aufgenommen sind, werden die Stücke nochmals von einem Tontechniker gemastert und dann sind die Songs auch fertig.

„Whispering Wings“ tritt etwas auf die Bremse. Welchen Hintergrund hat dieses Stück?
Mentalist: Da hatte ich eine Vision. Etwas was schön klingt und sich zu was aufbaut. Ein langsames, akustisches Stück, das sich etwas atmosphärisch aufbaut und hoffentlich im Gedächtnis bleibt (lacht).

Auch „Digital Mind“ brennt sich ins Gehirn. Welche Aussage wollt ihr mit dieser Nummer rüberbringen?
Mentalist: Da geht etwas um die Handy Zombies. Eine Spaß-Nummer um einen Typen, der über die Straße rennt und sich dann den Kopf anschlägt. Man muss sich sowieso mal fragen, wo das ganze mit dem Handykonsum noch hinführen soll.

„Run Benjamin“ als sehr lange Nummer, die aber in ein paar Jahren als Kult bezeichnet werden könnte. Hammer. Um welchen Benjamin geht es hier?
Mentalist: Da geht es um einen kleinen Jungen. Die Szene spielt in einem Kriegsgebiet und der Junge hat seine Eltern verloren. Es ist ein Stück, bei dem man sich den Text vor Augen führen sollte. Eine Nummer, die schon hart ist, aber sicherlich Kriegsszenarien nachzeichnet.

Auch „Devil’s Game“ überzeugt. Ein Stück, dass melodischer ist und auch etwas von einer Erzählung mit sich bringt. Mystisch halt. Um was würdet ihr denn gerne mit dem Teufel spielen?
Mentalist: Hmmm, Spiele mit dem Teufel gehen sicher eher nach hinten los. Auch für Metal Bands. (lachen)

Die Platte ist jetzt draußen. Durch Corona aber keine Live Auftritte möglich. Hattet ihr da was geplant? Wenn ja, was?
Mentalist: Ja, es sind keine Konzerte möglich. Für nächstes Jahr war eine Tour geplant aber wir können noch nichts sagen. Aber es ist schon enttäuschend, ein Album zu schreiben, das man gerne mal live spielen würde und dann macht da Corona einen Strich durch die Rechnung. Da muss man sich dann etwas gedulden. Wir schauen mal was kommt. Hart für Bands und auch die Veranstaltungsbranche.

Rob veröffentlicht oft Cover Songs. Welche Songs könnten vom Mentalisten mal gecovert werden und an welche stücke würdet ihr niemals Hand anlegen?
Mentalist: Hmm, die Diskussion gibt es bei uns eigentlich nicht. Vielleicht machen wir sowas aber mal. Vielleicht auch nur mal zu Spaß aufnehmen. Ich denke aber eher nicht, dass wir Cover Songs auf die Bühne bringen. Wenn, dann vielleicht aus einem Pop-Song einen Power-Metal-Song machen. Ein Metal Stück covern macht aber weniger Sinn, denk ich mal.

Bei wem wärt ihr gerne mal Support?
Mentalist: Iron Maiden wäre der Hammer. Oder auch Helloween wären geil.

Was bedeuten euch die folgenden Begriffe?
Melodic Metal
Mentalist: Ein Inbegriff der Musik aus den 80ern. Von Bands wie Gamma Ray, Stratovarius etc. geprägt. Wichtig halt Gesangs- und schöne Gitarrenmelodien.

Der Mentalist
Mentalist: Den Mentalisten kann man vergleichen mit einer Lupe. Er macht auf Schwächen aufmerksam. Sieht man etwas auf unserem Cover. Er steht so als Vergrößerungsglas der Gesellschaft. Ein Mann, der auf Dinge blickt, die nicht so gut laufen.

Vorbilder
Mentalist: Verschiedene. Unter anderem auch Ozzy Osbourne, Iron Maiden, Symphony X, und viele andere. Gibt einiges, die uns beeinflusst haben. Gerade auch da wir aus unterschiedlichen Richtungen kommen.

Bitte vervollständigt die folgenden Sätze:
Der Mentalist sorgt …
Mentalist: … für keine weiteren Jahre Trump (lacht). Und für eine sachliche und kritische Aufklärung (lacht wieder)

Freedom oft Speech …
Mentalist: … bedeutet uns sehr viel.

Im Saarland …
Mentalist: … gebt um 12 gess (lacht).

Interviews machen Spaß, wenn …
Mentalist: … die Atmosphäre so locker ist wie heute. (lachen wieder)

Vielen Dank für das Interview. Die letzten Worte gehören dir!
Mentalist: Ja, vielen Dank. Wir hoffen, dass wir uns beim zweiten Album und vielleicht auch live sehen können. Beim nächsten Mal sind wir noch besser vorbereitet (lachen)

Wir bedanken uns bei Mentalist für das ausführliche und informative Interview im September 2020. Wir sind sicher, dass wir von diesen Jungs noch einiges hören werden. Wer mehr über Mentalist wissen möchte, der schaut nach unter: www.facebook.com/thomendrumchamber

Interview von Thorsten im September 2020

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