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Interviews

Veröffentlicht am: Dezember 3rd, 2019 | durch Florian Puschke

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25 Jahre Klabusterbären: Die Punk-Band im Interview

HAPPY BIRTHDAY! Die Klabusterbären sind eine Punkband aus Halle. Seit 1994 am Start feiern diese nun ihren 25-jährigen Geburtstag. Beinahe ein Moment, um den silbernen Klabusterbär zu verleihen. Sehr gefreut haben wir uns, dass sich die Jungs für einige Fragen zur Verfügung gestellt haben.

Hey ihr lieben Klabusterbären. Wobei erwischen wir euch gerade?
Klabusterbären: Beim Fragen beantworten, hehe….

Für diejenigen, die euch noch nicht kennen, beschreibt kurz wer oder was die Klabusterbären sind!
Klabusterbären: Naja, das eigentliche Wort Klabusterbeeren hat einen nicht so appetitlichen Hintergrund. Aber wir sind ja Bären und keine Beeren. Wir sind eine sechsköpfige Band, die als absolute Dilettanten-Combo gestartet war und sich seitdem stetig weiter entwickelt hat. Wir machen Punk mit allerlei Einflüssen aus Wave, NDW, Independent, Reggae und was uns noch so gefällt. Auch vor poppigen Melodien haben wir keine Angst!

25 Jahre am Start. Silbernes Jubiläum. Was empfindet ihr, wenn ihr zurück blcikt auf 25 Jahre Klabusterbären?
Klabusterbären: Sind wir alt geworden. Und: im Gegensatz zu vielen anderen haben wir unseren Stiefel durchgezogen. Wir haben viele Bands kommen und gehen sehen. Wir pflegen auch nicht nur unser Erbe, so wie es viele andere alte Bands tun. Irgendwie müssen wir immer weiter, weiter …

Viele Bands organisieren zu Jubiläen sowas wie Neuauflagen, besondere Konzerte, etc. habt ihr auch so was geplant?
Klabusterbären: Wir haben in Halle zwei Geburtstagskonzerte gegeben: eines im Rahmen des Salt City Punk Festivals. Geiler Abriss war das. Und dann noch ein Akustik-Konzert mit vielen musikalischen Gästen in einer Kneipe in Halle (S.) als Dankeschön an unsere Wegbegleiter und Die-Hard-Fans.

Im Gegensatz zu vielen Punkbands seid ihr noch zusätzlich mit Keyboard am Start. Wie beschreibt ihr selbst eure Musik? Punk? Alternative? Oder …?
Klabusterbären: Ach so eine eigene Schublade aufzumachen ist immer schwer, es ist von der Geschwindigkeit und der Schlichtheit schon Punk, aber wir bauen halt viel von dem ein, was uns gefällt. Textlich beschreiben wir die Welt, die uns halt umgibt. Eher Alltagsgeschichten als die große Politkeule.

Eure letzte Veröffentlichung „Zuversicht und Kippen“ ist bereits einige Tage alt. Arbeitet ihr an neuem Material und wenn ja, wird es bald neue Songs von euch geben?
Klabusterbären: Wir haben gerade angefangen, an neuem Material zu arbeiten, aber wie wir uns kennen, dauert das noch eine Weile bis zur nächsten Veröffentlichung.

Auf diesem Album habt ihr mit „Alleine in der Menge“ einen Song, der auch mit Rap Parts glänzt. Man kann dieses Stück sicher auf ein Konzert beziehen aber auch politische Momente erkennen. Was ist der Hintergrund dieses Songs?
Klabusterbären: Dazu kann Romantikk als Texter was sagen: In den letzten Jahren habe ich meine Tochter immer mal zu HipHop-Konzerten begleitet, weil sie sonst nicht reingekommen wäre und weil mir HipHop schon immer gefallen hat, nicht alles natürlich. Jedenfalls ist das da sehr verbreitet, so Animationssprüche: ich will euer Hände sehen! Oder alles hinsetzen und aufspringen. Gibt es ja auch auf jedem Festival, auch bei Rockacts. Und wenn das halt krass viele Leute sind, so mehrere 1000, dann stellen sich mir die Nackenhaare auf, dann denke ich: Reichsparteitag! Einer sagt es, Tausende machen es nach. Da kann ich nicht mitmachen, dass macht mir keinen Spaß. Genau dasselbe im Stadion: Steh auf, wenn du Schalker, Deutscher, Leutzscher oder Hallenser bist. Bleibe ich sitzen. Übrigens: ich habe auch mein eigenes kleines „Rap“-Projekt am Start, checkt mal bei YouTube oder den Streaming-Diensten Romantikk aus!

Mit „Bitterfeld“ bezieht ihr klarer Stellung. Was fällt schwerer (und warum?): Das Schreiben solcher Songs oder diese Nummern auf der Bühne zu bringen?
Klabusterbären: Klarer Stellung? Findest Du? In dem Song geht es eigentlich um eine DDR-Literaturrichtung, unlesbarer Quatsch, beschlossen als „Bitterfelder Weg“. Und um das heutige Bitterfeld. „Kein Grund CDU zu wählen“ ist von einem Plakat von Klaus Staeck, gebürtiger Bitterfelder. Das Lied ist von unserem Keyboarder, offenbar ein schlauer Kopf! Und schwer ist es vielleicht nur für unseren Sänger, der sich den ganzen langen Text merken muss.

Neben schönen nach vorne gehenden Nummern beindruckt ihr auch mit langsameren Stücken, wie zum Beispiel „Der Wind in den Blättern“ auf der „Momentaufnahme“ CD. Könntet ihr euch hier auch mal vorstellen, solche Songs in ganz reduzierter (unplugged) Atmosphäre vorzutragen?
Klabusterbären: Machen wir regelmäßig, zuletzt bei unserer 25 Jahr-Feier. Obwohl: da war ganz schön Rambazamba, trotz akustischer Instrumente! Und einmal im Jahr machen wir ein Wohnzimmerkonzert, das ist dann wirklich unplugged!

Schon zehn Jahre alt ist euer Hit „Ich tanze zu Cure die ganze Nacht“ vom „Verpeilt in Berlin“ – Album. Und wenn gerade kein Cure läuft, zu welcher Musik tanzt ihr dann?
Klabusterbären: Wir tanzen nur zu The Cure. Na und zu allem anderen, was uns gefällt! Jedem gefällt bei uns etwas anderes! Die Liste würde den Rahmen des Interviews sprengen!

Eines eurer ersten Alben hieß „Kifferträume“. Eine schöne Reggae Nummer hierbei das Titelstück. Wovon träumen Kiffer und was sind eure Träume für die Zukunft?
Klabusterbären: In dem Song geht es ja darum, dem tristen Alltag „in der Proletenstadt“ zu entfliehen und dass das am Ende vergeblich sein wird. Aber um Realitätsflucht geht es ja nun mal, wenn man gewisse Substanzen zu sich nimmt. Wovon wir träumen? Vom Aufstieg in die erste Punkrock-Liga, haha!

Da ihr ja schon einige Alben veröffentlicht habt und nun auf eine schöne Discografie zurückblickt. Könntet ihr euch auch vorstellen, einige eurer Songs auf Englisch aufzunehmen? Wenn ja, welche wären das?
Klabusterbären: Wenn eine UK-/US-Tour bei rausspringt, dann ja. Ansonsten macht das eigentlich nicht viel Sinn. Wie gesagt, unsere Songs sind nicht parolenhaft, sondern meist Alltagsbeobachtungen. „Nazis raus!“ kann man natürlich wunderbar ins englische übersetzen aber „Guten Morgen, kann ich mir einen Stahlhelm borgen“? Good morning Sir, Can I borrow a steel helmet? Klingt irgendwie albern und reimt sich überhaupt nicht!

Wenn ihr ein Mixtape mit euren Lieblings-Songs machen würdet. Welche 5 Klabusterbären Songs wären drauf und welche Songs anderen Bands würdet ihr darauf aufnehmen wollen?
Klabusterbären: Stromsperre (Klabusterbären) // Hard Times (Cro Mags) // Bomberjackentown (Klabusterbären) // Domestic Prison (Disrupt) // Grafitti (Klabusterbären) // Destination Venus (Man Or Astro-Man) // Geräusche (Klabusterbären) // Siamese Twins (The Cure) // Ich mach Musik (Klabusterbären) // Heaven Knows I´m … (The Smiths) // Atem im Nacken (Klabusterbären) // Cigarettes & Alcohol (Oasis)

Bitte vervollständigt die folgenden Sätze.
Berlin ist…
Klabusterbären: …groß und schmutzig.

Schöner leben in Amerika…
Klabusterbären: …nur möglich mit dickem Konto!

Mike Tyson wird…
Klabusterbären: …der übernächste US-amerikanische Präsident.

2020 wird für die Klabusterbären…
Klabusterbären: …ein Jahr mit Konzerten und hoffentlich einer neuen Veröffentlichung.

Ohne Keyboard…
Klabusterbären: …wären es nicht die Klabusterbären.

Was bedeuten dir die folgenden Begriffe?
Berlin
Klabusterbären: Toll zum Bands sehen und ausgehen, aber hier leben, nein danke!

Halle
Klabusterbären: Unsere hassgeliebte Stadt!

Punkrock
Klabusterbären: Spielen wir, weil wir nichts anderes können.

Reggae
Klabusterbären: Bauen wir ein, weil da die Leute tanzen!

Jubiläen
Klabusterbären: Sind überbewertet und für Punk-Bands auch ein bisschen peinlich!

Bunt
Klabusterbären: Waren unsere Haare, als wir noch welche hatten!

Vielen Dank für das Interview. Die letzten Worte gehören euch.
Klabusterbären: Danke für das Interview und das Interesse! Ihr könnt ganz viel von unserer Musik bei den turbokapitalistischen Streamingdiensten anchecken! Viel Spaß!

Interview von Thorsten im November 2019

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