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Interviews

Veröffentlicht am: Mai 20th, 2020 | durch Florian Puschke

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10 Jahre Punkrock: The Lamplighters im Interview

The Lamplighters sind eine Band aus Köthen. Und sie schreiben Songs, die Lichter brennen lassen können. Zumindest für die Menschen, die Rock-Musik a la Bones, Backjard Babies, Social Distortion, aber auch Ramones etc. hören. Ehrlicher, geradliniger Punkrock, der ein Licht in der dunklen Masse der Popmusik aufgehen lassen kann. Bereits seit 10 Jahren unterwegs haben die Jungs im letzten Jahr mit „Reignition“ ihre fünfte Platte veröffentlicht, die man getrost als die vielfältigste ihrer bisherigen Geschichte bezeichnen kann. Auch Konzerte mit The Baboon Show und The Generators zeigen, dass die Jungs auf dem Sprung sind. Wir waren froh, dass wie den Lamplighters zum 10-jährigen den einige Fragen stellen durften.

Hey ihr Lieben. Schön, dass ihr euch Zeit fürs Tough Magazine nimmt. Wobei erwischen wir euch gerade?
The Lamplighters: Wir sitzen im Proberaum und sind am Trinken (lachen).

Für Leute, die euch noch nicht kennen. Beschreibt kurz wer oder was sind denn The Lamplighters?
The Lamplighters: Wir sind vier hübsche Jungs im besten Alter (lachen) und spielen elektrisch verstärkte Beatmusik. Zudem sind wir Musikliebhaber. Familienväter. Und Freunde sind wir auch. Und wir kommen aus Köthen.

Vier Jungs aus Köthen. Woher kennt ihr euch und wie kam es zur Entscheidung, eine Band zu gründen?
The Lamplighters: Wir kennen uns eigentlich aus der internen Szene. Wir haben vorher schon in Bands gespielt und irgendwie hat das Schicksal uns zusammengefügt (lachen).

Bereits 10 Jahre unterwegs. Fünf Releases auf dem Buckel. Wie würdet ihr die erste Dekade denn in circa 10 Wörtern beschreiben wollen?
The Lamplighters: Ok, wir sagen für jedes Jahr etwas. Frisch – bergab (lachen) – schöne Zeiten im Proberaum – schöne Zeiten unterwegs – liebe Leute kennen gelernt – gute Stories mitgenommen – neuen Nachwuchs in der Band – zwei lustige Tourneen – zwei weitere Alben – Corona Krise (lachen) – 83 Kästen Bier in 10 Jahren. Grob geschätzt. (lachen)

Eure Musik kann man im groben als Punkrock beschreiben. Songs, die gut nach vorne gehen und mitsingkompatibel. Etwas von The Bones, Ramones, … Wie entstehen denn The Lamplighters Songs?
The Lamplighters: Beim Zusammenspielen. Die Ideen sind von hauptsächlich von uns Sängern. Bei mir entstehen Stücke oft, wenn ich zuhause mal früh frei und sturmfrei habe. Dazu eine Kanne Kaffee und ein paar Zigaretten. Dann bekomme ich vielleicht eine coole Melodie in den Kopf. Oder ich habe etwas in einem Buch gelesen, auf das ich dann aufbauen kann. Eigentlich weiß ich nie so ganz was dabei raus kommt, wenn man mit einem Song beginnt. Tatsächlich es ist auch oft so, dass die Melodie zuerst entsteht. Arrangieren tun wir das dann zusammen. Im Proberaum entstehen die Stücke vollends.

Wie haben schon einige Bands erwähnt. Welche Bands hört ihr privat am liebsten und wen bezeichnet ihr als Vorbilder?
The Lamplighters: Vorbilder? Gibt es nicht im Punkrock (lachen). Aber die Ramones sind natürlich schon ein Aushängeschild. Auch The Clash würde ich als solches bezeichnen. Kurz und knapp gesagt: Alles was flott ist. Aber auch Metal (lachen). Roky Erickson zum Beispiel. Und natürlich Helene Fischer als Favorit (lachen).

Eure Hymne „Let’s go“ vom Album „Electrical Amplified Beatmusic“ ist der Song für die Hymne für die German Stunt Days. Ein Song, der im Ohr bleibt und dort auch nicht so schnell verschwindet. Um den Songtitel zu verwenden: Wo würdet ihr gerne mit solchen Songs auftreten wollen?
The Lamplighters: Im Conny Island würden wir gerne mal spielen und uns dann auflösen (lachen). Nur mit welchem Song? Also unsere Songs sind halt alle gut (lachen).

Auch auf dem Folgealbum „Views“ gab es mit „Basement“ ein Song, der mit einem Video ausgestattet wurde. Hier haben wir den Ramones Bezug. Was ist die Geschichte hinter diesem Song? Eine Würdigung der „Happy Family“?
The Lamplighters: Auf jeden Fall. Eigentlich ist das ja nur eine Aneinanderreihung von Ramones Zitaten. Das sind schon Heroes. Tatsächlich sehe ich das auch als Würdigung.

Doch nicht nur „Basement“ überzeugt auf dem durchgängig guten „Views“ Album. Auch Songs wie „Getting High“ erwärmen das Punkrockherz. Welche sind eure Highlights auf dem „Views“ Album?
The Lamplighters: Für mich ist es „Views“. Weil der Song ein guter Einstieg für das Album ist und man merkt dem Stück auch an das wir nun schon länger zusammengespielt haben. Auch das Arrangieren des Songs ist anders. Wir spielen den auch heute immer noch. „All we need“ ist auch super. Den habe ich für meine Frau geschrieben. Ursprünglich hieß der mal „Beer Song“. Auch „Swallow“ fand ich immer geil.

Euer letztes Release hört auf den schönen Namen „Reignition“ und ist bis dato euer vielfältigstes Werk. Die Scheibe hat jetzt ein halbes Jahr auf dem Buckel. Wie beurteilt ihr diese Platte im Nachhinein?
The Lamplighters: Ich finde das da viele coole Dinger drauf sind. Auch die Tour dazu war gut und hat auch echt Spaß gemacht. Um diese Zeit ist viel passiert. Ich persönlich mag die Platte, weil sie vor allem sehr punkig ausgelegt ist.

Einer meiner Lieblingsstücke auf dem Album ist „Don’t lie“. Welche Geschichte hat dieser Song? Wem würdet ihr dieses „Don’t lie“ am liebsten entgegenwerfen?
The Lamplighters: Der Song handelt allgemein von all den verrückten Dingen, die zurzeit abgehen und von Leuten, die ihre Macht negativ nutzen könnten und das auch tun. Wenn man nach Amerika schaut ist das zum Teil schon erschreckend. Man muss aber auch sagen, wenn man einen Song schreibt, ist das jetzt ja nicht immer das man speziell eine gewissen Person anspricht. Manchmal geht es auch um ein Gefühl, das man ausdrücken möchte und was man dann als Musiker in einem Lied verwirklichen kann. Der Song muss jetzt nicht unbedingt eine Person beschreiben. So dass jemand anderes, der dieses Stück hört, vielleicht den Text mit jemand ganz anderem verbindet.

Auch „New Flags“ sollte erwähnt werden. Unter welcher Flagge würdet ihr denn am liebsten Spielen wollen und welche Flagge geht gar nicht?
The Lamplighters: Ja, Flaggen sind allgemein etwas, mit dem man sich positioniert. Es geht hier schon um die politische Lage und das auch hier neue Flaggen aufziehen. Hoffentlich kommt es zu keiner Flagge, unter der vielleicht Menschen geknechtet werden. Es geht in dem Stück um Missstände in der Welt. Manche Menschen haben viel, manche gar nichts. Eine sehr missliche Lage.

Hier und da muss man auch mal auf die Bremse treten. Mit „Boxers“ haben wir eine Nummer auf dem Album, die in Stadien gespielt werden kann. Für wen würdet ihr die Fäuste heben?
The Lamplighters: Für alle Geknechteten. Für Menschen, die Unrecht erfahren. Da sein, wenn Unrecht entsteht und wenn man damit konfrontiert wird, kann man ruhig die Fäuste heben.

Vollgas auf dem Album gibt es mit „Lovers Lane“. Ist dies ein Song, der euch am ehesten beschreibt und wie wichtig ist „Lovers Lane“ für euch?
The Lamplighters: „Lovers Lane“ war wirklich ein sehr schwieriges Ding. Wir hatten damals nach „Views“ die Trennung von unserem Gitarristen und „Lovers Lane“ war der erste Titel, den ich geschrieben hatte in der Zeit, in der wir nur zu dritt waren. Der Song beschreibt so ein wenig die Gründe, warum wir das denn überhaupt machen wollen – diesen Punkrock. Die Essenz daraus ist nicht nur das live spielen oder das Platten machen. Das ist eigentlich eher ein Bonus. Sondern eher, dass man mit Kumpels eine gute Sache hat, um mit zusammen zu sein. Im Proberaum zu sitzen und Musik machen. Ein Bier dabei trinken und eine gute Zeit haben. Darum geht es in „Lovers Lane“.

In der derzeitigen Corona Krise werden Touren verschoben, Konzerte fallen aus, Festivals finden nicht statt. Wie überbrückt ihr gerade diese Zeit?
The Lamplighters: Also wir machen gerade eine Straftat indem wir proben. Aber pst … (lachen). Was anderes kann man auch nicht machen. Wir basteln ein bisschen was. Für mich ist es nicht unbedingt ein Einbruch, aber schade ist, dass jetzt die Clubs zu sind. Wir haben auch eine Spendenaktion gestartet für Clubs und Freunde. Wer also Bock hat, kann sich gerne melden.

Wie habt ihr vor, die nächsten zehn Jahre zu gestalten. Schon einen Plan für The Lamplighters 20-30?
The Lamplighters: Nööö. Einen Plan haben wir nicht. Einfach weitermachen wie bisher. Es stehen dieses Jahr tatsächlich aber auch wichtige Sachen an. Unser Schlagzeuger wird Papa. Unser Student muss nachrücken. Ich sag mal bei uns ist das ja das Gute, dass wir nicht von der Musik abhängig sind. Von daher proben, treffen, Musik machen, Bierchen trinken, erzählen. Auch auf die Prioritäten wert legen. Wenn wir wieder genug Songs haben werden wir dann wieder ein Album aufnehmen. Dazu brauchen wir aber auch etwas die Knete, die wir von Auftritten bekommen.

Ihr habt schon mit The Generatos aber auch mit der Babbon Show gespielt. Mit wem würdet ihr gerne mal die Bühne teilen und warum?
The Lamplighters: Ramones. Ganz klar. Weil ich die mag. Aber die wird es ja leider nicht mehr gehen. Es gibt aber auch viele geile Bands, über die wir uns freuen würden. Einfach die Bands, die wir gut finden. Baboon Show, Status Quo und auch The Generatos waren geil. Doch auch mit befreundeten Bands spielen wir gerne zusammen.

Wenn ihr für ein weiteres Album einen Gastsänger oder Gastsängerin verpflichten dürftet: Wen würdet ihr wählen und warum?
The Lamplighters: Joey Ramone. Weil der geil singt (lacht). Heino vielleicht (lachen). Chuck Ragan auch. Auch Rick von Bambix wäre cool. Das kann ich mir auch gut vorstellen.

Bitte vervollständigt die folgenden Schlagzeilen.
„The Lamplighters entzünden…
The Lamplighters: … die Lichter in eurem Herzen und in eurem Kopf.“

„Köthen steht still, da…
The Lamplighters: …da relativ viel los ist“

„Im Herzen…
The Lamplighters: …Punkrock, Bier, Familie, Freunde.“

„Die Punkrocksensation…
The Lamplighters: …waren und sind immer noch die Ramones.“

Was bedeuten euch die folgenden Begriffe?
DIY
The Lamplighters: Da lebt die Szene von.

Deutschpunk
The Lamplighters: Gibt es ein paar Perlen, aber auch viel Schrott.

Idole
The Lamplighters: No more Heroes.

Corona Krise
The Lamplighters: Anstrengend. Ein Witz.

Tough Magazine
The Lamplighters: Super Magazine. Wäre cool, wenn ihr was mit den Bambix vermitteln könntet. Und wenn ihr Joey Ramone zurückbringen könntet (lachen).

Vielen Dank für das Interview. Die letzten Worte gehören euch!
The Lamplighters: Dankeschön. Wir machen jetzt Musik. Bleibt gesund. Punkrock! Ausschalten (lachen).

Wir bedanken uns bei The Lamplighters für das nette Interview. Wer mehr über die Band wissen möchte, der schaut nach unter: facebook.com/thelamplightersbeatmusic. Und wenn die Bambix hier mitlesen. Einfach mal melden. Könnte geil werden :)

Interview von Thorsten im April 2020

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