<

Comics

Veröffentlicht am: September 25th, 2020 | durch Thorsten

0

Harleen – Psychologin oder doch Psychopathin?

DC Black Label.
Dr. Harleen Quinzel.
Oder kurz Harleen.
Erhältlich bei Panini.
Eine Fortsetzungsgeschichte, die man jetzt komplett im Bundle bekommt und so nicht, nach dem Cliffhanger in Band 1 warten, muss.
Warten bis der Arzt oder die Ärztin kommt bliebt also aus.
Hier bekommt man das Komplettpaket verteilt auf 204 starken Seiten.
Und diese Packung schlägt ein.
Hauptaugenmerk dieses Pakets ist die Geschichte von der etwas schüchternen, wenig selbstsicheren Psychologin Dr. Harleen Quinzel.
Diese trifft über kleine Umwege den verrückten Killerclown Joker.

Das Ganze umgesetzt von Stjepan Šejić (Sonnenstein, Aquaman), der hier mit dem Vorwissen der Leser spielt und dies auch konsequent nutzt, um schon Bekanntes von Anfang an klar zu stellen aber auch einige überraschende Momente einbaut, an die man so nicht gedacht hat.
Aufgeteilt ist diese Verwandlung der Psychologin in eine Psychopathin in drei Bänden, die schon durch das Cover zeigen, an welcher Stelle sich unsere Harleen gerade befindet.
Und sie berichtet es uns selbst.
Harleen ist die Erzählerin, die schon im ersten Band klar macht, dass es um die Geschichte geht, wie sie den Joker kennen – und lieben – lernte.
Irgendwie scheint diese Liebe auch vorherbestimmt, denn im ersten Band erfahren wir viel über die Träume und Visionen der Ärztin, die rein zufällig dem Joker bei einem seiner Einbrüche begegnet.
Das er ihr Leben verschont war in diesem Moment für sie wahrscheinlich ebenso überraschend, wie für den Joker als dessen erbitterter Feind Batman ihm mal wieder das Handwerk legte.
Schön dargestellt sind hier die Kampfszenen. Auch der Zeichenstil sowie die Bildgestaltung von Stjepan Šejić sind einzigartig.
Gut finde ich auch dass bestimmte Nebencharaktere einiges an Raum bekommen.
Gefallen hat mir hier vor allem Harvey Dent. Dieser stellt schon die berühmte Münze vor, die in anderen Geschichten ja auch immer wieder mal vorkommt.
Schon nach dem Lesen des ersten Bands wird klar: „Harleen“ ist mehr als nur ein Comic.
Ein großes Kunstwerk eines Meisters.

Beinahe wie des Jokers, der es zum Ende des ersten Bandes doch glatt schafft, das Harleen schwach wird und ihn glatt Mr. Jay nennt.
Wir erhalten hier somit einen ersten Puzzleteil ihrer Verwandlung, die im zweiten Teil natürlich noch deutlich mehr Farbe bekommt.
Im zweiten Band wird der Leser, genau wie Harleen, weiter in den Bann des Jokers gezogen.
Man erlebt aus Sicht einer Frau, die ersten Schritte in die Finsternis.
Auch wenn hier etwas weniger Action vorhanden ist, glänzt dieses Werk mit gekonnt geschrieben Dialogen der Hauptakteurin unter anderem mit Poison Ivy aber auch mit Batman, mit dem sie sich länger unterhält. Starke Szenen, die unterhalten und es muss ja auch nicht immer brutal sein, um zu wirken.
Neben der langsamen Verwandlung von Dr. Harleen Quinzel zu Harleen, deren Träume heftiger werden, erleben wir auch die Entstehung von Two-Face.
Allein das Aufwachen von diesem im Krankenhaus mit dem Verband ums Gesicht ist ein Blick in den zweiten Teil dieser Story wert.
Herrlich umgesetzt diese Geschichte, auch wenn es doch „nur“ eine Romanze ist.
Schön aber zu erkennen, wie hier gut und böse langsam aufeinander zugehen und verschmelzen.
Ob am Schluss immer das Böse gewinnt?
Fast könnte man es so meinen, denn niemand geringeres als der ehemalige Staatsanwalt Harvey Dent, der in Band 2 zu „Two-Face“ wurde, sorgt dafür, dass sich Harleen doch für die dunkel Seite (oder ist sie in diesem Fall die helle?) entscheidet.
Ein Überfall auf die Anstalt sorgt für eine Harleen die eine Entscheidung trifft.
Ob es genau diese Entscheidung ist, die schließlich für den Wahnsinn dieser Hauptfigur sorgt?
Die Interpretation überlasse ich jedem selbst.

Ebenso wie die Bilder dieser gewaltigen Trilogie.
Das ist weit weg von einfachen Comics aus den 80er Jahren.
Das hier ist ein großes Kunstwerk, das in wertvollem Druck daherkommt und allen Fans von Gotham aber auch Gelegenheitslesern ein Zungenschnalzen hervorlocken wird.
Auch wenn die in oder andere Stelle ein wenig zu lange gezogen ist, die Dialoge hier und da etwas überzeichnet wirken, kann man das Werk bedenkenlos weiterempfehlen.
Eines der Comics, die ich immer wieder gerne lesen werde.
Auch wenn einem hier und da das Lachen im Hals stecken bleibt. Die Frau deren Schatten schon sehr früh ihre Verwandlung andeutete bleibt dem Leser ebenso in Erinnerung wie der Joker, der einfach mehr ist als ein gnadenloser Irrer.
Hat sicher auch was von Gentleman.
Eine richtig gute Veröffentlichung vom DC Black Label.
Die Bände bekommt man einzeln oder auch als Bundle.
Eigentlich klar, was man sich da aufschreiben lässt.
Psychopharmaka braucht man eher nicht.
Aber ob man Harleen als Psychologin oder doch eher als Psychopathin mehr ins Herz schließt, das darf jeder für sich selbst entscheiden.
(Als ob wir es nicht schon alle wüssten – Hahahaha…)

Bilder von Panini.

Review von Thorsten.

Harleen – Psychologin oder doch Psychopathin? Thorsten
Story
Artwork

Summary:

4.8


User Rating: 0 (0 votes)

Tags: , , , , , , , , , , , , ,



Über den Redakteur



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Aufwärts ↑
  • Letzte Posts

  • Archiv

  • Werben bei Tough Magazine

  • Google Anzeige