The Neighbors – Van időd

Aller guten Dinge sind drei…Ungarn hat den Hattrick vollbracht

Bereits zum dritten Mal habe ich die Ehre und darf mich dem neuen Album der ost-ungarischen Band The Neighbors annehmen. Der schon von den beiden Vorgängeralben bekannte Mix aus Anleihen von Blink 182, Sum 41 aber auch Bad Religion und Pennywise wurde hier konsequent weitergeführt und mit eigenen Stilmitteln zu einem markanten, eigenständigen Sound entwickelt, wozu natürlich besonders die ungarischen Texte beitragen. 

Und diesmal haben die Jungs auch nicht an Material gespart, 16 neuen Songs haben es auf die Platte geschafft, welche auf den passenden Namen „Van időd“ (Hast du genug Zeit?) hört.

Die Jungs selbst beschreiben die Stimmung der aktuellen Platte als eine Mischung der ersten beiden Alben, es gibt sowohl fröhliche, glückliche Momente als auch traurige und härtere Phasen, kurz um, dass was das Leben und der Alltag so mit sich bringt und wahrscheinlich jeder von sich selbst kennt. Neben den eingängigen Melodien, welche direkt an Sonne und Strand erinnern, sind die ehrliche und persönlichen Texte eine wesentliche Stärke der Band. Hinzu kommt, dass die Stimmung der jeweiligen Songs durch die Instrumentierung deutlich eingefangen und so auch dem nicht ungarisch sprechenden Hörer eindrucksvoll vermittelt wird. 

Nun aber ein paar Worte zu den Songs auf der Platte. Der Klimawandel ist in der heutigen Zeit ein ernstes Thema und darf nicht ignoriert werden. Aus diesem Grund haben die Jungs „Tornádó“geschrieben, der Opener ist ein kritischer Song, der die Menschheit daran erinnern soll, dass sie selbst verantwortlich sind und nun mit den Folgen leben müssen.

Der Tod von lieben, nahestehenden Verwandten, insbesondere der eigenen Eltern wurde bereits auf dem Vorgängeralbum thematisiert, jedoch ist dies etwas, womit man wahrscheinlich nie abschließen kann, daher findet sich auch hier wieder ein Song über dieses traurige Thema. „Láthatatlan út“ beschreibt den Weg, sein Leben, ohne seine Eltern weiterzuführen und ihnen zu zeigen, dass man sein Leben im Griff hat.

Wer kennt nicht das Gefühl und die Sehnsucht an die zurückliegende Jugend, verflossene Teenagerlieben und unbeschwerte Sommernächte am Lagerfeuer, ja auch diese Momente werden durch entsprechende Songs eingefangen, „Álmok és csodák“,Kamasz tavasz“ und „Merre vagy?“  nehmen sich dieser an. Gesanglich werden BallaPé und Zúzda im letzt- genannten Track von einem serbisch-ungarischen Mädchen unterstützt, was dem Refrain eine erfrischende Note verleiht.

Arbeitsscheue Prominente und Influencer, die für Follower Zahlen alles geben würden, hinter den Kulissen aber einfach nur einsam sind und vergessen werden, wenn sie nicht mehr im Trend sind, diese Erfahrung mussten wahrscheinlich schon einige der genannten Gruppen erfahren. Ihre Sichtweise zu diesem Thema beschreiben The Neighbors in „Önzők parádéja“.

Fazit: 

Auch das dritte Album von The Neighbors kann ich nur mehr als empfehlen. Die Songs, auch wenn manche textlich ernster zu sehen sind, stimmen mit ihren eingängigen Melodien perfekt auf den kommenden Sommer ein und vermitteln das Gefühl von Strand und gute Laune Feeling. Ebenso merkt man in Sachen Klangqualität und Produktion einen deutlichen Schritt nach vorne, die Jungs haben ihre Hausaufgaben gemacht und ordentlich dazu gelernt. Mir macht das Album eine Menge Spaß beim Hören und auch die Tatsache der ungarischen Texte stellt kein Problem dar.    

Review von Florian Goergen.

Dieser Artikel wurde am: 21. Januar 2026 veröffentlicht.

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