Social Distortion – Born to kill

Mommy’s Little Monster is back…

Satte 15 Jahre haben sich die Fullertoner Jungs von Social Distortion Zeit gelassen um den direkten Nachfolger des 2011er Albums „Hard Times and Nursey Rhymes“ zu veröffentlichen. Um diesen Umstand der langen Wartezeit etwas zu relativieren, das Album soll bereits seit 2022 im Kasten sein, aber eine bei Mike Ness diagnostizierte Krebserkrankung und die damit verbundene Absage einer geplanten Tour und einem Rückzug aus der Öffentlichkeit haben die ursprünglichen Pläne der Band verworfen. 

Umso erfreulicher ist es, dass der lang ersehnte Nachfolger „Born to kill“ nun endlich seine Veröffentlichung gefunden hat, enthalten sind 11 Songs mit einer Gesamtspielzeit von etwas mehr als 45 Minuten.

Beim ersten Hören des titelgebenden Openers „Born to kill“, welcher vorab als Single und auch schon mehrfach live präsentiert wurde, hat es mich direkt in die alten Zeiten um „White Light, White Heat, White Trash“ mit Songs wie „I Was Wrong“ oder „Don’t Drag Me Down“ versetzt. War das vorherige „Hard Times and Nursey Rhymes“ doch eher bluesig im Mid-Tempo Stil angelehnt, geht diese Nummer wieder ordentlich nach vorne. Punk-Vibes mit der typischen Ness Attitüde als Kämpfer und Außenseiter der Gesellschaft, kantig-breite Gitarrenriffs und melodiöse Soli, kurzum, alles Zutaten, die den klassischen SD-Sound ausmachen. 

Nicht weniger energiegeladen geht’s weiter mit „No Way Out“ ein Kampf mit Selbstzweifel und inneren Ängsten und dem Gefühl keinen Ausweg zu finden. 

Einen melancholischen Rückblick auf die Kindheit und Jugend sowie das Schwelgen in alten Erinnerungen, „The Way Things Were“ klingt fast schon autobiographisch, das zurückgenommene Tempo und der crunchig-angezerrte Gitarrensound liefern die perfekte Rezeptur, um diese Stimmung einzufangen.  

„Tonight“ verkörpert wieder alle typischen SD-Elemente, für mich eines der Highlights auf der Platte und erste Wahl als Anspieltipp, wo hingegen „Crazy Dreamer“ als waschechte Country-Rock Ballade überrascht. 

Mit „Wicked Game“ schließt sich die Social Distortion Interpretation der bekannten Nummer von Chris Isaak an, ohne große Experimente, jedoch mit viel Gefühl, für meinen Geschmack ein starkes Cover.

Die weiteren Songs wie „Never Going Back Again“ oder das abschließende „Over You“ bieten gewohnte, solide Kost. Dies soll keinesfalls negativ klingen, die Band macht einfach das, wofür sie und ihr Sound steht, punkiger Rock ‚n‘ Roll in Outlaw Manier, eine Sprache, die jeder Social Distortion Fan direkt versteht.

Fazit

Rohrkrepierer oder gelungenes Comeback? Für meinen Geschmack auf jeden Fall letzteres. Ok, wer ein zweites „White Light, White Heat, White Trash“ erwartet hat, wird wahrscheinlich enttäuscht sein, aber das Tempolimit wurde gegenüber „Hard Times and Nursey Rhymes“ deutlich nach oben geschraubt und kann, was die Qualität der Songs angeht, mindestens mit dem 2004er Album „Sex, Love and Rock ’n’ Roll“ mithalten. Man merkt dem gesamten Album einfach an, dass es eine Herzensangelegenheit von Herrn Ness war, dieses Ding nach seiner erfolgreichen Genesung zu veröffentlichen und auf der kommenden Tour live zu präsentieren.  

Review von Florian Goergen

Dieser Artikel wurde am: 12. Mai 2026 veröffentlicht.

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