Scorpions – From the First Sting

Beachtliche 60 Jahre Bandgeschichte können die Hannoveraner um Frontman Klaus Meine mittlerweile auf ihrem Konto verbuchen. Da muss ich einfach meinen Hut ziehen, solch eine Timeline können nicht viele Bands vorweisen. Und auch wenn sie in letzter Zeit polarisieren, sie seien zu soft geworden, ihre Höhepunkte schon Jahre zurück liegen und sie besser den Ruhestand antreten sollte, was ja schon mehrfach angekündigt wurde und dann scheinbar doch verworfen wurde, hatten und haben sie immer noch einen maßgeblichen Einfluss auf die deutsche und internationale Rock-Szene. Es wird wahrscheinlich kaum jemanden geben, der mit dem Namen Scorpions nichts anfangen kann oder zumindest einen ihren unvergessenen Hits nennen kann. Ja, die Jungs haben gezeigt, dass die Deutschen musikalisch, auch was anderes auf dem Kasten haben als Volksmusik und Helene Fischer… 

Gegründet im Jahr 1965, zunächst unter dem Namen Nameless… (ist das jetzt ein Widerspruch in sich??, kleiner Scherz am Rande), veröffentliche die Band 1972 ihr erstes Studioalbum „Lonesome Crow“. Pünktlich zum Bandjubiläum und mit 20 Studioalben im Gepäck dachten sich die Jungs, es ist an der Zeit uns auf eine gemeinsamen Zeitreise zu nehmen und Songs aus jeder Epoche auf eine gemeinsame Kollektion zu packen. 

„From the First Sting“ heißt das gute Stück, eine beachtliche Sammlung aus 31 Songs, erhältlich als Doppel-CD oder Doppel-Vinyl.

Den Anfang macht „In Search of the Piece of Mind“ vom 72er Debüt-Album „Lonesome Crow“. Da mir diese Nummer bislang völlig unbekannt war, immerhin ist sie elf Jahre vor meiner Zeit entstanden, war ich beim ersten Hören doch überrascht, wie progressiv die Band dort noch klingt. Auch Sänger Klaus Meine hätte ich da nicht erkannt, aber nun ja, stimmliche Veränderungen macht jeder Sänger mit.

Weiter geht’s mit zwei Songs vom 74er Album „Fly to the Rainbow“, einmal mit einer Live-Version von „This is my Song“, und der Studioversion von „Speedy‘s Coming“. Hier ist schon ein deutlicher Stilwechsel in Richtung Heavy Rock zu erkennen. 

Natürlich dürfen auch ihre Welthits wie „Wind of Change „Still Loving You“, oder „Rock you like a Hurricane“ nicht fehlen. Letztere sind sogar zweimal vertreten, einmal als Live- und einmal als Studioversion, eine Besonderheit der Live-Version von „Still Loving You“: hier wurden die Scorps von der britische Star-Violinistin Vanessa Mae unterstützt. 

Fans ruhigerer Stücke können sich freuen, auch sie kommen auf ihre Kosten, „Lady Starlight“, „Holiday“ oder „Always Somewhere“ zeigen die sanftere Seite der Band und gönnen uns auch mal eine Verschnaufpause.

Fazit: 

Best-Of’s sind immer so eine Sache und es stellt sich oftmals die Frage, wer soll die eigentlich kaufen und natürlich schwingt auch immer der negative Grundton mit, von wegen, braucht da jemand Geld… Hier allerding muss ich sagen, dass man eine solch umfassende Zusammenfassung über die komplette Diskographie einer Band selten zu Gesicht bekommt und diese durchaus gelungen ist. Die Aufmachung mit beeindruckenden Fotos, hochwertiger Vinyl-Pressung und sehr gut abgemischtem Sound können überzeugen und bietet sowohl langjährigen, treuen Fans als auch Neulingen einen schönen Rückblick auf das Schaffen einer echten Rockgröße.

TRACKLIST

CD 1

01. In Search Of The Peace Of Mind
02. This Is My Song (live)
03. Speedy‘s Coming
04. In Trance
05. Pictured Life
06. The Sails Of Charon
07. Top Of The Bill (live)
08. Holiday
09. Always Somewhere
10. Lady Starlight
11. The Zoo
12. No One Like You
13. When The Smoke Is Going Down
14. Still Loving You
15. Rock You Like A Hurricane
16. Big City Nights

CD2:
01. Rock You Like A Hurricane (live)
02. Believe In Love
03. Send Me An Angel
04. Wind Of Change
05. Under The Same Sun
06. Still Loving You (live, feat. Vanessa Mae)
07. Mind Like A Tree
08. You And I
09. Wind Of Change (Moment Of Glory)
10. Always Somewhere
11. Maybe I Maybe You
12. Humanity
13. The Best Is Yet To Come
14. House Of Cards
15. Rock Believer

Review von Florian Goergen

Dieser Artikel wurde am: 4. Dezember 2025 veröffentlicht.

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