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CD Reviews

Veröffentlicht am: Juli 31st, 2021 | durch Florian Puschke

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Kings Never Die – It’s What We Live For

Supergroups sind immer so eine Sache. Kann gut gehen (Off!), kann in die Hose gehen (Fiddlehead). Mit Kings Never Die möchte nun die nächste Band den Berg der Supergroups emporsteigen, den Rucksack voll mit allerlei Tough Guy-Attitüde, NY-Beanies, Sitzkissen für die Eingangstreppe „in der Hood“ und ihrer neuen EP It’s What We Live For. Bei diesen Schlüsselwörtern melden sich natürlich sofort die Spidey-Senses. Hier geht’s, unschwer zuerraten, um klassischen New York Hardcore.

Kings Never Die setzt sich aus allerlei Hochkarätern zusammen. Am Mic grölt Dylan Gadin (Robots & Monsters), die Sechssaiter zupfen Dan Nastasi (Dog Eat Dog) und Larry Nieroba (Murphy’s Law), am Bass steht Jay Kalfin (Subzero) und die Trommeln kloppt Steve Gallo (Agnostic Front). In Gänze also ein schmackhafter Mix aus zahlreichen Legenden der Szene.

„Pure Gold“ entpuppt sich als würdiger Vertreter der Kategorie „Opener“. Vier Schläge auf die Hi-Hat und schon vereinen sich alle Instrumente bei 160 BPM. Genau die Zahl, die man live noch gerade so mitnicken kann, ohne wie ein Trottel auszusehen. In knapp 3 Minuten geht’s hier nach klassischer Formel schnurstracks nach Vorne. Hier ein paar Gangshouts, da ein energisches „Go!“ oder wütendes Knurren. Liest sich wie ein Blood For Blood-Song und klingt auch danach. Zudem dient der Song als Hommage an Dan’s Vater, der letztes Jahr tragischerweise an den Folgen einer Covid-Erkrankung verstorben ist. Mit „Minor Treats“ findet dann auch ein wenig Hard Rock Einzug, was ein wenig an schnelle Motörhead-Songs erinnert. „We Got Tonight To Fight“ nimmt etwas Gas vom Pedal und bietet damit genug Zeit, um den letzten schluck Bier aus dem Plastikbecher runter zu spülen, schwitzige Shirts dem Oberkörper zu entledigen und die alten Nike’s zu schnüren. Danach geht’s zum gemütlichen Mosh-Tanz in den Pit.

Zum Ende gibt’s noch zwei Remix-Versionen von „Never Know What You Might Find“, der mit seinem punkigen Sound deutlich besser funktioniert als Raise A Glass, der wie eine schlechte HC-Version eines Dropkick Murphy’s-Song klingt. Wo wir gerade schon beim Klang sind: Die EP versprüht viel DIY-Attitüde, was sich leider auch im Abmischen bemerkbar mit. Das klingt nicht wie aus einem Guss, sondern wie eine Compilation aus unterschiedlichen Jahren, zum Teil schon fast amateurhaft. Das trübt den Gesamteindruck ein wenig, aber man kann ja immer noch mit „das ist old school, dass muss so!“ argumentieren.

Mit einer Gesamtspielzeit von 13:41 Minuten ist „It’s What We Live For“ kurzweilig. Man kann es also problemlos runter hören, wobei ich dann auch froh war, dass die Platte ein Ende gefunden hat. Für wen also lohnt sich ein Blick in das Schaffen von Kings Never Die? Ich sag’s mal so: Du sitzt mit Toby Morse, Roger Miret und den Koller-Brüdern beim Friseur und suchst nach einem passenden Soundtrack, während die Maschine dir das Seitenhaar auf 2 mm rasiert und der süße Duft von Pommade deine Sinne betört? Dann kannst Du bedenkenlos zugreifen. Das Rad wird hier nicht Neu erfunden und im Grunde genommen hat man das Alles schon zig-mal gehört. Alles in Allem solide, danke, nächster Bitte!

Review von Dennis

Kings Never Die – It’s What We Live For Florian Puschke
Songs
Artwork

Summary:

3.5


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