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Interviews

Veröffentlicht am: April 6th, 2018 | durch Florian Puschke

„Plan D“: Neurotox im Interview

Mit „Plan D“ ist das vierte Album von Neurotox erschienen. Wir konnten der Band einige Fragen zu den Songs und weiteren Themen stellen!

Wobei erwischen wir euch gerade?
Neurotox: Ja Hallo zusammen, da gibt es doch nichts zu danken. Wir freuen uns über eure Anfrage und nehmen uns sehr gerne Zeit für euch. Ihr erwischt uns gerade bei der Probe, am kommenden Wochenende geht es hier bei uns im engeren Umkreis weiter und nach der Tour war bisher erst mal ein wenig Ruhe für alle angesagt. Die brauchten wir auch ganz dringend wenn wir das so sagen dürfen J

Schon das vierte Album. Proberaum, Songschreiben, Album, Tour. Alles innerhalb kurzer Zeit. Wie bekommt ihr das hin?
Neurotox: Ja das fragen wir uns an manchen Tagen auch. Beruflich sind wir alle etwas flexibel und können hier und da zeitlich mal was drehen. Für so eine lange Tour wie im Februar brauchen wir aber natürlich alle Urlaub, da es sonst nicht anders möglich ist.

Album Nummer Vier, das wird einem erst bewusst wenn man darüber redet. Seit unserer Gründung in 2013 ist sehr viel passiert. Wir sind irgendwie nie im Ruhemodus und gönnen uns kaum Pausen. Klar nach der Tour war jetzt ein paar Tage etwas still, aber auch wenn es nicht in den Proberaum ging, stand dennoch einiges hinter den Kulissen an. Wir planen gerade für ein neues Video, Marius ist mit neuen Ideen für Songs irgendwas am werkeln und darüber hinaus steht gerade die Steuererklärung an J Das Rad dreht sich also pausenlos.

Wer schreibt bei such die Songs? Alleine? Zusammen?
Neurotox: Das macht Marius komplett. Die Ideen entstehen bei ihm zuhause und dann schickt er vorab immer instrumentale im Chat rum, wenn die dann bei allen Anklang finden, setzt er sich an die Texte. Sobald das steht beginnt die Gemeinschaftsarbeit. Dann arbeiten wir am Aufbau und ändern gemeinsam Dinge bevor es ins Studio geht. Seit unserm dritten Album GLAUBE LIEBE KRIEG teilen wir uns das Texten untereinander. Da wir leider alle im weiteren Umkreis wohnen, ist sich mal eben zu treffen nicht immer so einfach. In der Regel proben wir zwei bis drei Mal wöchentlich und arbeiten dann an den Songideen oder üben fertige Stücke nachdem wir im Studio waren. Bisher fahren wir sehr gut mit dieser Methode und nun ist Album Nummer Vier schon raus, läuft…

Euer neues Album heißt Plan D. Wieso nicht Plan A? Wofür steht euer D?
Neurotox: „Plan D“ ist unser viertes Album. Nach langen Überlegen fanden wir diese Idee sehr gut, passt ja auch irgendwie. Alle haben einen Plan B und wir bringen Plan D J Kurz und knapp.

Neurotox – Plan D (Snippet)

Der Song „Küss mich“ von „Plan D“ wurde bereits im Vorfeld veröffentlicht. Ich persönlich finde den Song richtig gut gelungen und ein Highlight der Scheibe. Hebt eine Vorabveröffentlichung nicht den Druck fürs ganze Album?
Neurotox: Vielen Dank, „Küss mich“ ist auch einer unserer Favoriten und mit in der Auswahl für ein kommendes Video. Wir haben den Song sehr früh ins Liveprogramm gepackt und bei unserm Heimspiel im November schon dabei gehabt, da wir sehr überzeugt von der Nummer sind. Als erstes Video kam dann „Mein Tag“ raus und es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung diesen Knaller vor zu ziehen.

Druck zum Album hatten wir generell durchgehend. Neue Platte, anderer Sound, neues Label… Da kommen viele Faktoren die man richtig machen will und vor allem ja auch zeigen will, das man der Sache gewachsen sind. Wir sind überglücklich unserm Label bewiesen zu haben, dass wir ein guter Fang sind und sich die weitere Arbeit mit uns lohnt.

Ihr singt in „Küss mich“ von „wir hören zusammen die alten Lieder“- Was sind denn eure (alten) Lieblingssongs? Welche Bands hört ihr und wer sind eure Vorbilder?
Neurotox: Da sind wir alle komplett verschiedene Charaktere, Mario ist eher so der Typ der alten Kategorie und fährt mega auf Mörtley Crue, Twisted Sisters, Motörhead und alle die Klamotten ab. Benny so alles was der deutsche Punk her gibt. Der Typ ist auf dem Gebiet einfach ein wandelndes Lexikon.

Bei Ralle ist das schwer einzuschätzen, wenn er mal singt dann ist es durchweg Schlager oder der Titeltrack von Tetris. Darüber hinaus kennt der vermutlich nichts bzw. lässt er uns daran nicht so teil haben. Marius ist eher der Deathmetal/Hardcoretyp. Alles was kracht macht ist so sein Ding. Bevor wir anfingen hat er auch nur so einen Kram gespielt. Zu kompliziert ging es nie, aus den Elementen die er teilweise in einem Song hatte, hätten wir sieben Neurotox Alben aufnehmen können. Einfach verrückt wie viele Schritte ein Mann zurück gehen kann….

Ein Song auf eurem neuen Album heißt „Mutti hat mich lieb“? Was sagt Mutti denn zu eurer neuen CD und allgemein zur Band?
Neurotox: Unsere Muttis sind zufrieden, manchmal feiern die uns mehr als wir uns selber. Es ist immer schwierig die Damen zu regulieren aber egal was kommt, wir haben unsere Muttis auch immer lieb. Irgendwie haben aber auch alle Marius seine Mutti lieb, scheint ein scharfer Feger zu sein.

Im Song „Kein Applaus“ heißt es „Zur Begrüßung keinen Applaus, wieder nur der Mittelfinger“. Warum dieser Song am Schluss. Wäre sicherlich auch ein guter Opener geworden?
Neurotox: Tatsächlich war der Song ursprünglich auch dafür gedacht. Die Einleitung und der Text passten wie die Faust aufs Auge. Kurzerhand wurde das dann umgeworfen. Warum auch immer ist der Song jetzt ein ehrenwürdiger Abschluss und passt auch als rundes Ende.

Neurotox – Mein Tag

Ein weiteres Highlight auf dem Album ist der Song „Panzer gegen Dreirad“. Musikalisch bisschen anders als der Rest vom Album. Und gerade von der Melodie und vom Text super überzeugend. Wie kam es zu diesem Song und zum Mut, etwas im Sound zu verändern?
Neurotox: Mutig waren wir ja zum Glück immer und haben auf allen Alben verschiedene Songs. Trompeten, Streicher, SKAbeats, Balladen, flott, ruhig, schnell, langsam, melodisch, poppig… eigentlich haben wir immer sehr abwechslungsreiche Platten produziert und das soll auch so bleiben.

Der Song gefällt uns allen sehr und fand nach wenigen Überlegungen einen guten Platz auf der neuen CD. Klar ist es was etwas anderes aber wir waren überzeugt. Mittlerweile haben wir über die Socialmedia Kanäle so viel Feedback zu diesem Song bekommen, dass mit Sicherheit ähnliches in der Zukunft erwartet werden kann. Etliche Menschen zitieren Zeilen aus dem Song und schreiben uns an wie gut alles gerade passt und wie er ihnen hilft. Wahnsinn das man Menschen so bewegen kann. Wir freuen uns riesig darüber und möchten uns wirklich bei allen bedanken, die für uns da sind. Wir sehen es nicht als selbstverständlich an Leute hinter uns zu haben die gut finden was wir machen. Vielen Dank an alle da draußen, wir genießen jede Sekunde mit euch!

Im Vergleich zu den ersten Alben. Was hat sich verändert? Was ist gleich geblieben?
Neurotox: Als erstes sind wir unserm Produzenten treu geblieben, haben gemeinsam sehr viel Zeit investiert um an Arrangement und Sound zu arbeiten denn wir alle haben den Wunsch besser zu werden. Wir genießen die Zeit im Studio und sind dankbar für die Zusammenarbeit. Wir schätzen uns gegenseitig sehr und die gemeinsame Arbeit bringt uns immer weiter. Solange wir können wollen wir also alles „gleich lassen“ da wir bis hier hin auch gemeinsam gekommen sind. Auch wenn zwischen unseren Alben im Schnitt nur ein Jahr liegt, steckt in diesem Album sehr viel Vorarbeit. Wir denken, dass man an vielen Stellen hören kann, das einiges ausgereifter und professioneller geworden ist. Es ist aber noch sehr viel Luft nach oben und anhand der aktuellen Platten, legen wir fest was für eine kommende VÖ geändert werden muss. Es bleibt also ein wachsender Prozess, den wir gleich bleibend mit unserem Team gestalten wollen.

Ihr habt einen eigenen Fanclub! Was bedeutet euch Fannähe?
Neurotox: Ja das ist richtig, wir haben „Fanclubs“ hier in Deutschland, Argentinien und in den Niederlanden. Bei uns steht der Begriff Freundschaft allerdings sehr weit oben und das Wort „Fan“ ersetzen wir sehr gerne. Wir bemühen uns so viel wie möglich mit unseren Freunden zu unternehmen und wir planen regelmäßig kleinere – sehr private Veranstaltungen im engen Kreis um diese Freundschaften eben zu pflegen. Wie oben bereits erwähnt, sind wir sehr dankbar für jeden der uns irgendwie unterstützt und unsere Musik hört. Es ist keine Selbstverständlichkeit das es Menschen gibt die toll finden was man macht, einem auf jeder Show nachreisen oder sich im Internet Werbemäßig in vielen Fällen kreativer einsetzen als wir. Die Entwicklung ist einfach unbeschreiblich und hat Maße angenommen, die wir uns nie hätten ausdenken können. Daher wollen wir so viel wir können zurück geben und genießen die Zeit wenn es persönlicher wird. Das klingt mit Sicherheit für viele nach Geschwafel aber ohne Zuhörer gibt es nicht viel zu erzählen oder?! Daher ist es uns sehr wichtig immer Nähe zu haben und wir freuen uns schon auf die nächsten Aktionen!

Tough-Tipp: CD-Review „Neurotox – Plan D“

Ihr habt einige Touren als Support von größeren Bands gespielt. Was ist euch in besonderer Erinnerung geblieben?
Neurotox: Über die meisten Dinge dürfen wir nicht mehr reden…. Nein Scherz beiseite! Es gibt einfach so viele Dinge die man erlebt, so viel verrücktes, eine Menge Blödsinn und natürlich auch atemberaubende Momente. Wo soll man da anfangen?! Es ist aber lustig, dass die Frage kommt, wir haben vor kurzem noch zusammen gesessen und darüber geredet was wir so auf Tour erlebt haben.

Leider haben wir aber auch festgestellt, das man sehr geile Sachen einfach nicht mehr so präsent hat. Total verrückt oder?! Es gab so viele Momente wo man sich sagt, EY wie geil war das denn bitte?! Das werde ich mein Leben lang nicht vergessen! Vieles wird einem dann aber doch erst wieder bewusst wenn man sich darüber unterhält. Jungs, das sollten wir viel öfter machen!

Neurotox(ine) sind Nervengifte. Wer oder was geht euch denn auf die Nerven?
Neurotox: In den meisten Fällen wir gehen wir uns selber auf die Nerven, das bleibt manchmal nicht aus wenn man so viel Zeit miteinander verbringt. Ansonsten hatten oder haben wir mit niemandem Probleme gehabt, warum auch?!

Was bedeuten euch die folgenden Worte!
a) Freundschaft: Ja Freundschaft ist geil, da sollte man sich viel weniger von kaufen.
b) Tourbus: Luxus den wir uns ohne große Hauptband nicht leisten können.
c) Plan E, Plan F: Wir haben gerade Plan D entwickelt. Weiter denken fällt noch schwer.
d) Punkrock vs. Deutschrock: Uh Kotz… Endlosdiskussionen um nichts und wieder nichts.
e) TOUGH MAGAZIN: Geiles Magazin, wir freuen uns über das nächste Interview zu Album E, F, G, H, usw…

Vielen Dank für die Zeit, die ihr euch genommen habt. Die letzten Worte gehören euch!
Neurotox: Wenn ihr das hier gelesen habt kennt ihr uns schon, habt von uns gehört oder ihr seid wegen dem Bandfoto auf uns aufmerksam geworden. Zugegeben sind wir doch echt eine überdurchschnittlich gutaussehende Band! Eventuell sitzt ihr auch gerade auf dem Boiler und wisst nicht was ihr sonst machen sollt. Wie auch immer, kommt zu unsern Shows, lernt uns kennen, gebt uns Bier aus und feiert mit uns am Merch. Legt euch die neue Platte zu und wenn die euch gefallen hat besorgt euch auch die alten Scheiben.

Wir freuen uns auf euch.

Interview von Thorsten

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Florian Puschke



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